Blocks, alphabet (51359801586)

das oder dass Arbeitsblätter: Aufbau, Quellen, Lösungen

Kurzantwort: Ein brauchbares Arbeitsblatt zu das und dass enthält vier Teile: die Ersatzprobe als Merkkasten, Einsetzsätze, eine Fehlersuche in einem zusammenhängenden Text und ein Lösungsblatt. Kostenlose Materialien führen die Landesbildungsserver und der Deutsche Bildungsserver. Blätter ohne Lösungen und ohne Erklärung bringen wenig.

Arbeitsblätter zu das und dass gibt es zu Tausenden. Die Qualität schwankt stark.

Viele bestehen nur aus zwanzig Lückensätzen. Damit trainiert man Raten, nicht Unterscheiden.

Unten steht, was ein Blatt leisten muss, wo geprüfte Materialien liegen und wie du in fünf Schritten selbst eins baust, das zu deiner Klasse oder zu deinem Kind passt.

Was ein gutes Arbeitsblatt enthält

Ganz oben gehört ein Merkkasten mit der Ersatzprobe hin: Passt dieses, jenes oder welches, schreibst du das mit einem s. Ohne diesen Kasten arbeiten Kinder nach Gefühl.

Danach folgen Einsetzsätze, sortiert nach Schwierigkeit. Erst Sätze mit klarem Artikel, dann Relativsätze, zuletzt Nebensätze mit der Konjunktion.

Der dritte Teil ist eine Fehlersuche in einem zusammenhängenden Text. Das ist die Situation, in der Schreibende den Fehler wirklich machen, denn im Fließtext gibt es keine Lücke, die auf eine Entscheidung hinweist.

Der vierte Teil ist das Lösungsblatt. Es enthält die Lösung und die Begründung, nicht nur einen Buchstaben. „dass, weil ein Nebensatz folgt“ ist eine Rückmeldung, „dass“ allein nicht.

Sinnvoll ist außerdem eine Zeile für die eigene Fehlernotiz. Wer aufschreibt, an welchem Satztyp er hängen bleibt, sieht sein Muster nach wenigen Blättern.

Wo du geprüfte Materialien findest

Die Landesbildungsserver der Bundesländer sammeln Unterrichtsmaterial, das von Lehrkräften erstellt und redaktionell betreut wird. Der Landesbildungsserver Baden-Württemberg führt Deutsch-Materialien nach Schulart und Klassenstufe.

Der Deutsche Bildungsserver, betrieben vom DIPF, verweist auf Materialsammlungen der Länder und auf Portale für Lehrkräfte. Er ist ein Verzeichnis, kein Materialarchiv – dafür ohne Werbeinteresse.

Schulbuchverlage stellen zu ihren Lehrwerken Zusatzblätter bereit, meist gegen Registrierung. Der Vorteil liegt in der Abstimmung auf den Lehrplan des Landes.

Bei frei zugänglichen Sammlungen im Netz lohnt ein Blick auf zwei Dinge: Steht ein Impressum da, und stimmt die Schreibung? Blätter, in denen noch daß steht, sind älter als die Rechtschreibreform von 1996 und gehören aussortiert.

Aufbau in vier Stufen

Stufe 1 – Erkennen. Sätze sind vorgegeben, die Kinder markieren nur, ob ein Pronomen oder eine Konjunktion vorliegt. Noch nichts schreiben.

Stufe 2 – Einsetzen. Klassische Lückensätze, aber mit Platz für die Probe daneben. „Das Buch, ___ hier liegt“ – daneben notiert das Kind „welches“.

Stufe 3 – Umformen. Zwei Hauptsätze werden zu einem Satzgefüge verbunden: „Er kommt später. Ich weiß es.“ wird zu „Ich weiß, dass er später kommt.“ Damit wird die Funktion der Konjunktion greifbar.

Stufe 4 – Korrigieren. Ein Text mit acht bis zehn eingebauten Fehlern, ohne Markierung der Stellen. Das ist die Übertragung auf das eigene Schreiben.

Eine fünfte Stufe lohnt sich für ältere Lernende: das Diktat aus dem eigenen Text. Das Kind schreibt einen kurzen Text, liest ihn am nächsten Tag laut vor und schreibt ihn nach Diktat noch einmal. Fehler tauchen dann in der Konstruktion auf, die es selbst gewählt hat.

Bei allen Stufen gilt eine Grundregel für die Gestaltung: Pro Zeile eine Aufgabe, genug Platz zum Schreiben und eine Spalte für die Probe. Eng gesetzte Blätter mit dreißig Lücken auf einer Seite werden abgearbeitet, nicht durchdacht.

Differenzierung nach Klassenstufe

In Klasse 3 und 4 reicht die Arbeit mit Signalwörtern und Farben. Ein Blatt für die Grundschule sollte kurze Hauptsätze verwenden und pro Aufgabe nur eine Entscheidung verlangen.

Ab Klasse 5 kommt die Wortartenlehre dazu: Artikel, Demonstrativpronomen, Relativpronomen, Konjunktion. Jetzt sind auch Relativsätze mit Einschub sinnvoll.

Ab Klasse 7 lohnen feste Fügungen wie ohne dass, anstatt dass, als dass sowie die Doppelschreibung sodass beziehungsweise so dass, die das amtliche Regelwerk in § 39 beide zulässt.

Für Deutsch als Zweitsprache gilt eine andere Reihenfolge. Dort steht zuerst die Konjunktion, weil sie in Alltagssätzen ständig gebraucht wird, das Relativpronomen kommt später.

In fünf Schritten selbst erstellen

Erstens: Nimm zwölf bis sechzehn Sätze, nicht dreißig. Kurze Blätter werden zu Ende bearbeitet.

Zweitens: Verwende Sätze aus dem echten Umfeld des Kindes – Schulweg, Hobby, Familie. Fremde Beispielsätze werden schneller abgehakt.

Drittens: Mische die Reihenfolge. Wenn erst zehn Sätze mit das kommen und danach zehn mit dass, wird geraten statt geprüft.

Viertens: Schreib zu jeder Lösung die Begründung auf das Lösungsblatt.

Fünftens: Bau am Ende drei Sätze ein, in denen beide Wörter vorkommen. „Ich weiß, dass das Paket schon da ist“ prüft beide Regeln in einem Zug.

Prüfe dein fertiges Blatt zum Schluss selbst gegen die Ersatzprobe. Bei jedem Satz muss eindeutig sein, welche Lösung stimmt. Sätze mit zwei möglichen Lesarten – „Ich sehe, das kommt“ neben „Ich sehe, dass er kommt“ – gehören in eine gesonderte Aufgabe mit Erklärung, nicht in die Einsetzübung.

Ein häufiger Mangel gekaufter Materialien ist die fehlende Steigerung. Wenn alle Sätze gleich schwer sind, merkt niemand, wo die Lücke sitzt. Sortiere deshalb von der klaren Artikelform bis zur festen Fügung durch.

Häufige Fragen

Ab welcher Klasse sind solche Arbeitsblätter sinnvoll?

Meist ab Klasse 3, systematisch ab Klasse 5. Die Lehrpläne der Länder legen den Zeitpunkt fest.

Wie viele Sätze sollte ein Blatt haben?

Zwölf bis sechzehn. Länger wird selten sorgfältig bearbeitet.

Braucht ein Arbeitsblatt ein Lösungsblatt?

Ja. Ohne sofortige Kontrolle festigen sich falsche Entscheidungen.

Sind kostenlose Blätter aus dem Netz brauchbar?

Manche ja. Prüfe Impressum, Schreibung und ob Lösungen dabei sind.

Was tun, wenn das Kind trotz Übung Fehler macht?

Fehlerarten sortieren. Häufig betrifft es nur einen Satztyp, etwa den Relativsatz, und nicht die ganze Regel.

Gibt es Material für Deutsch als Zweitsprache?

Ja, die Landesbildungsserver führen eigene Rubriken dafür.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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