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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Wer „das“ und „dass“ üben will, braucht vor allem eine Regel: Ersetzen lässt sich „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“. „Dass“ lässt sich nie ersetzen und leitet einen Nebensatz ein. Mit dieser Probe und den Übungen unten sitzt die Unterscheidung nach kurzer Zeit sicher.
Kurzantwort: Lässt sich das Wort durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen, schreibt man „das“ mit einem s. Geht der Austausch nicht, heißt es „dass“ mit zwei s.
Das oder dass: der Unterschied auf einen Blick
Beide Wörter klingen identisch. Trotzdem haben sie ganz verschiedene Aufgaben im Satz. „Das“ gibt es in drei Rollen: als bestimmten Artikel, als Demonstrativpronomen und als Relativpronomen. „Dass“ tritt nur als Konjunktion auf. Eine Konjunktion verbindet Sätze miteinander und steht am Anfang eines Nebensatzes.
| Wortart | Schreibweise | Beispiel |
|---|---|---|
| Bestimmter Artikel | das | Das Auto steht vor der Tür. |
| Demonstrativpronomen | das | Das gefällt mir sehr. |
| Relativpronomen | das | Das Buch, das ich lese, ist spannend. |
| Konjunktion | dass | Ich weiß, dass er kommt. |
Die Ersatzprobe: So funktioniert sie Schritt für Schritt
Die Ersatzprobe ist das wichtigste Werkzeug beim Üben. Der Duden nennt sie in seinem Sprachratgeber zu „das oder dass“ als Standardverfahren.
- Schritt 1: Das fragliche Wort im Satz markieren.
- Schritt 2: „Dieses“, „jenes“ oder „welches“ an die Stelle setzen.
- Schritt 3: Den Satz laut lesen. Klingt er weiterhin sinnvoll, gehört ein einfaches „das“ hin.
- Schritt 4: Wird der Satz sinnlos, steht dort „dass“ mit Doppel-s.
Ein Beispiel: „Das Kind, das dort spielt, ist mein Neffe.“ Beide Wörter lassen sich ersetzen: „Dieses Kind, welches dort spielt, ist mein Neffe.“ Also schreibt man zweimal „das“.
Dass mit Doppel-s: Die Konjunktion erkennen
Ein dass-Satz ist ein Nebensatz und hängt an einem Hauptsatz. Er erklärt, was jemand denkt, sagt, weiß oder fühlt. Typische Auslöser sind Verben wie „glauben“, „meinen“, „sagen“, „hoffen“, „wissen“ und „wünschen“. Auch Ausdrücke wie „Es ist schön, dass …“ oder „Schade, dass …“ leiten solche Sätze ein.
Vor „dass“ steht immer ein Komma. Steht der dass-Satz am Anfang, folgt das Komma nach dem Nebensatz: „Dass er pünktlich kommt, freut alle.“ Bis zur Rechtschreibreform 1996 schrieb man „daß“ mit ß. Seitdem gilt „dass“ mit Doppel-s. Die Wikipedia erklärt die Geschichte und Verwendung von „dass“ ausführlich.
Das mit einem s: Artikel und Pronomen
„Das“ mit einfachem s begleitet ein sächliches Nomen oder ersetzt es. Als Relativpronomen bezieht sich „das“ auf ein sächliches Nomen davor und leitet einen Relativsatz ein: „Das Auto, das gestern gekauft wurde, ist rot.“
Als Demonstrativpronomen zeigt „das“ auf etwas hin. Es steht dann allein: „Das ist wunderbar.“ Hier funktioniert die Ersatzprobe mit „dies“: „Dies ist wunderbar.“
Kurzantwort: „Dass“ gibt es nur als Konjunktion und steht vor einem Nebensatz. „Das“ tritt als Artikel oder Pronomen auf und lässt sich durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen.
Übungen zu das und dass mit Lösungen
Setzen Sie in den folgenden Sätzen „das“ oder „dass“ ein. Die Lösungen stehen direkt darunter.
Übung 1: Lückensätze
- Ich glaube, ___ er recht hat.
- ___ Haus am Ende der Straße gehört meiner Tante.
- Sie sagt, ___ sie morgen früher kommt.
- Das Buch, ___ ich gestern las, war spannend.
- Es ist schade, ___ der Urlaub vorbei ist.
- ___ war ein schöner Abend.
- Wir hoffen, ___ das Wetter hält.
- Alles, ___ er sagt, klingt logisch.
- Er weiß, ___ ___ Kind Hunger hat.
- Ist es wahr, ___ sie umzieht?
Lösungen: 1. dass · 2. Das · 3. dass · 4. das · 5. dass · 6. Das · 7. dass · 8. das · 9. dass das · 10. dass
Bei Satz 4 und 8 hilft die Probe mit „welches“. „Alles, welches er sagt“ klingt holprig, doch nach „alles“ steht als Relativpronomen tatsächlich „das“. Nach „alles“, „etwas“ und „nichts“ folgt „das“.
Übung 2: Fehler finden
Im folgenden Text stecken drei Fehler: „Ich denke, das Sie recht haben. Dass Wetter war gestern schlecht, doch heute scheint die Sonne. Wir hoffen, das es so bleibt.“ Richtig heißt es: „Ich denke, dass Sie recht haben. Das Wetter war gestern schlecht, doch heute scheint die Sonne. Wir hoffen, dass es so bleibt.“
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Der häufigste Fehler entsteht durch den Klang. Beide Wörter hören sich gleich an, also greift man beim Tippen auf die kürzere Form zurück. Dazu kommt die Hektik beim Schreiben. Eine Gewohnheit hilft: Vor dem Abschicken jeden Satz mit „das“ oder „dass“ kurz mit der Ersatzprobe testen.
- Nach einem Komma und Verben wie „glauben“ oder „sagen“ steht fast immer „dass“.
- Vor einem Nomen steht fast immer der Artikel „das“.
- Bei „so dass“ und „sodass“ sind beide Schreibweisen erlaubt.
- Ein dass-Satz braucht stets ein Komma vor der Konjunktion.
Wer sich auch bei anderen Zweifelsfällen absichern möchte, findet auf dieser Seite weitere Ratgeber. Zum Beispiel erklärt der Beitrag zu „das Wichtigste“ groß oder klein, wann Adjektive zu Nomen werden. Der Text zum Attribut in der Grammatik zeigt, wie Satzteile zusammenhängen.
Tipps zum Üben im Alltag
Regeln sitzen am besten, wenn man sie regelmäßig anwendet. Fünf Minuten täglich reichen oft aus. Wer eigene Texte schreibt, kann nach jedem Absatz alle „das“ und „dass“ markieren und einzeln prüfen.
Die Wörterbuchseite des DWDS zu „dass“ zeigt zusätzlich echte Belege aus Zeitungen und Literatur.
Fazit
„Das“ und „dass“ zu unterscheiden ist keine Hexerei. Eine einzige Probe reicht aus: „dieses“ oder „welches“ einsetzen und prüfen, ob der Satz noch stimmt. Dazu kommen ein paar feste Muster, etwa Komma vor „dass“ und „dass“ nach Verben des Sagens und Denkens. Mit den Übungen oben und täglicher Anwendung verschwinden die typischen Fehler schnell.
FAQ – Häufige Fragen
Woran erkennt man schnell, ob „das“ oder „dass“ passt?
Die Ersatzprobe hilft. Lässt sich das Wort durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, schreibt man „das“. Klappt der Austausch nicht, steht „dass“ mit Doppel-s.
Warum gibt es zwei so ähnliche Wörter?
Beide klingen gleich, gehören aber zu verschiedenen Wortarten. „Das“ ist Artikel oder Pronomen. „Dass“ ist eine Konjunktion, die Nebensätze einleitet.
Wird „dass“ noch mit ß geschrieben?
Nein. Bis zur Rechtschreibreform 1996 galt „daß“. Seitdem schreibt man „dass“ mit Doppel-s, weil der Vokal davor kurz gesprochen wird.
Steht vor „dass“ immer ein Komma?
Ja. „Dass“ leitet einen Nebensatz ein, deshalb trennt ein Komma ihn vom Hauptsatz ab. Steht der dass-Satz am Anfang, endet er mit einem Komma.
Was ist der Unterschied zwischen Artikel und Relativpronomen?
Der Artikel begleitet ein Nomen, etwa „das Haus“. Das Relativpronomen leitet einen Nebensatz ein und bezieht sich auf ein Nomen davor: „Das Haus, das dort steht“.
Kann „dass“ ein Nomen ersetzen?
Nein. Die Konjunktion verbindet nur Sätze. Sie steht nie stellvertretend für ein Nomen und lässt sich durch kein anderes Wort austauschen.
Welche Verben lösen oft einen dass-Satz aus?
Häufig folgen dass-Sätze auf Verben des Denkens, Sagens und Fühlens wie „glauben“, „meinen“, „sagen“, „hoffen“, „wissen“ oder „wünschen“.
Gilt die Ersatzprobe immer?
Fast immer. Sie funktioniert bei Artikel, Demonstrativ- und Relativpronomen zuverlässig. Bei Sonderfällen wie „so dass“ hilft ein Blick ins Wörterbuch.
Schreibt man „sodass“ oder „so dass“?
Beide Formen sind erlaubt. Seit der Reform von 2004 zählt auch die Zusammenschreibung „sodass“ zur amtlichen Rechtschreibung.
Wo kann man das Thema online üben?
Duden, Schulportale und Lernplattformen bieten kostenlose Übungen mit Lösungen. Wer regelmäßig zehn Sätze prüft, festigt die Regel meist in wenigen Tagen.
- Konjunktiv von „werden“ richtig bilden
- „Neusten“ oder „neuesten“: Was ist richtig?
- Rhythmus: Schreibweise und Merkhilfen
- Dankeschön: Schreibweise erklärt
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.





