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Kurz gesagt: ir heißt „gehen, fahren“ und ist völlig unregelmäßig. Präsens: voy, vas, va, vamos, vais, van. Die Formen haben mit dem Infinitiv nichts mehr gemeinsam – sie müssen auswendig gelernt werden.
Ir ist eines der drei Verben, an denen im Spanischen kein Weg vorbeiführt.
Presente
yo voy · tú vas · él/ella va · nosotros vamos · vosotros vais · ellos van
Voy al cine. – Ich gehe ins Kino.
Pretérito indefinido
fui · fuiste · fue · fuimos · fuisteis · fueron
Diese Formen sind identisch mit denen von ser (sein). Welches Verb gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang: Fui a Madrid – ich fuhr nach Madrid. Fui profesor – ich war Lehrer.
Imperfecto
iba · ibas · iba · íbamos · ibais · iban
Eines von nur drei Verben mit unregelmäßigem Imperfecto – die anderen sind ser und ver.
Futuro
iré · irás · irá · iremos · iréis · irán
Hier ist die Bildung regelmäßig: Endungen an den Infinitiv.
Die Konstruktion „ir a“
Für die nahe Zukunft nutzt man ir a plus Infinitiv – vergleichbar mit dem englischen going to:
Voy a comer. – Ich werde essen / Ich gehe essen.
Vamos a ver. – Wir werden sehen.
Im Alltag ist diese Form deutlich häufiger als das Futuro.
Imperativ
ve (tú) · vaya (usted) · vamos (nosotros) · id (vosotros) · vayan (ustedes)
¡Vamos! – Los!
Subjuntivo
vaya · vayas · vaya · vayamos · vayáis · vayan
Espero que vayas. – Ich hoffe, dass du gehst.
Warum ir so unregelmäßig ist
Die Formen von ir stammen aus drei verschiedenen lateinischen Verben, die im Lauf der Sprachgeschichte zusammengeflossen sind. Daraus erklärt sich, warum Presente, Indefinido und Imperfecto völlig unterschiedliche Stämme haben. Solche Verben nennt man suppletiv.
Dasselbe Phänomen gibt es im Deutschen bei sein, das ebenfalls aus mehreren Wurzeln gebildet ist. Auch das englische go mit der Vergangenheitsform went gehört dazu. Es betrifft in allen Sprachen die häufigsten Verben.
Für Lernende bedeutet das: Diese Formen lassen sich nicht ableiten, sondern müssen auswendig gelernt werden. Der Aufwand lohnt, weil das Verb ständig vorkommt. Ohne ir ist kaum ein Gespräch möglich.
Die Formen im Indefinido
Im Indefinido lauten die Formen fui, fuiste, fue, fuimos, fuisteis, fueron. Sie sind identisch mit denen von ser, was Lernende regelmäßig verwirrt. Welches Verb gemeint ist, ergibt sich allein aus dem Zusammenhang.
In der Praxis ist die Unterscheidung selten ein Problem, weil ir meist mit einer Ortsangabe steht: fui a Madrid gegenüber fui profesor. Die Präposition a ist der entscheidende Hinweis. Sie fehlt bei ser.
Diese Formengleichheit ist ein Erbe der lateinischen Entwicklung. Sie tritt in mehreren romanischen Sprachen auf. Erklärt werden muss sie nicht, gelernt schon.
Die Zukunft mit ir a
Die Konstruktion aus konjugiertem ir, der Präposition a und einem Infinitiv drückt eine nahe oder geplante Zukunft aus: voy a estudiar. Sie ist im gesprochenen Spanisch deutlich häufiger als das einfache Futur. Für Lernende ist sie deshalb wichtiger.
Das einfache Futur wird eher für Vermutungen und weiter entfernte Ereignisse verwendet. Diese Aufteilung ähnelt der englischen Unterscheidung. Beide Formen sind korrekt.
Wer die Konstruktion beherrscht, kann über Zukünftiges sprechen, ohne eine weitere Zeitform zu lernen. Das ist ein großer Vorteil am Anfang. Das Futur kann später folgen.
Ir mit Präpositionen
Vor Ortsangaben steht immer a: ir a casa, ir al cine. Die Verschmelzung von a und el zu al ist verpflichtend. Diese Regel gilt ausnahmslos.
Mit en wird das Verkehrsmittel angegeben: ir en tren, ir en coche. Eine Ausnahme ist ir a pie für zu Fuß gehen. Diese Wendung muss gesondert gelernt werden.
Mit de bezeichnet man die Herkunft der Bewegung oder die Art: ir de compras für einkaufen gehen, ir de vacaciones für in Urlaub fahren. Solche Wendungen sind sehr häufig. Sie lassen sich nicht wörtlich übersetzen.
Irse und andere Formen
Die reflexive Form irse bedeutet weggehen und betont das Verlassen eines Ortes: me voy heißt ich gehe jetzt. Der Unterschied zu voy liegt im Fokus. Im Alltag wird irse sehr häufig verwendet.
Das Gerundio lautet yendo und ist ebenfalls unregelmäßig. Zusammen mit estar bildet es die Verlaufsform, die bei diesem Verb allerdings selten gebraucht wird. Üblicher ist die einfache Form.
Der Imperativ lautet in der zweiten Person Singular ve, was mit einer Form von ver zusammenfällt. Auch hier entscheidet der Zusammenhang. Solche Überschneidungen sind bei häufigen Verben normal.
Wie man die Formen einübt
Am besten lernt man die Formen in kurzen Sätzen aus dem Alltag statt in Tabellen: voy al trabajo, vamos a comer, fui al médico. Der Satz liefert einen Kontext, an dem die Form hängt. Das prägt sich deutlich besser ein.
Sinnvoll ist außerdem, jeweils eine Zeit vollständig zu beherrschen, bevor die nächste dazukommt. Presente und die Konstruktion mit a reichen für die ersten Wochen. Danach folgt das Indefinido.
Zehn Minuten täglich bringen mehr als eine lange Einheit pro Woche. Wiederholung in kurzen Abständen ist gut untersucht. Für unregelmäßige Verben gilt das besonders.
Häufige Fragen
Warum sind ir und ser im Indefinido gleich?
Historisch sind die Formen aus verschiedenen lateinischen Verben zusammengefallen. Der Zusammenhang klärt die Bedeutung.
Wann nimmt man „ir a“ statt Futuro?
Für Vorhaben und nahe Zukunft. Das Futuro klingt förmlicher oder drückt Vermutungen aus.
Heißt es „ir en coche“ oder „ir con coche“?
Ir en coche – mit dem Verkehrsmittel steht en. Ausnahme: ir a pie, zu Fuß.
Warum sind die Formen so unterschiedlich?
Sie stammen aus mehreren lateinischen Verben.
Wie drückt man die nahe Zukunft aus?
Mit ir a und Infinitiv.
Was bedeutet irse?
Weggehen, mit Betonung auf dem Verlassen.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





