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Kurzantwort: Es heißt der Prospekt, im Plural die Prospekte. In Österreich ist auch „das Prospekt“ üblich.
Der Prospekt lag im Briefkasten.
Warum der Prospekt?
Aus dem lateinischen prospectus für Aussicht. Lateinische Wörter auf -us werden im Deutschen meist männlich.
Die Beugung
- Nominativ: der Prospekt
- Genitiv: des Prospekts
- Dativ: dem Prospekt
- Akkusativ: den Prospekt
- Plural: die Prospekte
Die Nebenform
Neben der Prospekt ist auch das Prospekt gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.
Der häufige Fehler
Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.
Ein Wort, mehrere Bedeutungen
Der Prospekt bezeichnet meist das Werbeheft und geht auf das lateinische prospectus für Aussicht zurück. Im Theater heißt die gemalte Rückwand einer Bühne ebenfalls Prospekt. Auch die sichtbare Pfeifenfront einer Orgel trägt diesen Namen.
Für alle Bedeutungen gilt derselbe Artikel: der Prospekt. Der Duden nennt das Prospekt als österreichische Nebenform, unabhängig von der Bedeutung. In Deutschland und der Schweiz sagt man der Prospekt.
Beugung und Plural
Der Genitiv Singular lautet des Prospekts oder des Prospektes, der Plural die Prospekte. Im Dativ Plural wird ein n angehängt: den Prospekten. Diese Endung wird häufig vergessen.
Für die Bühnen- und die Orgelbedeutung gilt dieselbe Beugung, der Plural lautet ebenfalls die Prospekte. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
In Zusammensetzungen bestimmt das letzte Wort das Genus: die Prospektverteilung, der Prospektständer, das Prospektmaterial. Der Streitfall betrifft nur das Grundwort. Diese Regel gilt ausnahmslos.
Was in einem Werbeprospekt stehen muss
Preisangaben müssen den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer nennen, bei bestimmten Waren zusätzlich den Grundpreis je Kilogramm oder Liter. Diese Pflicht ergibt sich aus der Preisangabenverordnung. Sie soll Vergleiche ermöglichen.
Bei Werbung mit Preissenkungen ist seit einer Rechtsänderung der niedrigste Preis der letzten dreißig Tage anzugeben. Damit sollen künstlich erhöhte Streichpreise verhindert werden. Verstöße können abgemahnt werden.
Auch Angaben zu Verfügbarkeit und Aktionszeitraum sind rechtlich relevant. Wird mit Waren geworben, die nicht in ausreichender Menge vorrätig sind, kann das irreführend sein. Übliche Hinweise auf begrenzte Stückzahlen müssen klar sein.
Werbung im Briefkasten
Ein Aufkleber gegen Werbung am Briefkasten ist rechtlich wirksam: Wer trotzdem einwirft, verstößt gegen das Eigentumsrecht. Betroffene können Unterlassung verlangen. Gerichte haben das mehrfach bestätigt.
Unterschieden wird zwischen unadressierter Werbung und adressierten Sendungen. Ein Aufkleber gegen Werbung erfasst adressierte Post nicht. Dafür ist ein Widerspruch gegen die Datennutzung nötig.
Kostenlose Wochenblätter mit redaktionellem Teil gelten teilweise nicht als reine Werbung. Wer auch diese nicht will, muss das ausdrücklich vermerken. Ein entsprechender Zusatz auf dem Aufkleber genügt.
Papier, Kosten und Umwelt
Werbeprospekte machen einen erheblichen Teil des Papierverbrauchs in Deutschland aus. Mehrere große Handelsketten haben den gedruckten Prospekt in den vergangenen Jahren eingestellt oder reduziert. Begründet wurde das mit Kosten und Umweltwirkung.
Digitale Prospekte werden über Apps und Webseiten verteilt und lassen sich nach Filialen filtern. Für Händler sind sie günstiger und besser auswertbar. Für Nutzer entfällt der Papierstapel.
Kritisch gesehen wird, dass digitale Angebote Nutzungsdaten erheben. Wer das vermeiden will, achtet auf Datenschutzeinstellungen. Auch hier gilt die Einwilligungspflicht für Tracking.
Wie man den Fall im Kopf behält
Als Merkhilfe eignet sich: Der Prospekt kommt vom lateinischen prospectus, und Wörter auf -us werden im Deutschen meist männlich. Wer in Österreich „das Prospekt“ hört, hört die regionale Nebenform.
Wer die Bedeutung klarstellen will, kann das Wort ersetzen: Werbeheft oder Bühnenbild. Passt eines davon, ist die Bedeutung eindeutig.
In Texten sollte die gemeinte Bedeutung ohnehin aus dem Zusammenhang hervorgehen. Wo das nicht der Fall ist, hilft ein präziseres Wort. Das ist meist die bessere Lösung.
Prospekte gestalten
Ein wirksamer Prospekt folgt einer klaren Struktur: auffälliges Titelblatt, gegliederte Angebote, gut lesbare Preise und ein eindeutiger Gültigkeitszeitraum. Die Schriftgröße sollte auch für ältere Leser ausreichen. Zu volle Seiten senken die Wirkung.
Bilder müssen das tatsächliche Produkt zeigen, sonst droht der Vorwurf der Irreführung. Symbolbilder sind zu kennzeichnen. Diese Anforderung wird häufig übersehen.
Papierformat und Umfang bestimmen Druck- und Verteilkosten erheblich. Kleinere Formate sind günstiger und werden häufiger mitgenommen. Diese Rechnung gehört in die Planung.
Digitale Prospekte auswerten
Digitale Ausgaben erlauben Auswertungen zu Aufrufen, Verweildauer und angeklickten Seiten. Für Händler ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber Papier. Datenschutzrechtlich ist eine Einwilligung nötig, sofern getrackt wird.
Nutzer können die Datenerhebung über Browsereinstellungen und Einwilligungsdialoge begrenzen. Anbieter müssen eine einfache Ablehnung ermöglichen. Diese Vorgabe wird zunehmend durchgesetzt.
Was ein Prospekt im Finanzrecht ist
Im Kapitalmarktrecht bezeichnet der Prospekt ein umfangreiches Dokument, das vor dem öffentlichen Angebot von Wertpapieren veröffentlicht werden muss. Er enthält Angaben zu Emittent, Risiken und Bedingungen und wird von der Aufsicht gebilligt. Auch hier ist das Genus maskulin.
Anleger können sich bei fehlerhaften Angaben auf Prospekthaftung berufen. Diese Ansprüche sind gesetzlich geregelt und fristgebunden. Sie sind ein wichtiges Instrument des Anlegerschutzes.
Wo Werbung gedruckt wird, taucht die Artikelfrage oft auf, die der Beitrag zum Banner für das digitale Werbemittel beantwortet.
Neben dem Prospekt im Briefkasten liegt oft ein Zettel, dessen Artikel und Plural ein eigener Beitrag mit Beipackzettel und Wendungen erklärt.
Ein weiteres Wort mit schwankendem Artikel stammt aus dem Englischen, wann es der oder das Event heißt, steht in einem eigenen Beitrag.
Häufige Fragen
Heißt es der Prospekt?
Ja. In Deutschland ist der Prospekt üblich. In Österreich sagt man häufig das Prospekt — beides steht im Wörterbuch.
Wie lautet der Plural?
die Prospekte
Wie lautet der Genitiv?
des Prospekts
Woran erkennt man das Geschlecht?
An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.
Heißt es der oder das Prospekt?
Der Prospekt, in jeder Bedeutung. Das Prospekt ist nur in Österreich als Nebenform üblich.
Was muss im Werbeprospekt stehen?
Gesamtpreis und bei vielen Waren der Grundpreis.
Wirkt ein Werbeaufkleber am Briefkasten?
Ja, für unadressierte Werbung.
Heißt es der, die oder das Klientel?
Es heißt die Klientel. Das Wort ist weiblich und bezeichnet die Gesamtheit der Klientinnen und Klienten. Der Plural lautet die Klientelen.
Quellen
Geschrieben von Nico Thalmann fuer grammatikguru.de. Strittige Faelle werden als strittig gekennzeichnet.

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.





