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Kurz gesagt: Italienische Verben gehören zu drei Gruppen: -are, -ere und -ire. Man streicht die Endung und hängt die Personalendung an. Wie im Spanischen zeigt die Endung die Person an, das Pronomen kann entfallen.
parlo heißt bereits „ich spreche“. Io steht nur zur Betonung.
Die drei Gruppen im Presente
-are (parlare – sprechen): parlo · parli · parla · parliamo · parlate · parlano
-ere (credere – glauben): credo · credi · crede · crediamo · credete · credono
-ire (dormire – schlafen): dormo · dormi · dorme · dormiamo · dormite · dormono
Die erste Person Plural endet in allen drei Gruppen auf -iamo.
Die -isc-Verben
Ein Teil der -ire-Verben schiebt -isc- ein:
capire (verstehen): capisco · capisci · capisce · capiamo · capite · capiscono
Die erste und zweite Person Plural bleiben ohne Einschub. Dazu gehören auch finire, preferire, pulire.
Essere und avere
essere (sein): sono · sei · è · siamo · siete · sono
avere (haben): ho · hai · ha · abbiamo · avete · hanno
Das h in ho, hai, ha, hanno wird nicht gesprochen. Es unterscheidet die Formen nur in der Schrift von o, ai, a, anno.
Die wichtigsten Zeiten
Passato prossimo. Die übliche Vergangenheit, mit avere oder essere plus Partizip: ho parlato, sono andato.
Imperfetto. Zustände und Gewohnheiten: parlavo, credevo, dormivo.
Futuro semplice. parlerò, crederò, dormirò.
Avere oder essere
Die meisten Verben nehmen avere. Mit essere stehen Bewegungs- und Zustandsverben wie andare, venire, restare, nascere, morire sowie die reflexiven Verben.
Bei essere richtet sich das Partizip nach dem Subjekt: lei è andata.
Die Vergangenheitszeiten
Das Passato prossimo entspricht dem deutschen Perfekt und wird mit avere oder essere plus Partizip gebildet. Es beschreibt abgeschlossene Handlungen und ist in der gesprochenen Sprache die wichtigste Vergangenheitsform. Im Norden Italiens verdrängt es das Passato remoto fast vollständig.
Das Imperfetto beschreibt Zustände, Gewohnheiten und Hintergründe: andavo, avevo, ero. Es wird bei allen Verben regelmäßig gebildet, mit wenigen Ausnahmen wie essere. Deshalb ist es leichter zu lernen als das Passato prossimo.
Das Passato remoto ist eine eigene, im Süden noch gesprochene Vergangenheitsform, die im Norden vor allem in Literatur vorkommt. Für Lernende ist es zunächst verzichtbar. Erkennen sollte man es dennoch.
Wann essere und wann avere
Bewegungsverben, Zustandsveränderungen und reflexive Verben bilden das Passato prossimo mit essere. Bei essere wird das Partizip in Geschlecht und Zahl angeglichen: è andata, sono andati. Diese Angleichung ist verpflichtend.
Bei avere bleibt das Partizip unverändert, außer wenn ein vorangestelltes direktes Objektpronomen steht. Dann wird ebenfalls angeglichen. Diese Ausnahme ist eine der häufigsten Fehlerquellen.
Einige Verben können beide Hilfsverben nehmen, je nachdem ob ein Objekt folgt. Ho cambiato casa gegenüber sono cambiato. Die Bedeutung verschiebt sich dabei leicht.
Die Zukunft und der Conditionale
Das Futuro semplice wird mit festen Endungen an den Infinitivstamm gebildet, wobei bei -are-Verben das a zu e wird. Es beschreibt Zukünftiges und häufig auch Vermutungen: sarà a casa für er wird wohl zu Hause sein. Diese zweite Verwendung ist im Alltag sehr verbreitet.
Der Condizionale wird aus demselben Stamm mit anderen Endungen gebildet und drückt Höflichkeit, Wünsche und Irreales aus. Vorrei un caffè ist die übliche höfliche Bestellung. Wer nur eine Form lernt, sollte diese wählen.
Unregelmäßige Stämme betreffen bei beiden Zeiten dieselben Verben, etwa andare, avere, essere, fare und potere. Wer die Stämme einmal lernt, beherrscht beide Zeiten gleichzeitig. Das halbiert den Aufwand.
Der Congiuntivo
Der Congiuntivo steht nach Ausdrücken der Meinung, des Wunsches, des Zweifels und der Gefühlsäußerung, eingeleitet durch che. Penso che sia vero ist der Musterfall. Im Deutschen gibt es dafür keine Entsprechung.
Er gilt als schwierig, ist aber in der Alltagssprache häufig und wird in gesprochenem Italienisch teils durch den Indikativ ersetzt. In geschriebenen Texten ist er verpflichtend. Wer korrekt schreiben will, kommt nicht daran vorbei.
Gebildet wird er im Presente aus dem Stamm der ersten Person Singular. Die Endungen sind in den ersten drei Personen identisch, weshalb das Pronomen oft gesetzt wird. Diese Besonderheit unterscheidet ihn vom Indikativ.
Pronomen und Verbstellung
Unbetonte Pronomen stehen vor dem konjugierten Verb: lo vedo, mi piace. Beim Infinitiv, Gerundio und bejahten Imperativ werden sie dagegen angehängt. Diese Verschiebung ist fest geregelt.
Bei zusammengesetzten Pronomen ändern sich die Formen: aus mi lo wird me lo. Solche Verbindungen kommen sehr häufig vor. Sie müssen als Einheit gelernt werden.
Das Subjektpronomen wird meist weggelassen, weil die Endung die Person anzeigt. Gesetzt wird es zur Betonung oder bei Missverständnisgefahr. Das gilt für alle Zeiten.
Wie man effizient lernt
Sinnvoll ist, mit dem Presente der drei Gruppen zu beginnen und essere, avere, andare und fare sofort dazuzunehmen. Diese vier Verben decken einen großen Teil der Alltagssprache ab. Danach folgt das Passato prossimo.
Das Imperfetto lässt sich anschließend schnell ergänzen, weil es fast durchgehend regelmäßig ist. Futuro und Condizionale teilen sich die Stämme und können gemeinsam gelernt werden. Der Congiuntivo kommt zuletzt.
Zehn Minuten täglich sind wirksamer als eine lange Einheit pro Woche. Wer die Formen laut spricht, prägt sie sich zusätzlich über den Klang ein. Für die Aussprache ist das ohnehin nötig.
Häufige Fragen
Muss man das Pronomen setzen?
Nein, nur zur Betonung.
Woran erkennt man die -isc-Verben?
Nicht an der Form – man lernt sie mit dem Wort.
Was ist der Unterschied zu Spanisch?
Die Systeme ähneln sich stark. Größter Unterschied: Italienisch nutzt das Passato prossimo dort, wo Spanisch das Indefinido setzt.
Welche Verben nehmen essere?
Bewegungs- und Zustandsverben sowie reflexive.
Wird das Partizip angeglichen?
Bei essere immer, bei avere nur in Sonderfällen.
Wann braucht man den Congiuntivo?
Nach Meinung, Wunsch und Zweifel mit che.
Quellen
Von Nico Thalmann, Redaktion grammatikguru.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.





