2008-01-26 (Editing a paper) - 31

Das Jahr: Deklination, Zeitangaben und Schreibweisen

Kurzantwort: Das Jahr ist ein Neutrum. Der Genitiv lautet des Jahres, seltener des Jahrs, der Plural die Jahre. Im Satz heißt es im Jahr 2026 oder einfach 2026. Zusammengeschrieben wird jahrelang, getrennt dagegen mehrere Jahre lang.

Das Wort Jahr gehört zu den häufigsten Substantiven im Deutschen. Genau deshalb tauchen dabei ständig Zweifelsfälle auf.

Sie betreffen die Beugung, die Schreibung von Jahrzehnten, die Fügungen mit Bindestrich und die Kommas rund um Datumsangaben.

Unten stehen die Formen, die Regeln aus dem amtlichen Regelwerk und die Stellen, an denen zwei Schreibungen nebeneinander zulässig sind.

Genus und Deklination

Jahr ist sächlich, der Artikel lautet das.

Im Singular heißt es das Jahr, des Jahres beziehungsweise des Jahrs, dem Jahr und das Jahr. Die kurze Genitivform des Jahrs ist zulässig, die längere Form ist die übliche.

Im Plural heißt es die Jahre, der Jahre, den Jahren, die Jahre. Das n im Dativ Plural fällt oft weg, obwohl es dorthin gehört: „vor vielen Jahren“, nicht „vor vielen Jahre“.

Nach Zahlwörtern bleibt die Form im Nominativ und Akkusativ ohne Endung, wenn ein Maß gemeint ist: „Das Projekt dauert drei Jahre.“

Jahreszahlen im Satz

Standardsprachlich stehen zwei Formen zur Wahl: im Jahr 2026 oder die bloße Jahreszahl. „Im Jahr 2026 zieht das Unternehmen um“ und „2026 zieht das Unternehmen um“ sind beide korrekt.

Die Fügung in 2026 stammt aus dem Englischen und hat sich vor allem in der Geschäftssprache verbreitet. Sie ist eine Frage des Stils und nicht der Rechtschreibung, deshalb äußert sich das amtliche Regelwerk dazu nicht.

Bei vollständigen Datumsangaben im Satzinneren gilt seit dem 1. Juli 2024 eine Verschärfung. Das schließende Komma nach dem letzten Bestandteil ist Pflicht: „Am Freitag, den 25. September, feiern sie ihre Silberhochzeit.“ Vorher durfte es fehlen.

Im Plural ohne Endung bleibt die Form gleich, sobald ein Maß gemeint ist: „Das dauert zwei Jahre.“ Mit einer Präposition erscheint dagegen die volle Dativform: „nach zwei Jahren“, „vor drei Jahren“, „in fünf Jahren“. Genau dieses n bleibt in schnell geschriebenen Texten am häufigsten liegen.

Jahrzehnte schreiben

Für Jahrzehnte gibt es mehrere zulässige Schreibungen. Das Wörterverzeichnis des Regelwerks führt sie nebeneinander auf: die Zwanzigerjahre, zwanziger Jahre, 20er-Jahre und 20er Jahre.

Dieselbe Wahl hast du bei anderen Jahrzehnten: die Achtzigerjahre oder die achtziger Jahre, in den 80er-Jahren oder in den 80er Jahren.

Auch Nullerjahre und nuller Jahre stehen im Wörterverzeichnis. Entscheide dich in einem Text für eine Variante.

Zusammen, getrennt oder mit Bindestrich

jahrelang wird zusammengeschrieben, weil sich der erste Teil als Wortgruppe umschreiben lässt. Kommt eine Ergänzung dazu, wird getrennt geschrieben: mehrere Jahre lang.

Bei Altersangaben mit Ziffern steht ein Bindestrich: 18-jährig und der 18-Jährige. Ausgeschrieben verschwindet er: achtzehnjährig.

Feste Fügungen wie jahrein, jahraus werden zusammengeschrieben, weil die Einzelteile nicht mehr eigenständig erkennbar sind.

Für den Jahreswechsel führt das Regelwerk zwei Schreibungen: das neue Jahr und das Neue Jahr.

Häufig gefragt ist außerdem die Wortstellung bei Zeiträumen. „Von 2020 bis 2024“ steht ohne Bindestrich, wenn du beide Präpositionen ausschreibst. Der Bindestrich ersetzt sie: „2020–2024“. Beides zu mischen, also „von 2020–2024“, gilt als Fehler.

Bei Geschäftsjahren, die nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen, ist die Schrägstrichform üblich: „das Geschäftsjahr 2025/26“. Der Schrägstrich zeigt hier die Zusammengehörigkeit an, das regelt § 83 des amtlichen Regelwerks.

Und noch eine Kleinigkeit zur Beugung: Nach Anfang, Mitte und Ende steht die Jahreszahl ohne Artikel und ohne Präposition. „Anfang 2026“ ist korrekt, „Anfang des Jahres 2026“ ebenfalls.

Wie lang ein Jahr ist

Das Kalenderjahr im gregorianischen Kalender hat 365 Tage, ein Schaltjahr 366.

Der astronomische Bezugswert liegt daneben. Das tropische Jahr, also der Umlauf der Erde bezogen auf die Jahreszeiten, dauert rund 365,2422 Tage.

Genau diese Differenz macht die Schaltregel nötig. Deshalb ist alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt, mit Ausnahmen bei vollen Jahrhunderten.

Groß und klein bei Zeitangaben

Substantivische Zeitangaben werden großgeschrieben, auch wenn ein Adverb davorsteht: heute Abend, gestern Abend, morgen Mittag. Das regelt § 55 des amtlichen Regelwerks.

Adjektive und Adverbien, die von Jahr abgeleitet sind, bleiben klein: jährlich, alljährlich, diesjährig, mehrjährig.

Feste Ausdrücke behalten ihre Schreibung: Anfang des Jahres, im Laufe des Jahres, zu Beginn des Jahres. Das Substantiv steht groß, die Präposition klein.

Bei Wörtern rund um den Kalender lohnt ein zweiter Blick. Neujahr, Silvester, Jahreswechsel, Jahrhundert und Jahrzehnt sind Substantive und stehen groß. In Zusammensetzungen bleiben sie ein Wort: Jahresbericht, Jahresabschluss, Geschäftsjahr.

Ordnungszahlen im Datum bekommen einen Punkt: der 3. Januar. Ausgeschrieben steht keiner: der dritte Januar.

Häufige Fragen

Heißt es des Jahres oder des Jahrs?

Beides ist zulässig. Des Jahres ist die übliche Form.

Schreibt man im Jahr 2026 oder in 2026?

Standardsprachlich im Jahr 2026 oder nur die Jahreszahl. In 2026 ist aus dem Englischen übernommen.

Wie schreibt man Jahrzehnte?

Zum Beispiel die Zwanzigerjahre, zwanziger Jahre, 20er-Jahre oder 20er Jahre.

Heißt es jahrelang oder Jahre lang?

Jahrelang zusammen. Mit Ergänzung getrennt: mehrere Jahre lang.

Steht bei Datumsangaben ein zweites Komma?

Ja, seit 2024 ist es Pflicht: „Am Freitag, den 25. September, …“

Wie viele Tage hat ein Jahr?

365 Tage, im Schaltjahr 366. Das tropische Jahr dauert rund 365,2422 Tage.

Zum Nachschlagen einzelner Formen eignet sich das Wörterverzeichnis des amtlichen Regelwerks. Der Eintrag zu Jahr nennt dort alle zulässigen Varianten samt Paragraf, von das neue Jahr über die Jahrzehnte bis zu jahrein, jahraus. Wer eine Schreibung begründen muss, findet dort die Belegstelle.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


Nach oben scrollen