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Kurz gesagt: Ein Komma steht zwischen Hauptsatz und Nebensatz, zwischen zwei Hauptsätzen, bei Aufzählungen, vor entgegensetzenden Konjunktionen wie aber, um Einschübe herum und vor erweiterten Infinitivgruppen. Alles Weitere sind Sonderfälle.
Das amtliche Regelwerk kennt über hundert Kommaregeln. Sechs davon decken den Alltag ab.
1. Zwischen Hauptsatz und Nebensatz
Nebensätze beginnen mit Wörtern wie weil, dass, obwohl, wenn, damit, ob, als oder mit einem Relativpronomen. Vor ihnen steht ein Komma.
„Ich komme später, weil der Zug Verspätung hat.“
„Das Buch, das du mir geliehen hast, war gut.“ – Schiebt sich der Nebensatz in den Hauptsatz, wird er beidseitig eingeschlossen.
2. Zwischen zwei Hauptsätzen
„Sie rief an, er ging nicht ran.“
Bei und oder oder darf das Komma stehen, muss aber nicht: „Sie rief an(,) und er ging nicht ran.“ Setze es, wenn der Satz sonst schwer zu lesen ist.
3. Bei Aufzählungen
„Wir brauchen Milch, Eier, Mehl und Zucker.“
Vor dem letzten und steht kein Komma – anders als im Englischen, wo das Oxford-Komma üblich ist.
Auch aufgezählte Adjektive werden getrennt: „ein langer, anstrengender Tag“. Aber: „ein neuer roter Wagen“ ohne Komma, weil rot und Wagen hier enger zusammengehören. Die Probe: Passt ein und dazwischen, gehört ein Komma hin.
4. Vor entgegensetzenden Konjunktionen
Vor aber, sondern, doch, jedoch, allein steht immer ein Komma.
„Der Film war lang, aber gut.“
„Nicht heute, sondern morgen.“
5. Um Einschübe herum
Nachgestellte Erläuterungen, Appositionen und Anreden werden eingeschlossen.
„Herr Meier, der Nachbar von gegenüber, hat angerufen.“
„Guten Tag, Frau Schmidt.“
„Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, hat 3,8 Millionen Einwohner.“
Wichtig ist das zweite Komma. Es fehlt am häufigsten.
6. Vor erweiterten Infinitivgruppen
Infinitivgruppen mit zu bekommen ein Komma, wenn sie erweitert sind und durch um, ohne, statt, anstatt, außer, als eingeleitet werden oder wenn ein Hinweiswort im Hauptsatz steht.
„Er ging los, um Brot zu kaufen.“
„Sie versprach, pünktlich zu sein.“
Beim bloßen zu plus Verb steht keins: „Er versuchte zu schlafen.“
Die häufigsten Fehler
Komma vor „und“ in einer Aufzählung. „Milch, Eier, und Mehl“ ist falsch.
Das fehlende zweite Komma. „Mein Bruder, der in Köln wohnt hat angerufen“ – nach wohnt fehlt eines.
Komma vor „wie“ beim Vergleich. „Er ist so groß wie sein Vater“ braucht keins. Nur wenn ein ganzer Satz folgt: „Er ist so groß, wie sein Vater es war.“
Komma nach Zeitangaben am Satzanfang. „Gestern Abend habe ich gekocht“ – kein Komma nötig.
Häufige Fragen
Steht vor „sowie“ ein Komma?
Nein, sowie verhält sich wie und.
Und vor „bzw.“?
Ebenfalls nicht, es entspricht oder.
Wie ist es bei „einschließlich“ oder „inklusive“?
Ohne Komma, solange kein eigener Satz folgt.
Gibt es ein Komma vor „ob“?
Ja, ob leitet einen Nebensatz ein: „Ich weiß nicht, ob er kommt.“





