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Kurz gesagt: Lässt sich das Wort durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreibt man das mit einem s. Geht das nicht, steht dass mit zwei s.
Es ist der wohl häufigste Rechtschreibfehler im Deutschen, und er hat eine Regel, die in fünf Sekunden zu prüfen ist.
Die Ersatzprobe
Setze an die Stelle des Wortes probeweise dieses, jenes oder welches. Ergibt der Satz noch Sinn, ist das richtig.
„Ich nehme das Buch, das dort liegt.“ → „Ich nehme das Buch, welches dort liegt.“ Der Satz funktioniert, also ein s.
„Ich hoffe, dass du kommst.“ → „Ich hoffe, welches du kommst.“ Unsinn, also zwei s.
Warum die Probe funktioniert
Dahinter stecken zwei völlig verschiedene Wörter, die zufällig fast gleich klingen.
das mit einem s ist entweder Artikel („das Haus“), Demonstrativpronomen („das war gut“) oder Relativpronomen („der Hund, das … “ – hier wäre der richtig, aber „das Tier, das bellt“ zeigt den Fall). Es steht immer stellvertretend für etwas Konkretes, deshalb lässt es sich durch ein anderes Pronomen tauschen.
dass mit zwei s ist eine Konjunktion. Es verbindet nur zwei Satzteile und steht für nichts. Deshalb scheitert die Ersatzprobe.
Der Trick mit dem Komma
Beide stehen häufig nach einem Komma, das hilft also nicht weiter. Ein anderer Hinweis schon: Nach dass folgt ein vollständiger Nebensatz mit eigenem Subjekt und Verb am Ende.
„Sie sagte, dass sie später kommt.“ – sie kommt ist ein eigener Satz.
„Sie sagte das gestern schon.“ – hier ersetzt das ihre Aussage.
Wann die Ersatzprobe versagt
Es gibt eine Konstruktion, bei der beide Wörter direkt nebeneinander stehen und die Probe verwirrt: „Ich weiß, dass das stimmt.“
Prüfe die Wörter einzeln. Das erste verbindet die Sätze, es kann nicht ersetzt werden – zwei s. Das zweite steht für die Sache, um die es geht: „Ich weiß, dass dieses stimmt“ – ein s.
Auch bei „das heißt“ und „dass heißt“ wird oft geschwankt. Richtig ist das heißt, weil man sagen kann „dieses heißt“.
Die alte Schreibweise daß
Vor der Rechtschreibreform von 1996 wurde die Konjunktion daß geschrieben. Seit der Reform gilt die Heysesche s-Schreibung: Nach kurzem Vokal steht ss, nach langem Vokal oder Diphthong ß. Das a in dass ist kurz, deshalb zwei s. In der Schweiz und in Liechtenstein gab es das ß ohnehin nie.
Wer Texte von vor 1996 liest, findet dort also daß. Falsch ist es heute trotzdem.
Übung in drei Sätzen
- „Ich glaube, ___ er recht hat.“ – welches passt nicht → dass
- „___ Auto, ___ dort parkt, gehört mir.“ – beide Male ersetzbar durch dieses beziehungsweise welches → das, das
- „Es freut mich, ___ du ___ machst.“ – erstes nicht ersetzbar, zweites schon → dass, das
Welche Wortart dahintersteckt
Das kurze „das“ kann drei Dinge sein: bestimmter Artikel wie in „das Haus“, Demonstrativpronomen wie in „das war gut“ oder Relativpronomen wie in „das Buch, das ich lese“. Alle drei beziehen sich auf ein Neutrum und lassen sich ersetzen. Genau darin liegt die Prüfmöglichkeit.
„Dass“ ist dagegen immer eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein. Es steht für keinen Gegenstand und lässt sich durch nichts ersetzen. Wer diesen Unterschied verstanden hat, braucht kaum noch eine Regel.
Grammatisch bedeutet das: „das“ hat immer ein Bezugswort im Satz, „dass“ nicht. Findet man kein Bezugswort, ist die Konjunktion gemeint. Diese Prüfung funktioniert auch bei langen Sätzen.
Das Komma bei dass-Sätzen
Vor „dass“ steht immer ein Komma, weil es einen Nebensatz einleitet. Das gilt auch dann, wenn der Nebensatz sehr kurz ist. Ausnahmen gibt es nicht.
Auch vor dem Relativpronomen „das“ steht ein Komma, weil ein Relativsatz ebenfalls ein Nebensatz ist. Anders liegt der Fall beim Artikel und beim Demonstrativpronomen, die mitten im Satz ohne Komma stehen. Ein Komma allein entscheidet also nicht.
Steht der Nebensatz eingeschoben, wird er auf beiden Seiten mit Komma abgetrennt. Beispiel: „Das Buch, das ich lese, ist spannend.“ Das zweite Komma wird häufig vergessen.
Sodass, so dass und andere Stolperfälle
„Sodass“ und „so dass“ sind beide zulässig und bedeuten dasselbe. Getrennt geschrieben wird es dann, wenn „so“ betont zum Hauptsatz gehört, etwa in „Er sprach so laut, dass alle es hörten“. Hier gehört „so“ zum Adjektiv.
Ähnlich verhält es sich mit „ohne dass“, „statt dass“ und „auf dass“: In allen Fällen bleibt die Konjunktion „dass“ mit Doppel-S. Ein Artikel ist dort nie gemeint. Wer unsicher ist, versucht die Ersatzprobe.
Verwirrend wirkt „das heißt, dass“, weil beide Formen direkt hintereinander stehen. Das erste ist ein Demonstrativpronomen, das zweite die Konjunktion. Der Satz ist korrekt, auch wenn er seltsam aussieht.
Warum der Fehler so häufig passiert
Beide Wörter werden identisch ausgesprochen, es gibt also keinen hörbaren Unterschied. Wer nach Gehör schreibt, hat keine Chance, die richtige Form zu treffen. Deshalb hilft nur eine bewusste Prüfung.
Hinzu kommt, dass die Schreibung bis zur Rechtschreibreform anders war: Vor 1996 schrieb man die Konjunktion „daß“ mit Eszett, was den Unterschied optisch deutlicher machte. Seit der Reform steht nach kurzem Vokal ein Doppel-S. Ältere Texte zeigen deshalb ein anderes Bild.
Auch die Tastatur trägt bei: Ein zusätzliches S ist schnell vergessen, und Korrekturprogramme erkennen den Fehler nicht zuverlässig, weil beide Wörter existieren. Grammatikprüfungen finden nur einen Teil der Fälle. Die eigene Prüfung bleibt nötig.
Merkhilfen, die wirklich helfen
Die zuverlässigste Hilfe bleibt die Ersatzprobe mit „dieses“, „jenes“ oder „welches“. Passt eines davon, schreibt man „das“. Passt keines, ist „dass“ richtig.
Eine zweite Probe funktioniert über die Betonung: „Das“ lässt sich im Satz betonen, „dass“ nicht. Wer den Satz laut liest und das Wort hervorhebt, merkt schnell, ob es passt. Bei der Konjunktion klingt es falsch.
Für den schnellen Blick beim Korrekturlesen hilft eine dritte Regel: Nach Verben des Sagens, Denkens und Fühlens folgt fast immer „dass“. „Ich glaube, dass“, „er sagt, dass“, „sie hofft, dass“ sind feste Muster. Diese Wendungen decken einen großen Teil der Fälle ab.
Weitere Übungssätze
Setzen Sie ein: „Ich weiß, ___ du kommst.“ Hier lässt sich kein „dieses“ einsetzen, also steht „dass“. Der Satz nach dem Komma ist ein Nebensatz.
Nächster Satz: „___ Auto, ___ dort steht, gehört mir.“ Beide Lücken lassen sich mit „dieses“ beziehungsweise „welches“ füllen, also steht zweimal „das“. Der zweite Fall ist ein Relativpronomen.
Schwieriger: „Es ist schade, ___ ___ nicht klappt.“ Die erste Lücke leitet einen Nebensatz ein, dort steht „dass“. Die zweite bezieht sich auf eine Sache und lässt sich durch „dieses“ ersetzen, dort steht „das“.
Häufige Fragen
Gibt es eine Eselsbrücke?
Merke dir die drei Wörter dieses, jenes, welches als eine Einheit. Passt eines davon, ist ein s richtig.
Heißt es „so dass“ oder „sodass“?
Beides ist zulässig. Der Duden führt sodass als Hauptform, so dass als gleichwertige Variante.
Was ist mit „nachdem, seitdem, trotzdem“?
Diese Wörter enden auf -dem und haben mit der Regel nichts zu tun. Sie werden immer zusammengeschrieben.
Steht vor „dass“ immer ein Komma?
Ja, es leitet einen Nebensatz ein.
Schreibt man „sodass“ oder „so dass“?
Beides ist zulässig.
Warum stand früher „daß“?
Bis zur Rechtschreibreform 1996 galt das Eszett.
Quellen
Susanne Bork schreibt fuer grammatikguru.de und belegt Regeln mit Woerterbuechern und Fachliteratur.

Susanne erklärt digitale Alltagsdinge geduldig und Schritt für Schritt. Wer bei ihr liest, muss nichts vorher wissen.





