waren: Konjugation von sein in der Vergangenheit erklärt

Kurz gesagt: waren ist das Präteritum von sein in der 1. und 3. Person Plural — wir waren, sie waren. Die 2. Person Plural lautet ihr wart, ohne e.

Präteritum von sein

  • ich war
  • du warst
  • er/sie/es war
  • wir waren
  • ihr wart
  • sie waren

Präsens von sein

  • ich bin
  • du bist
  • er/sie/es ist
  • wir sind
  • ihr seid
  • sie sind

Konjunktiv II

  • ich wäre
  • du wärst
  • er/sie/es wäre
  • wir wären
  • ihr wärt
  • sie wären

wart oder wahrt?

ihr wart kommt von sein. ihr wahrt kommt von wahren im Sinne von bewahren: Ihr wahrt den Abstand. Beide klingen gleich und werden häufig verwechselt.

Das Perfekt

sein bildet das Perfekt mit sich selbst: ich bin gewesen. In der gesprochenen Sprache ist im Süden das Perfekt üblicher, im Norden das Präteritum.

Die Formen im Überblick

Das Präteritum von sein lautet ich war, du warst, er war, wir waren, ihr wart, sie waren. Auffällig ist, dass erste und dritte Person Singular gleich sind und keine Endung tragen. Dieselbe Besonderheit zeigen alle Präterita starker Verben.

Das Perfekt lautet ich bin gewesen, das Plusquamperfekt ich war gewesen. Beide werden mit sein gebildet, nicht mit haben. Das ist im Deutschen die Ausnahme.

Der Konjunktiv II lautet ich wäre, du wärst, er wäre, wir wären, ihr wärt, sie wären. Er ist vom Präteritum durch den Umlaut unterschieden. Eine Umschreibung mit würde ist deshalb nicht nötig.

Warum sein so unregelmäßig ist

Sein ist das unregelmäßigste Verb des Deutschen, weil in ihm mehrere ursprünglich getrennte Wörter zusammengeflossen sind. Die Formen bin und bist gehen auf eine andere Wurzel zurück als ist und sind, war wiederum auf eine dritte. Fachleute sprechen von einem suppletiven Paradigma.

Dasselbe Phänomen zeigt das Englische mit am, is und was. Auch dort stammen die Formen aus verschiedenen Quellen. Der Grund liegt in der hohen Gebrauchshäufigkeit.

Häufig gebrauchte Wörter behalten alte Unregelmäßigkeiten besonders lange, weil sie ständig abgerufen werden. Selten gebrauchte werden dagegen regelmäßig angeglichen. Dieser Zusammenhang ist sprachübergreifend belegt.

Wann Präteritum, wann Perfekt

Bei sein ist das Präteritum auch in gesprochener Sprache üblich: Ich war gestern dort klingt natürlicher als ich bin gewesen. Bei den meisten anderen Verben ist es umgekehrt. Diese Ausnahme betrifft auch haben und die Modalverben.

In schriftlichen Erzähltexten steht durchgängig das Präteritum. In Berichten über abgeschlossene Ereignisse mit Gegenwartsbezug steht das Perfekt. Beide Formen sind grammatisch korrekt.

Regionale Unterschiede gibt es ebenfalls: Im süddeutschen Raum wird das Präteritum in der gesprochenen Sprache seltener verwendet. Bei sein bleibt es aber auch dort üblich. Das ist eine bekannte Ausnahme.

Waren und die Ware

Die Verbform waren und der Plural die Waren sind lautgleich, haben aber nichts miteinander zu tun. Die Ware geht auf ein germanisches Wort für Erzeugnis zurück, waren auf das Verb sein. Nur der Zusammenhang klärt, was gemeint ist.

Im Schriftbild sind beide gleich, im Satz aber eindeutig: Nach einem Subjekt im Plural steht die Verbform, nach einem Artikel das Substantiv. Verwechslungen sind deshalb selten. In Überschriften ohne Artikel kann es kurz stocken.

Der häufigste Fehler

Am häufigsten wird in der zweiten Person Plural ein s eingefügt, also ihr wart gegenüber ihr warst. Richtig ist ihr wart ohne s. Die Form warst gehört zur zweiten Person Singular.

Ein zweiter Fehler ist das Perfekt mit haben, also ich habe gewesen. Richtig ist ich bin gewesen. Sein bildet das Perfekt immer mit sich selbst.

Sein als Hilfsverb

Neben seiner eigenen Bedeutung dient sein als Hilfsverb für das Perfekt bestimmter Verben. Dazu gehören Verben der Bewegung wie gehen, fahren und kommen sowie Verben der Zustandsänderung wie einschlafen und sterben. Alle übrigen bilden das Perfekt mit haben.

Ausnahmen sind bleiben, sein und werden, die trotz fehlender Bewegung mit sein stehen. Diese drei müssen einzeln gelernt werden. Sie sind die einzigen echten Ausnahmen.

Bei manchen Verben entscheidet die Bedeutung: Ich bin gefahren beschreibt die Bewegung, ich habe das Auto gefahren die Handlung mit Objekt. Diese Doppelung ist im Deutschen häufig. Der Satzbau klärt sie.

Sein im Passiv

Für das Zustandspassiv wird sein verwendet: Die Tür ist geschlossen. Für das Vorgangspassiv steht dagegen werden: Die Tür wird geschlossen. Der Unterschied liegt zwischen Ergebnis und Vorgang.

Im Perfekt des Vorgangspassivs heißt es ist geschlossen worden, nicht geworden. Diese verkürzte Form ist verpflichtend. Sie wird häufig falsch gebildet.

Wo man Formen nachschlägt

Vollständige Beugungstabellen bieten der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache. Sie zeigen alle Zeiten samt Konjunktiv und Imperativ. Der Zugriff ist kostenlos.

Für Lernende lohnt sich, sein, haben und werden als erste drei Verben vollständig zu beherrschen. Sie kommen in fast jedem Satz vor. Damit ist ein großer Teil der Grammatik abgedeckt.

Wo man Formen und Regeln nachschlägt

Verbindlich ist für die Rechtschreibung das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, das frei abrufbar ist. Für Beugung und Bedeutung sind der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache maßgeblich. Alle drei sind kostenlos zugänglich.

Für regionale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt abweichende Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.

Nützlich ist außerdem, Zweifelsfälle einmal in einer Schulgrammatik nachzulesen statt jedes Mal einzeln zu suchen. Die Regeln stehen dort auf wenigen Seiten. Das spart auf Dauer erheblich Zeit.

Häufige Fragen

Heißt es ihr wart oder ihr wahrt?

Von sein: ihr wart.

Wie lautet der Konjunktiv?

wir wären.

Wie lautet das Partizip?

gewesen.

Ist war’n richtig?

Nur in gesprochener Sprache, nicht im geschriebenen Standard.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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