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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Richtig ist „wiederum“ mit „ie“ nach dem „w“ und ohne ein zweites „r“. Die Schreibweise „widerum“ gibt es nicht, auch wenn sie häufig gesucht und getippt wird. Das Adverb bedeutet „erneut“ oder „andererseits“.
Kurzantwort: „Wiederum“ schreibt sich immer mit „ie“. „Widerum“ und „wiederrum“ sind falsch. Das Wort geht auf „wieder“ zurück, also auf „noch einmal“.
Das Wichtigste in Kürze
- Richtig: wiederum, mit „ie“
- Falsch: widerum, wiederrum, widerrum
- Bedeutung: erneut, andererseits, seinerseits
- Merkhilfe: „wieder“ heißt noch einmal, „wider“ heißt gegen
Wiederum oder widerum: Die richtige Schreibweise
Wörterbücher kennen nur eine Form. Der Duden führt „wiederum“ als Adverb mit der Trennung „wie|de|r|um“. Das digitale Wörterbuch DWDS listet dazu ausdrücklich die häufigen Falschschreibungen „wiederrum“ und „widerrum“. Die Variante „widerum“ taucht in keinem der beiden Nachschlagewerke als Stichwort auf.
Der Grund für die vielen Fehler liegt im Klang. Man spricht „wiederum“ als „wie-de-rum“ und hört dabei kein langes „ie“ mehr heraus. Das Ohr liefert deshalb kein sicheres Signal, und die Hand greift zum kürzeren „wider“.
Warum wiederum aus wieder entsteht
„Wiederum“ ist eine Weiterbildung von „wieder“. Es bedeutet „noch einmal“ und trägt lediglich eine Endung. Damit gehört das Wort zur Wortfamilie „wieder“ und folgt dessen Schreibung. Wer „wieder“ mit „ie“ schreibt, schreibt auch „wiederum“ mit „ie“.
Diese Verbindung hilft bei der Kontrolle. Lässt sich im Satz „wieder“ oder „noch einmal“ einsetzen, steckt „wiederum“ mit „ie“ dahinter. Ein Beispiel: „Die Bahn kam wiederum zu spät.“ Gemeint ist „schon wieder“, und damit steht die Schreibung fest.
Bedeutung von wiederum im Satz
Der Duden nennt mehrere Bedeutungen. Sie lassen sich in drei Gruppen ordnen.
| Bedeutung | Beispielsatz |
|---|---|
| erneut, ein weiteres Mal | Am Abend hatten wir wiederum eine Aussprache. |
| andererseits | So weit würde ich wiederum nicht gehen. |
| seinerseits, meinerseits | Er hatte von seinem Freund erfahren, was dieser wiederum von der Nachbarin gehört hatte. |
Die Beispiele stammen aus dem Duden. Sie zeigen, dass „wiederum“ oft als Bindeglied arbeitet. Es verknüpft zwei Aussagen, ohne einen Widerspruch zu erzeugen.
Kurzantwort: „Wiederum“ heißt „erneut“, wenn etwas sich wiederholt. Es heißt „andererseits“ oder „seinerseits“, wenn ein zweiter Gesichtspunkt oder eine zweite Person ins Spiel kommt.
Wieder oder wider: Der Unterschied
Die Verwechslung entsteht zwischen zwei Wörtern, die gleich klingen. Nach dem DWDS bedeutet „wieder“, dass etwas erneut geschieht oder ein früherer Zustand von Neuem besteht. „Wider“ steht dagegen für ein absichtliches Entgegenwirken und bedeutet „gegen“. Es gilt als gehoben und kommt heute vor allem in festen Wörtern vor.
| Mit „ie“ (noch einmal) | Mit „i“ (gegen) |
|---|---|
| wiederholen | widerlegen |
| Wiedersehen | Widerspruch |
| wiedergeben | Widerstand |
| Wiederwahl | Widerwille |
Eine kleine Ersatzprobe klärt fast jeden Fall. Passt „noch einmal“ in den Satz, steht „wieder“. Passt „gegen“, steht „wider“. Bei „widerspiegeln“ passt „gegen“ ohnehin nicht. Dort geht es um ein Zurückwerfen des Lichts, und die Schreibung mit „wider“ hat sich historisch so festgesetzt. Ein Blick in den Duden lohnt bei solchen Sonderfällen.
Häufige Fehler bei wiederum
Drei Fehlerbilder tauchen immer wieder auf:
- widerum: Das „ie“ wurde zu „i“ verkürzt. Die Form gibt es nicht.
- wiederrum: Ein überflüssiges „r“ rutscht vor die Endung. Das DWDS führt diese Form als Falschschreibung.
- widerrum: Beide Fehler treten zusammen auf.
Ähnlich verhält es sich bei anderen Wörtern mit kniffliger Schreibung. Wer sich für solche Stolperfallen interessiert, findet Beispiele bei „Rhythmus“ und bei „Dankeschön“.
Synonyme für wiederum
Wer das Wort meiden möchte, hat genug Alternativen. Der Duden nennt „abermals“, „aufs Neue“ und „ein weiteres Mal“. Im Sinn von „andererseits“ passen „dagegen“, „hingegen“ oder „seinerseits“. Weitere Ausweichwörter für häufig benutzte Begriffe listet der Beitrag Synonyme für „häufig“ auf.
Gerade in Fließtexten lohnt sich der Wechsel. „Wiederum“ wirkt schnell schwer und amtlich, wenn es mehrfach pro Absatz auftaucht. Ein schlichtes „wieder“ oder „erneut“ liest sich oft flüssiger.
Stellung im Satz und Zeichensetzung
„Wiederum“ steht meist im Mittelfeld des Satzes: „Die Preise sind wiederum gestiegen.“ Am Satzanfang ist es ebenfalls möglich und setzt einen Akzent: „Wiederum hatte der Arzt keine eindeutige Diagnose stellen können.“ Dieses Beispiel führt das DWDS an. Ein Komma ist nicht nötig, weil „wiederum“ keinen Nebensatz einleitet.
Bei der Groß- und Kleinschreibung gilt die normale Regel. Am Satzanfang beginnt das Wort groß, sonst bleibt es klein. Fragen zu Groß und Klein bei anderen Wörtern beantwortet zum Beispiel der Artikel zu neusten oder neuesten.
Merkhilfen zum Einprägen
- „Wiederum“ enthält „wieder“. Das „ie“ bleibt erhalten.
- Nach „wieder“ folgt nur „um“, ohne zusätzliches „r“.
- Wer „gegen“ meint, schreibt „wider“, wer „noch einmal“ meint, schreibt „wieder“.
- Bei Zweifeln hilft der Blick in Duden oder DWDS.
Zur Übung lohnt es sich, einen kurzen Text zu schreiben und jedes „wieder“ und „wider“ per Ersatzprobe zu prüfen. Nach wenigen Durchgängen sitzt die Regel. Ähnliche Übungen bieten sich bei Wortarten an, etwa beim Thema Adjektive, das viele Rechtschreibfragen berührt.
Fazit
„Wiederum“ schreibt sich mit „ie“ und ohne doppeltes „r“. Die Form „widerum“ ist ein Fehler, der vom Klang des Wortes herrührt. Wer sich merkt, dass „wiederum“ von „wieder“ kommt, macht keinen Fehler mehr. „Wider“ bleibt für „gegen“ reserviert, und die Ersatzprobe mit „noch einmal“ entscheidet im Zweifel.
FAQ – Häufige Fragen
Wie schreibt man wiederum richtig?
Richtig ist „wiederum“ mit „ie“ und ohne zweites „r“ nach „wieder“. Die Schreibweisen „widerum“, „wiederrum“ und „widerrum“ gelten als Fehler.
Gibt es die Schreibweise „widerum“?
Als eigenes Wort gibt es „widerum“ nicht. Der Duden führt nur „wiederum“, und die Adresse „widerum“ liefert dort keinen Eintrag.
Was bedeutet wiederum?
Das Adverb bedeutet „erneut“ oder „ein weiteres Mal“. Es kann auch „andererseits“ oder „seinerseits“ heißen, je nach Satz.
Wie lautet der Unterschied zwischen wieder und wiederum?
„Wiederum“ klingt nachdrücklicher und etwas gehobener. „Wieder“ ist die Alltagsform und passt in fast jeden Satz, in dem etwas erneut geschieht.
Wann schreibt man wider mit „i“?
„Wider“ bedeutet „gegen“. Es steht in Wörtern wie „Widerstand“, „Widerspruch“ oder „Widerwille“ und in der Wendung „für und wider“.
Ist wiederrum mit doppeltem r falsch?
Ja, das zweite „r“ ist ein Fehler. Das Wort besteht aus „wieder“ und der Endung „-um“, mehr steckt nicht dahinter.
Wird wiederum am Satzanfang großgeschrieben?
Nur wie jedes andere Wort am Satzanfang. Mitten im Satz bleibt „wiederum“ klein.
Kann man wiederum durch ein Synonym ersetzen?
Ja. Je nach Bedeutung passen „erneut“, „abermals“, „noch einmal“, „andererseits“ oder „seinerseits“.
Setzt man vor wiederum ein Komma?
Das hängt vom Satzbau ab. Steht „wiederum“ innerhalb eines Nebensatzes, richtet sich das Komma nach dem Nebensatz und nicht nach dem Wort selbst.
Warum verwechseln so viele Menschen wieder und wider?
Beide Wörter klingen im Deutschen gleich. Nur die Bedeutung entscheidet, und die lässt sich über die Ersatzprobe „noch einmal“ gegen „gegen“ prüfen.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.





