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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
„Viele“ schreibt man klein. Das gilt auch dann, wenn ein Artikel davorsteht: die vielen, das viele, vieles. Grund ist eine Sonderregel für die Wörter viel, wenig, ein und andere. Nur am Satzanfang wird „Viele“ großgeschrieben. Wer den Charakter als Nomen betonen will, darf in seltenen Fällen auch „die Vielen“ schreiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundregel: viele, vieles, die vielen immer klein
- Auch mit Artikel bleibt es klein: das viele Geld, die vielen
- Groß nur am Satzanfang oder zur Betonung
- Achtung: „um ein Vielfaches“ schreibt man groß
Viele groß oder klein: die Grundregel
Normalerweise gilt im Deutschen: Steht ein Artikel vor einem Adjektiv, wird es zum Nomen und großgeschrieben. Man schreibt also „das Schöne“ oder „das Wichtigste“. Für „viel“ gilt eine Ausnahme. Die amtliche Rechtschreibung zählt es mit „wenig“, „ein“ und „andere“ zu den unbestimmten Zahladjektiven. Diese Wörter bleiben nach Paragraf 58 der amtlichen Regeln klein, obwohl sie formal wie Nomen aussehen.
Das Institut für Deutsche Sprache nennt dazu ein Beispiel: „Das haben schon viele erlebt. Nach dem Brand war nur noch weniges zu gebrauchen.“ Beide Wörter stehen hier wie Nomen. Trotzdem schreibt man sie klein.
Kurzantwort: „Viele“ wird kleingeschrieben, auch in „die vielen“ oder „vieles“. Groß schreibt man es nur am Satzanfang.
Beispiele: So schreibt man „viele“ richtig
Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Fälle. Alle Formen von „viel“ bleiben klein, auch in der Steigerung.
| Beispiel | Schreibung | Warum |
|---|---|---|
| Viele Menschen kamen. | groß | Satzanfang |
| Es kamen viele Menschen. | klein | Begleiter eines Nomens |
| Es kamen viele. | klein | Zahladjektiv, Sonderregel |
| Die vielen standen vor der Tür. | klein | trotz Artikel klein |
| Er weiß vieles. | klein | Zahladjektiv |
| Das ist um vieles besser. | klein | Zahladjektiv |
| Die meisten waren müde. | klein | Steigerungsform von viel |
| Der Preis stieg um ein Vielfaches. | groß | echtes Nomen „das Vielfache“ |
Die Steigerung folgt derselben Regel. „Mehr“ und „die meisten“ bleiben klein. Mehr dazu steht im Beitrag „das meiste“ groß oder klein.
Wann „die Vielen“ großgeschrieben werden darf
Die Regel hat eine Hintertür. Wer das Nomenhafte betonen will, darf die Wörter großschreiben. Der Duden nennt als Beispiel ein Zitat nach Aristoteles: „das Wenige an dem Vielen und das Kleine an dem Großen“. Hier geht es um das Viele als Begriff. Das Institut für Deutsche Sprache führt ähnliche Sätze an: „Die Einen sagen dies, die Anderen das.“
Solche Fälle kommen vor allem in Philosophie, Politik und Literatur vor. Ein Beispiel ist „die Vielen“ im Sinn von „die breite Masse“. Im Alltag reicht die Kleinschreibung fast immer. Sie ist nie falsch.
Kurzantwort: „Die Vielen“ großzuschreiben ist erlaubt, wenn der Begriff betont werden soll. Die Kleinschreibung ist aber immer richtig.
Die verwandten Wörter: wenig, ein, andere
Dieselbe Regel gilt für drei weitere Wörter. Wer sie kennt, vermeidet gleich mehrere Fehler.
- wenig: Nur wenige wussten davon. Das wenige, das blieb, reichte.
- ein: Die einen lachten, die anderen weinten.
- andere: Das hat ein anderer gemacht.
- viel: Vieles spricht dafür.
Ein typischer Stolperstein ist die Wendung „der eine oder andere“. Auch sie bleibt in der Regel klein. Der Beitrag zu „der eine oder andere“ erklärt die Details.
Noch strenger ist die Regel bei „all“. Laut Duden schreibt man alle Formen immer klein, etwa in „eine Hoffnung für alle und jeden“. Eine Ausnahme zur Betonung gibt es hier nicht. Nur die feste Wendung „mein Ein und Alles“ steht groß.
Viel Spaß, vielen Dank, viele Grüße
Viele Fehler passieren in festen Formeln. Hier entscheidet allein die Stellung im Satz.
- Am Satzanfang groß: „Vielen Dank für die Hilfe.“ „Viel Spaß im Urlaub!“
- Im Satz klein: „Ich sage vielen Dank.“ „Wir wünschen viel Spaß.“
- Als Gruß am Briefende groß: „Viele Grüße, Anna“. Der Gruß steht wie ein neuer Satz.
Ob „nochmals“ oder „nochmal“ nach dem Dank richtig ist, klärt der Beitrag „vielen Dank nochmals oder nochmal“.
Abgrenzung zu echten Nomen
Einige Wörter enthalten „viel“ und sind echte Nomen. Diese schreibt man immer groß:
- die Vielfalt
- die Vielzahl
- das Vielfache, zum Beispiel „um ein Vielfaches“
- der Vielfraß
Der Test ist einfach. Lässt sich das Wort durch „viele“ oder „vieles“ ersetzen, bleibt es klein. Handelt es sich um ein eigenes Nomen mit fester Bedeutung, wird es großgeschrieben. Anders funktionieren gewöhnliche Adjektive wie in „das Wichtigste“. Sie werden mit Artikel großgeschrieben.
Kleine Übung mit Lösung
Die folgenden Sätze zeigen typische Zweifelsfälle. Die richtige Schreibung steht jeweils dahinter.
- Das haben schon (viele/Viele) versucht. Lösung: viele, denn das Wort steht mitten im Satz.
- (viele/Viele) Leute mögen Regen nicht. Lösung: Viele, wegen des Satzanfangs.
- Sie dankte den (vielen/Vielen) Helfern. Lösung: vielen, denn es begleitet das Nomen „Helfern“.
- Von dem (vielen/Vielen) Geld blieb nichts. Lösung: vielen, auch hier folgt ein Nomen.
- Das Ergebnis war um ein (vielfaches/Vielfaches) besser. Lösung: Vielfaches, ein echtes Nomen.
- Nur die (wenigsten/Wenigsten) kannten die Regel. Lösung: wenigsten, dieselbe Sonderregel wie bei „viel“.
Wer unsicher ist, fährt mit der Kleinschreibung fast immer richtig. Sie gilt bei „viel“ als Normalfall.
FAQ – Häufige Fragen
Schreibt man „viele“ groß oder klein?
Klein. Nur am Satzanfang wird „Viele“ großgeschrieben.
Schreibt man „die vielen“ groß?
In der Regel nicht. Trotz Artikel bleibt „die vielen“ klein. Zur Betonung ist „die Vielen“ erlaubt.
Wird „vieles“ großgeschrieben?
Nein. „Vieles“ bleibt klein: „Er weiß vieles.“ Nur am Satzanfang steht es groß.
Wie schreibt man „vielen Dank“?
Am Satzanfang groß, mitten im Satz klein: „Ich sage vielen Dank.“
Wie schreibt man „viel Spaß“?
„Spaß“ ist immer groß. „Viel“ ist klein, außer am Satzanfang.
Ist „um ein Vielfaches“ groß oder klein?
Groß. „Das Vielfache“ ist ein echtes Nomen.
Schreibt man „die meisten“ groß?
Nein. „Die meisten“ ist die Steigerung von „viel“ und bleibt klein.
Gilt die Regel auch für „wenige“?
Ja. „Wenige“, „das wenige“ und „die wenigsten“ bleiben klein.
Warum ist „viel“ eine Ausnahme?
Es gehört zu den unbestimmten Zahladjektiven. Für sie legt Paragraf 58 der amtlichen Regeln die Kleinschreibung fest.
Wie schreibt man „viele Grüße“?
Als Grußformel am Briefende groß: „Viele Grüße“. Im Satz klein: „Sie sendet viele Grüße.“
Quellen
- Duden: Groß- oder Kleinschreibung von „ein“, „andere“, „viel“, „wenig“
- Grammis (IDS Mannheim): Substantivierungen

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.





