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Titelbild: „A warm and inviting setup features an open book surrounded by scattered pages, a vintage c“ von Shixart1985 · CC BY 2.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Im Englischen richtet sich das Komma nach Satzstruktur und Lesbarkeit. Ein Komma steht vor and, but, or und den übrigen FANBOYS, wenn sie zwei Hauptsätze verbinden, nach einleitenden Wendungen und um nicht notwendige Relativsätze. Vor that-Nebensätzen steht anders als im Deutschen kein Komma.
Wer aus dem Deutschen kommt, setzt im Englischen zu viele Kommas an einer Stelle und zu wenige an einer anderen. Der Grund liegt im System.
Das deutsche Komma folgt der Grammatik: Jeder Nebensatz wird abgegrenzt. Das englische Komma folgt einer Mischung aus Struktur und Lesbarkeit, und mehrere Stellen sind Stilfrage statt Regel.
Unten stehen die Regeln, die in allen Stilhandbüchern gleich lauten, dazu die Fälle, in denen sich die Handbücher unterscheiden.
Der Unterschied zum Deutschen
Im Deutschen steht vor jedem eingeleiteten Nebensatz ein Komma. „Ich weiß, dass er kommt.“
Im Englischen steht dort keines: „I know that he is coming.“ Auch bei because, if oder when am Satzende bleibt das Komma meist weg: „We stayed at home because it was raining.“
Steht der Nebensatz dagegen vorn, wird er abgetrennt: „Because it was raining, we stayed at home.“ Diese Umkehrung ist der Kern des Systems: Was vor dem Hauptsatz steht, bekommt ein Komma, was danach folgt, meistens nicht.
Zwei Hauptsätze: Komma vor den FANBOYS
Verbinden for, and, nor, but, or, yet oder so zwei vollständige Hauptsätze, steht davor ein Komma. Die Merkhilfe für diese sieben Wörter lautet FANBOYS.
„She wanted to leave early, but the meeting ran late.“ Beide Teile haben Subjekt und Verb, also steht das Komma.
Fehlt im zweiten Teil das Subjekt, entfällt es: „She wanted to leave early but stayed until the end.“
Ein Komma allein reicht nie, um zwei Hauptsätze zu verbinden. „She wanted to leave, the meeting ran late“ gilt als Fehler und heißt comma splice. Richtig sind ein Punkt, ein Semikolon oder eine Konjunktion.
Einleitende Wendungen und Satzadverbien
Nach einem einleitenden Element steht ein Komma: „After the meeting, we went for coffee.“ „However, the results were clear.“
Bei sehr kurzen Zeitangaben lassen viele Stilhandbücher das Komma weg: „In 2024 the rules changed.“ Beide Varianten gelten als korrekt.
Satzadverbien wie however, therefore, moreover und nevertheless stehen zwischen zwei Hauptsätzen mit Semikolon davor und Komma dahinter: „The data was clear; however, the team disagreed.“
Auch die direkte Anrede wird abgetrennt: „Thanks, John.“ „John, could you send the file?“
Relativsätze: notwendig oder nicht
Hier liegt der zweite große Unterschied. Englisch unterscheidet Relativsätze danach, ob sie für die Identifikation nötig sind.
Ein notwendiger Relativsatz steht ohne Komma: „The students who studied passed the exam.“ Der Nebensatz sagt, welche Studierenden gemeint sind.
Ein nicht notwendiger Relativsatz wird mit Kommas abgegrenzt: „My brother, who lives in Cologne, is a teacher.“ Der Bruder ist bereits eindeutig, der Nebensatz liefert eine Zusatzinformation.
In amerikanischen Stilhandbüchern gilt dazu die Zuordnung: that im notwendigen Relativsatz ohne Komma, which im nicht notwendigen mit Komma. Im britischen Englisch wird which auch notwendig gebraucht.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Länge der Sätze. Englische Stilhandbücher empfehlen, lange Satzgefüge aufzuteilen, statt sie mit Kommas zu gliedern. Was im Deutschen als gut gebauter Schachtelsatz durchgeht, wirkt in englischen Texten überladen. Die Zeichensetzung wird dadurch einfacher, weil weniger Grenzen zu markieren sind.
Das Oxford-Komma
Bei Aufzählungen steht ein Komma zwischen den Gliedern. Ob vor dem letzten and ebenfalls eines steht, ist eine Frage des Stilhandbuchs.
Dieses letzte Komma heißt serial comma oder Oxford comma: „bread, milk, and cheese“ mit oder „bread, milk and cheese“ ohne.
Das Chicago Manual of Style empfiehlt es, das AP Stylebook lässt es in einfachen Aufzählungen weg. Beide Konventionen sind verbreitet, wichtig ist die Einheitlichkeit im Text.
Es hat einen praktischen Nutzen: Ohne dieses Komma kann eine Aufzählung mehrdeutig werden, wenn das letzte Glied selbst aus zwei Teilen besteht.
Datum, Zahlen und Adressen
Im amerikanischen Datum stehen zwei Kommas: „On September 25, 2026, the office will close.“ Das zweite Komma nach der Jahreszahl wird oft vergessen.
Das britische Format kommt ohne aus: „On 25 September 2026 the office will close.“
Bei Zahlen sind Komma und Punkt gegenüber dem Deutschen vertauscht. Englisch schreibt 1,000.50, Deutsch 1.000,50.
Orte und Bundesstaaten werden beidseitig abgegrenzt: „She lives in Austin, Texas, with her family.“
Bei der Anrede im Geschäftsbrief steht im amerikanischen Englisch ein Doppelpunkt, im britischen ein Komma: „Dear Ms. Miller:“ gegenüber „Dear Ms Miller,“.
Zwei weitere Fälle tauchen im Alltag ständig auf. Gleichrangige Adjektive werden durch ein Komma getrennt, wenn sich and dazwischen einsetzen lässt: „a long, difficult journey“. Beschreibt das erste Adjektiv dagegen die ganze folgende Gruppe, bleibt das Komma weg: „a bright red car“.
Und Zitate werden im Englischen mit Komma angebunden: „She said, ‚We will decide tomorrow.‘“ Im Deutschen steht an dieser Stelle ebenfalls ein Komma, der Unterschied liegt bei der Position der Anführungszeichen und beim Punkt, der im amerikanischen Englisch innerhalb der Anführungszeichen steht.
Häufige Fragen
Steht im Englischen ein Komma vor „that“?
Nein. „I think that it works“ bleibt kommalos.
Was sind FANBOYS?
Die sieben koordinierenden Konjunktionen for, and, nor, but, or, yet, so.
Muss ich das Oxford-Komma setzen?
Das hängt vom Stilhandbuch ab. Chicago empfiehlt es, AP verzichtet meist darauf.
Was ist ein comma splice?
Zwei Hauptsätze, die nur durch ein Komma verbunden sind. Das gilt als Fehler.
Wann steht ein Komma vor „because“?
Meist nicht. Ein Komma steht, wenn der Satz sonst missverständlich wird.
Wie schreibe ich Zahlen im Englischen?
Mit Komma als Tausendertrennung und Punkt vor den Dezimalstellen: 1,250.75.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Kommaregeln Englisch: sieben Regeln, fünf Fehler
- Genitiv und Dativ: Unterschiede, Regeln und Anwendungsbeispiele
- Worttrennung im Englischen: Tipps und Unterschiede zum Deutschen
Nico Thalmann schreibt fuer grammatikguru.de und belegt Regeln mit Woerterbuechern und Fachliteratur.

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.






