Vergangenheit von niesen: Formen, Beispiele und Regeln

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die Vergangenheit von „niesen“ lautet im Präteritum „nieste“ und im Perfekt „hat geniest“. Das Partizip II heißt „geniest“, im Plusquamperfekt heißt es „hatte geniest“. Niesen ist ein schwaches, regelmäßiges Verb. Es bildet das Perfekt mit „haben“, so gibt es der Duden an.

Kurzantwort: Ich nieste (Präteritum), ich habe geniest (Perfekt), ich hatte geniest (Plusquamperfekt). Die Form „genießt“ gehört zu einem anderen Verb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Präteritum: nieste, niestest, nieste, niesten, niestet, niesten.
  • Perfekt: habe geniest, hast geniest, hat geniest.
  • Partizip II: geniest, mit „ie“ und einem einfachen „s“.
  • Hilfsverb: immer „haben“.

Vergangenheit von niesen: alle Formen im Überblick

Die Vergangenheit hat im Deutschen drei Zeitformen. Beim Verb „niesen“ sehen sie so aus. Die Formen stammen aus der Konjugationstabelle des Duden.

Person Präteritum Perfekt Plusquamperfekt
ich nieste habe geniest hatte geniest
du niestest hast geniest hattest geniest
er, sie, es nieste hat geniest hatte geniest
wir niesten haben geniest hatten geniest
ihr niestet habt geniest hattet geniest
sie niesten haben geniest hatten geniest

Präteritum: „nieste“

Das Präteritum wird vor allem in geschriebenen Texten gebraucht. Man findet es in Erzählungen, Berichten und Nachrichten. Es beschreibt Abgeschlossenes. Die Endung „-te“ hängt direkt am Stamm „nies-“.

  • Er nieste laut in das Taschentuch.
  • Als der Pfeffer aufstieg, nieste die ganze Küche.
  • Sie nieste dreimal hintereinander.

Perfekt: „hat geniest“

Im Alltag sprechen die meisten Menschen im Perfekt. Es besteht aus „haben“ und dem Partizip II. Duden nennt „hat geniest“ ausdrücklich als Grundform. „Sein“ kommt bei diesem Verb nicht vor.

  • Ich habe gestern den ganzen Tag geniest.
  • Hast du auch geniest?
  • Das Baby hat zweimal geniest.

Kurzantwort: Für gesprochene Sprache passt das Perfekt („Ich habe geniest“). In Geschichten und Berichten klingt das Präteritum („Ich nieste“) besser.

Plusquamperfekt: „hatte geniest“

Das Plusquamperfekt heißt auch Vorvergangenheit. Es zeigt, dass etwas noch früher geschah als ein anderes Ereignis in der Vergangenheit. Gebildet wird es mit „hatte“ und dem Partizip II.

  • Nachdem er geniest hatte, schnäuzte er sich die Nase.
  • Sie hatte schon dreimal geniest, als der Arzt kam.

Weitere Zeitformen im Überblick

Zur Vollständigkeit lohnt der Blick auf die anderen Formen. Alle stammen aus der Duden-Konjugation.

Zeitform Form mit „ich“
Präsens ich niese
Futur I ich werde niesen
Futur II ich werde geniest haben
Konjunktiv I ich niese
Konjunktiv II (Präteritum) ich nieste
Konjunktiv II (Plusquamperfekt) ich hätte geniest
Imperativ nies! oder niese!, niest!
Partizip I niesend
Partizip II geniest

Im Präsens lautet die Form für „du“ und „er“ gleich: du niest, er niest. Das liegt am Wortstamm auf „-s“. Auch „ihr niest“ sieht genauso aus. Der Satzzusammenhang zeigt, wer gemeint ist.

Häufige Fehler bei der Vergangenheit von niesen

Bei diesem Verb kommen drei Fehler oft vor.

  • Falsches Hilfsverb: „Ich bin geniest“ ist falsch. Richtig ist „ich habe geniest“.
  • Verwechslung mit genießen: „Ich habe genießt“ gibt es nicht. Zu „genießen“ gehört die Form „genießt“. Zu „niesen“ gehört „geniest“.
  • Starke Beugung: Das Verb wurde früher stark gebeugt. Laut DWDS ging es etwa im 16. Jahrhundert zur schwachen Flexion über. Heute gilt nur noch die schwache Form „nieste“.

Ähnliche Zweifel bei der Beugung kennen Leser auch von anderen Verben. Ein Beispiel ist der Imperativ von essen. Auch beim Konjunktiv von werden sind viele unsicher.

Vergleich mit ähnlichen Verben

„Niesen“ folgt demselben Muster wie viele Verben rund um Erkältung und Körpergeräusche. Alle sind schwach und bilden das Perfekt mit „haben“.

Infinitiv Präteritum Perfekt
niesen nieste hat geniest
husten hustete hat gehustet
räuspern räusperte sich hat sich geräuspert
schnäuzen schnäuzte hat geschnäuzt

Der Unterschied zu „reisen“ ist lehrreich. Auch „reisen“ hat den Stamm „reis-“ und ist schwach. Das Perfekt lautet aber „ist gereist“, denn das Verb beschreibt eine Ortsveränderung. Beim Niesen bleibt der Körper an Ort und Stelle, deshalb steht „haben“.

Bedeutung und Herkunft von niesen

Das DWDS erklärt „niesen“ als krampfartiges, ruckartiges Ausstoßen von Luft durch Nase und Mund bei Reizung der Nasenschleimhaut. Der Ursprung ist lautmalend. Im Althochdeutschen hieß das Verb „(h)niosan“. Es klingt also so ähnlich, wie es sich anhört.

Das DWDS nennt außerdem die Redewendung „jemandem etwas niesen“. Sie bedeutet, einen Wunsch abzulehnen. Ein Beispiel: „Euch werde ich was niesen!“ Die Vergangenheit lautet hier: „Ich habe ihm was geniest.“ Die Form ist selten, folgt aber der normalen Regel.

Merksatz für die Zeitformen

Eine einfache Regel hilft. Schwache Verben bilden das Präteritum mit „-te“ und das Partizip II mit „ge-“ und „-t“. So auch „niesen“: nies-te und ge-nies-t. Wer das Muster bei „lachen“ oder „machen“ kennt, kann es übertragen. Weitere Fragen zur Schreibweise klärt zum Beispiel der Beitrag zu neusten oder neuesten.

Fazit

Die Vergangenheit von „niesen“ ist einfach: nieste, hat geniest, hatte geniest. Das Verb ist schwach und regelmäßig. Es nutzt „haben“ als Hilfsverb. Wer aufpasst, dass das Partizip nicht mit „genießen“ verwechselt wird, macht kaum Fehler. Für die Sprache im Alltag passt das Perfekt, für Texte das Präteritum.

FAQ – Häufige Fragen

Wie lautet die Vergangenheit von niesen?

Im Präteritum „nieste“, im Perfekt „hat geniest“ und im Plusquamperfekt „hatte geniest“.

Heißt es „geniest“ oder „genießt“?

„Geniest“ gehört zu „niesen“. „Genießt“ gehört zum Verb „genießen“.

Ist niesen ein starkes oder schwaches Verb?

Ein schwaches Verb. Es endet im Präteritum auf „-te“ und im Partizip auf „-t“.

Welches Hilfsverb hat niesen?

„Haben“. Es heißt „ich habe geniest“.

Wie lautet das Partizip II von niesen?

„Geniest“.

Wie heißt niesen im Präteritum bei „du“?

„Du niestest“.

Wie lautet der Imperativ von niesen?

„Nies!“ oder „niese!“ im Singular, „niest!“ im Plural.

Wie lautet der Konjunktiv II von niesen?

„Ich nieste“ oder „ich hätte geniest“.

Wie bildet man das Futur II von niesen?

Mit „werden“, dem Partizip II und „haben“: „ich werde geniest haben“.

Woher kommt das Wort niesen?

Es ist lautmalend und geht auf das althochdeutsche „(h)niosan“ zurück.

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Quellen

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