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Kurz gesagt: liegt ist die 3. Person Singular Präsens von liegen. Das Verb ist unregelmäßig: Präteritum lag, Partizip gelegen.
Präsens
- ich liege
- du liegst
- er/sie/es liegt
- wir liegen
- ihr liegt
- sie liegen
Präteritum
- ich lag
- du lagst
- er/sie/es lag
- wir lagen
- ihr lagt
- sie lagen
Konjunktiv II
- ich läge
- du lägest
- er/sie/es läge
- wir lägen
- ihr läget
- sie lägen
haben oder sein?
In Norddeutschland sagt man ich habe gelegen, in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ich bin gelegen. Beides ist korrekt; der Duden führt beide Formen.
liegen oder legen?
liegen beschreibt einen Zustand und steht ohne Objekt: Das Buch liegt auf dem Tisch.
legen beschreibt eine Handlung und braucht ein Objekt: Ich lege das Buch auf den Tisch. Die Verwechslung ist der häufigste Fehler bei diesem Verbpaar.
Die Formen im Überblick
Im Präsens heißt es ich liege, du liegst, er liegt, wir liegen, ihr liegt, sie liegen. Das Präteritum lautet ich lag, du lagst, er lag, wir lagen, ihr lagt, sie lagen. Das Partizip II ist gelegen.
Damit ist liegen ein starkes Verb mit dem Ablaut ie zu a zu e. Diese Reihe ist im Deutschen selten. Sie muss einzeln gelernt werden.
Der Konjunktiv II lautet ich läge, du lägest, er läge. Er ist vom Präteritum durch den Umlaut unterschieden. Eine Umschreibung mit würde ist deshalb nicht nötig.
Haben oder sein im Perfekt
In Norddeutschland heißt es ich habe gelegen, in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ich bin gelegen. Beide Formen gelten als standardsprachlich korrekt. Wörterbücher führen sie nebeneinander.
Dieselbe Verteilung zeigen stehen und sitzen: Ich habe gestanden gegenüber ich bin gestanden. Die Grenze verläuft ungefähr entlang der Mainlinie. Sie ist gut dokumentiert.
Für geschriebene Texte gilt: Beide Formen sind zulässig, aber innerhalb eines Textes sollte man einheitlich bleiben. Für ein deutschlandweites Publikum ist die Form mit haben unauffälliger. In Österreich ist es umgekehrt.
Der Unterschied zu legen
Liegen beschreibt einen Zustand und steht ohne Objekt: Das Buch liegt auf dem Tisch. Legen beschreibt eine Handlung und verlangt ein Objekt: Ich lege das Buch auf den Tisch. Beide Verben werden regelmäßig verwechselt.
Erkennbar ist der Unterschied auch an der Präposition: Nach liegen steht der Dativ, nach legen der Akkusativ. Auf dem Tisch gegenüber auf den Tisch. Diese Regel gilt für alle Wechselpräpositionen.
Dasselbe Paar bilden sitzen und setzen sowie stehen und stellen. Alle drei folgen demselben Muster: Zustandsverb mit Dativ, Handlungsverb mit Akkusativ. Wer eines beherrscht, versteht alle drei.
Feste Wendungen
Verbreitet sind an etwas liegen im Sinn von verursacht sein, jemandem liegen im Sinn von entsprechen und daran liegt es. Alle stehen mit dem Dativ. Sie gehören zum Grundwortschatz.
Die Wendung es liegt mir am Herzen bedeutet, dass etwas wichtig ist. Sie ist seit Jahrhunderten belegt. Auch dort steht der Dativ.
Der häufigste Fehler
Am häufigsten werden liegen und legen vertauscht, etwa in ich lege im Bett. Richtig ist ich liege im Bett. Die Frage nach dem Objekt klärt den Fall.
Ein zweiter Fehler betrifft das Partizip, das gelegentlich als gelegt gebildet wird. Gelegt gehört zu legen, gelegen zu liegen. Beide Formen existieren, meinen aber Verschiedenes.
Wortfamilie und Ableitungen
Zum Verb gehören die Lage, das Gelege, der Beleg, die Auslage und das Verlies. Mit Vorsilben entstehen anliegen, beiliegen, vorliegen, unterliegen und obliegen. Trennbar sind anliegen, beiliegen und vorliegen.
Bei untrennbaren Verben entfällt im Partizip das ge-: unterlegen, oblegen. Bei trennbaren steht es in der Mitte: angelegen, beigelegen. Diese Regel gilt für alle deutschen Verben.
Das Substantiv Liege bezeichnet ein Möbelstück und ist weiblich. Es gehört zum selben Stamm. Ein Zusammenhang mit der Verbform besteht nur historisch.
Wo man Formen nachschlägt
Vollständige Beugungstabellen bieten der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache. Beide zeigen auch die regionalen Perfektformen. Der Zugriff ist kostenlos.
Für Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt beide Formen als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.
Der Imperativ
Die Formen lauten lieg oder liege, liegt und liegen Sie. Sie kommen selten vor, weil das Verb einen Zustand beschreibt. Gebräuchlich ist vor allem die Wendung bleib liegen.
Verneint wird mit nicht hinter dem Verb: Lieg nicht so lange. Bei zusammengesetzten Formen steht die Verneinung vor dem Vollverb. Diese Stellung ist verbindlich.
Wo man Formen und Regeln nachschlägt
Verbindlich ist für die Rechtschreibung das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, das frei abrufbar ist. Für Beugung und Bedeutung sind der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache maßgeblich. Alle drei sind kostenlos zugänglich.
Für regionale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt abweichende Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.
Nützlich ist außerdem, Zweifelsfälle einmal in einer Schulgrammatik nachzulesen statt jedes Mal einzeln zu suchen. Die Regeln stehen dort auf wenigen Seiten. Das spart auf Dauer erheblich Zeit.
Wo das Verb im Satz steht
Im Hauptsatz steht das gebeugte Verb an zweiter Stelle: Das Buch liegt auf dem Tisch. Im Nebensatz wandert es ans Ende: weil das Buch auf dem Tisch liegt. Diese Verbstellung ist im Deutschen verbindlich.
Bei zusammengesetzten Formen bildet sich eine Klammer: Das Buch hat auf dem Tisch gelegen. Das Hilfsverb steht an zweiter Stelle, das Partizip am Ende. Fachleute nennen das Verbklammer.
Häufige Fragen
Wie lautet das Präteritum?
ich lag.
Heißt es habe gelegen oder bin gelegen?
Beides – je nach Region.
Was ist der Unterschied zu legen?
liegen ist der Zustand, legen die Handlung.
Wie lautet der Konjunktiv?
ich läge.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





