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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Bei der Staatsangehörigkeit wird „deutsch“ kleingeschrieben. Korrekt ist also „Staatsangehörigkeit: deutsch“ und „die deutsche Staatsangehörigkeit“. Das Wort ist hier ein Adjektiv und beschreibt die Staatsangehörigkeit näher. Der Duden führt als Beispiel ausdrücklich den Satz „seine Staatsangehörigkeit ist deutsch“.
Das Wichtigste in Kürze
- „deutsch“ bei der Staatsangehörigkeit ist ein Adjektiv.
- Adjektive schreibt man im Deutschen klein.
- Das gilt vor und nach dem Wort Staatsangehörigkeit.
- Groß wird es erst als Nomen oder Name.
Die Regel: Staatsangehörigkeit deutsch klein schreiben
Die Frage taucht vor allem beim Lebenslauf und bei Formularen auf. Die Antwort ist eindeutig. „Deutsch“ beschreibt eine Eigenschaft der Staatsangehörigkeit. Es beantwortet die Frage: Welche Staatsangehörigkeit? Wörter mit dieser Aufgabe sind Adjektive. Adjektive werden im Deutschen kleingeschrieben, solange sie nicht als Nomen gebraucht werden.
Dabei spielt die Stellung keine Rolle. Ob „deutsch“ vor dem Nomen steht oder nach einem Doppelpunkt, es bleibt ein Adjektiv. Auch am Satzende ändert sich nichts. Der Satz „Meine Staatsangehörigkeit ist deutsch“ folgt derselben Regel wie „die deutsche Staatsangehörigkeit“.
Kurzantwort: Richtig ist „Staatsangehörigkeit: deutsch“ mit kleinem d. Das Wort ist ein Adjektiv und bleibt auch nach dem Doppelpunkt klein.
Beispiele: richtig und falsch
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| Staatsangehörigkeit: deutsch | Staatsangehörigkeit: Deutsch |
| Sie hat die deutsche Staatsangehörigkeit. | Sie hat die Deutsche Staatsangehörigkeit. |
| Seine Staatsangehörigkeit ist deutsch. | Seine Staatsangehörigkeit ist Deutsch. |
| Nationalität: deutsch | Nationalität: Deutsch |
| Staatsangehörigkeit: deutsch, österreichisch | Staatsangehörigkeit: Deutsch, Österreichisch |
Auch der Duden zeigt beim Stichwort Staatsangehörigkeit nur kleine Formen: „die schwedische Staatsangehörigkeit annehmen“ oder „sich um die deutsche Staatsangehörigkeit bemühen“.
Im Lebenslauf und in Formularen
Im tabellarischen Lebenslauf steht die Angabe meist bei den persönlichen Daten. Die übliche Form lautet:
- Geburtsdatum: 12. März 1998
- Geburtsort: Hamburg
- Staatsangehörigkeit: deutsch
Der Doppelpunkt macht aus „deutsch“ kein Nomen. Er leitet nur die Angabe ein. Viele schreiben hier trotzdem groß, weil nach einem Doppelpunkt oft ein ganzer Satz beginnt. Ein ganzer Satz steht hier aber nicht. Deshalb gilt die Faustregel: Nach dem Doppelpunkt nur dann groß, wenn ein vollständiger Satz oder ein Nomen folgt.
Im Personalausweis erscheint die Angabe in Großbuchstaben, etwa „DEUTSCH“. Das ist eine Frage der Gestaltung. Für normale Texte und Formulare ändert das an der Regel nichts.
Wann „Deutsch“ großgeschrieben wird
Großschreibung ist richtig, wenn „deutsch“ als Nomen gebraucht wird oder Teil eines Namens ist. Die wichtigsten Fälle:
- Die Sprache als Nomen: „Sie spricht fließend Deutsch.“ „Das Buch ist auf Deutsch erschienen.“
- Das Schulfach: „In Deutsch hat er eine Zwei.“
- Personen: „Er ist Deutscher.“ „Sie ist Deutsche.“
- Substantivierung mit Artikel: „das Deutsche“, „im Deutschen“.
- Namen: „Deutsche Bahn“, „Deutscher Bundestag“, „Bundesrepublik Deutschland“.
Knifflig wird es bei der Sprache. Hier hilft eine Frage: Wie spricht jemand oder was spricht jemand? Mehr dazu erklären die Beiträge Ich spreche Deutsch: groß oder klein? und Im Deutschen: groß oder klein?.
Kurzantwort: Groß wird „Deutsch“ nur als Nomen, etwa für die Sprache („auf Deutsch“), für Personen („Deutsche“) oder in Namen wie „Deutsche Bahn“.
Andere Staatsangehörigkeiten
Die Regel gilt für alle Länder. Ob österreichisch, schweizerisch, türkisch, polnisch oder italienisch: Nach dem Wort Staatsangehörigkeit steht das Adjektiv klein. Bei doppelter Staatsangehörigkeit werden beide Adjektive mit Komma oder „und“ verbunden, etwa „Staatsangehörigkeit: deutsch und italienisch“.
Bei manchen Ländern ist das Adjektiv ungewohnt. Für die Schweiz ist „schweizerisch“ die Standardform. Für die USA schreibt man „US-amerikanisch“, weil „amerikanisch“ den ganzen Doppelkontinent meinen kann. Für das Vereinigte Königreich passt „britisch“.
Eine einfache Merkhilfe
Ein kurzer Test hilft in Zweifelsfällen. Lässt sich ein Artikel wie „das“ oder „die“ direkt davorsetzen, ohne dass ein weiteres Nomen folgt, ist das Wort ein Nomen. Dann schreibt man groß. Lässt sich dagegen „wie?“ oder „welche?“ fragen und die Antwort beschreibt etwas, ist es ein Adjektiv. Bei „Staatsangehörigkeit: deutsch“ lautet die Frage „Welche Staatsangehörigkeit?“. Die Antwort beschreibt die Staatsangehörigkeit. Also klein.
Typische Fehler bei der Angabe
Drei Fehler tauchen in Bewerbungen und Formularen besonders oft auf. Der erste ist das große D nach dem Doppelpunkt. Der zweite ist die Verwechslung mit dem Land: „Staatsangehörigkeit: Deutschland“ ist unüblich. Gefragt ist die Zugehörigkeit zu einem Staat. Diese drückt das Adjektiv „deutsch“ aus. Der dritte ist eine uneinheitliche Schreibung im selben Dokument. Wer bei der Staatsangehörigkeit klein schreibt, sollte das auch bei der Muttersprache prüfen. Dort gilt allerdings eine andere Regel, denn „Muttersprache: Deutsch“ nennt die Sprache und wird großgeschrieben. Ein kurzer Blick auf beide Zeilen vor dem Absenden spart peinliche Fehler.
Fazit
„Staatsangehörigkeit: deutsch“ schreibt man klein. Das gilt im Lebenslauf, in Formularen und im Satz. Großschreibung ist nur richtig, wenn „Deutsch“ als Nomen steht, etwa für die Sprache, für Personen oder in Eigennamen. Dieselbe Regel gilt für jede andere Staatsangehörigkeit.
FAQ – Häufige Fragen
Schreibt man Staatsangehörigkeit deutsch groß oder klein?
Klein. „deutsch“ ist hier ein Adjektiv, also „Staatsangehörigkeit: deutsch“.
Ändert der Doppelpunkt etwas an der Schreibung?
Nein. Nach dem Doppelpunkt folgt kein ganzer Satz, deshalb bleibt „deutsch“ klein.
Wie schreibt man die deutsche Staatsangehörigkeit?
Mit kleinem d: „die deutsche Staatsangehörigkeit“. Das Adjektiv steht vor dem Nomen.
Ist „Nationalität: Deutsch“ richtig?
Nein. Auch hier ist „deutsch“ ein Adjektiv. Richtig ist „Nationalität: deutsch“.
Warum steht im Ausweis DEUTSCH?
Der Ausweis nutzt durchgehend Großbuchstaben. Das ist Gestaltung und keine Rechtschreibregel.
Wann schreibt man Deutsch groß?
Als Nomen: die Sprache („auf Deutsch“), das Schulfach, Personen („Deutsche“) und Namen wie „Deutsche Bahn“.
Wie schreibt man „Er ist deutsch“ oder „Er ist Deutscher“?
Beides ist möglich. „Er ist deutsch“ nutzt das Adjektiv, „Er ist Deutscher“ das Nomen für die Person.
Gilt die Regel auch für andere Länder?
Ja. Österreichisch, türkisch oder polnisch werden nach „Staatsangehörigkeit“ ebenfalls kleingeschrieben.
Wie werden zwei Staatsangehörigkeiten angegeben?
Beide Adjektive klein, verbunden mit Komma oder „und“: „deutsch und italienisch“.
Wie wird Staatsangehörigkeit getrennt?
Laut Duden so: Staats-an-ge-hö-rig-keit.
- Muttersprache Deutsch: groß oder klein?
- Das Wichtigste: groß oder klein?
- Frohe Weihnachten: groß oder klein?
Quellen
- Duden: Staatsangehörigkeit – Rechtschreibung, Bedeutung, Beispiele
- Scribbr: Wird die Staatsangehörigkeit „deutsch“ groß- oder kleingeschrieben?

Susanne erklärt digitale Alltagsdinge geduldig und Schritt für Schritt. Wer bei ihr liest, muss nichts vorher wissen.





