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Kurzantwort: Übe mit der Ersatzprobe. Kannst du das Wort durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreibst du das mit einem s. Geht das nicht und beginnt danach ein Nebensatz, schreibst du dass. Wirksam wird die Übung durch kurze Einheiten mit sofortiger Lösungskontrolle statt durch lange Diktate.
Beide Wörter klingen gleich. Beim Sprechen merkt niemand einen Unterschied, beim Schreiben jeder.
Der Grund für den Fehler ist grammatisch: das und dass gehören zu verschiedenen Wortarten. Wer diese Unterscheidung einmal begriffen hat, braucht keine Bauchentscheidung mehr.
Hier stehen zwei Proben, zwölf Übungssätze mit Lösungen und ein Übungsplan, der pro Tag zehn Minuten braucht.
Warum sich der Fehler so hartnäckig hält
das ist ein Artikel oder ein Pronomen. Es begleitet ein Nomen im Neutrum („das Auto“) oder steht stellvertretend für eines („Das ist meins“).
dass ist eine Konjunktion. Es verbindet einen Hauptsatz mit einem Nebensatz und übernimmt selbst keine Rolle im Satz.
Die Schreibung mit zwei s folgt § 2 des amtlichen Regelwerks: Folgt auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, wird der Konsonantenbuchstabe verdoppelt. Das Regelwerk nennt „dass (Konjunktion)“ dort ausdrücklich als Beispiel. Bis zur Rechtschreibreform von 1996 stand an dieser Stelle daß.
Probe 1: dieses, jenes, welches
Setze testweise dieses, jenes oder welches ein. Ergibt der Satz weiter Sinn, schreibst du das.
„Das Buch, das ich gerade lese, ist spannend.“ Probe: „… welches ich gerade lese …“ Der Satz steht. Also das.
„Ich weiß, dass du kommst.“ Probe: „Ich weiß, welches du kommst.“ Der Satz kippt. Also dass.
Sprich die Probe beim Üben laut mit. Das Ohr entscheidet hier zuverlässiger als das Auge.
Probe 2: Fehlt etwas, wenn du das Wort streichst?
Die zweite Probe hilft, wenn die erste unklar bleibt. Streiche das fragliche Wort und sieh dir den Rest an.
„Ich hoffe, dass du bald kommst.“ Ohne das Wort bleibt „du bald kommst“ übrig – ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb. Also dass.
„Das Auto, das vor der Tür steht.“ Ohne das Wort bleibt „vor der Tür steht“ übrig. Das Subjekt fehlt, weil das selbst das Subjekt war. Also das.
Zwölf Übungssätze mit Lösungen
Schreib die Sätze ab und setze ein. Kontrolliere erst danach.
- Ich glaube, ___ wir uns verspätet haben.
- ___ Auto, ___ vor der Tür steht, gehört meiner Schwester.
- Es ärgert mich, ___ niemand Bescheid gesagt hat.
- Sie hofft, ___ das Paket morgen ankommt.
- ___ ist genau ___, was ich gesucht habe.
- Ich habe gehört, ___ du umziehst.
- Nimm ___ Buch, ___ oben liegt.
- Er sagte, ___ er kein Geld habe.
- ___, was du erzählst, klingt merkwürdig.
- Wir freuen uns, ___ ihr kommt.
- Ohne ___ er es merkte, wurde es dunkel.
- Das Wetter war zu schlecht, als ___ wir hätten grillen können.
Lösungen: 1 dass – 2 Das, das – 3 dass – 4 dass – 5 Das, das – 6 dass – 7 das, das – 8 dass – 9 Das – 10 dass – 11 dass – 12 dass.
Bei Satz 5 und 9 hilft die Ersatzprobe sofort: „Das ist genau jenes, was ich gesucht habe.“ Bei Satz 11 und 12 steht dass als Teil einer festen Fügung, nämlich ohne dass und als dass.
So übst du wirksam
Nimm dir zehn Minuten am Tag statt einer Stunde am Wochenende. Kurze Einheiten mit Kontrolle bringen dir mehr als lange Sitzungen ohne Rückmeldung.
Arbeite mit eigenen Texten. Nimm eine E-Mail, die du geschrieben hast, und markiere jedes das und jedes dass. Sprich zu jeder Stelle die Ersatzprobe laut aus.
Führe ein Fehlerprotokoll. Notiere jeden Satz, bei dem du danebengelegen hast, und schreib die Probe dazu. Nach zwei Wochen siehst du dein Muster – bei den meisten Schreibenden sind es zwei oder drei wiederkehrende Konstruktionen.
Diktiere dir die Übungssätze in ein Aufnahmegerät und schreibe sie am nächsten Tag mit. Das trainiert genau die Situation, in der der Fehler entsteht: Schreiben nach Gehör.
Lies deine Texte einmal rückwärts durch, Satz für Satz. Ohne den Erzählfluss fällt jedes einzelne das stärker auf.
Wenn du für die Schule übst, nimm die Sätze aus dem eigenen Deutschheft. Fremde Übungssätze treffen selten die Konstruktionen, die dir wirklich Probleme machen.
Fünf Stolperfallen
„das, was“: Hier steht ein Pronomen, danach ein Relativsatz. „Das, was du sagst, stimmt.“ Immer mit einem s.
sodass oder so dass: Beide Schreibungen sind zulässig, das amtliche Regelwerk führt sie in § 39 nebeneinander.
„als dass“: Feste Fügung nach einem Vergleich. „Es ist zu spät, als dass wir noch losfahren könnten.“
Komma ist kein Signal: Nach einem Komma kann beides folgen. „Ich nehme den Schirm, das reicht“ und „Ich sehe, dass es regnet“ stehen gleich gebaut da.
Relativsatz im Neutrum: Bezieht sich das Wort auf ein Nomen wie Kind, Haus oder Buch, ist es ein Relativpronomen und bekommt ein s.
Häufige Fragen
Wie merke ich mir den Unterschied am schnellsten?
Mit der Ersatzprobe. Passt dieses, jenes oder welches, schreibst du das.
Warum schreibt man dass heute mit zwei s?
Weil der Vokal kurz und betont ist. Nach kurzem Vokal steht ss, nach langem Vokal oder Diphthong ß.
Gibt es Sätze, in denen beides möglich ist?
Ja, in seltenen Fällen mit unterschiedlicher Bedeutung: „Ich weiß, das kommt“ meint etwas anderes als „Ich weiß, dass er kommt“.
Hilft ein Merkreim?
Reime ersetzen die Probe nicht. Sie helfen nur, sich an die Probe zu erinnern.
Wie lange dauert es, bis es sitzt?
Das hängt vom Ausgangsstand ab. Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht, deshalb nennen wir keine.
Wo finde ich die amtliche Regel?
Im Amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, verbindlich seit dem 1. Juli 2024.
Quellen
- Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung 2024 (PDF)
- Duden: das oder dass?
- grammis – Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: Rechtschreibung
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Kommasetzung üben: Übungssätze mit Lösung und Regel
- Das und dass unterscheiden: drei Proben, die helfen
- Unterschied das und dass: Wortart, Proben, Beispiele
Geschrieben von Clara, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.






