fragen konjugieren: alle Zeitformen in der Übersicht

Kurz gesagt: fragen wird regelmäßig gebeugt: ich frage, du fragst, er fragt, Präteritum fragte, Perfekt hat gefragt. Die Formen du frägst und er frug sind landschaftlich und gelten nicht als Standard.

Präsens

  • ich frage
  • du fragst
  • er/sie/es fragt
  • wir fragen
  • ihr fragt
  • sie fragen

Präteritum

  • ich fragte
  • du fragtest
  • er/sie/es fragte
  • wir fragten
  • ihr fragtet
  • sie fragten

Perfekt

  • ich habe gefragt
  • du hast gefragt
  • er/sie/es hat gefragt
  • wir haben gefragt
  • ihr habt gefragt
  • sie haben gefragt

frägst und frug

In manchen Regionen hört man du frägst, er frägt und im Präteritum er frug. Diese Formen sind alt und regional verbreitet, gelten in der Standardsprache aber als nicht korrekt.

Der Imperativ

Frag! beziehungsweise Frage! für eine Person, Fragt! für mehrere. Die Form ohne -e ist die gebräuchlichere.

Futur und Konjunktiv

Das Futur I bildet sich mit werden und dem Infinitiv: ich werde fragen, du wirst fragen, er wird fragen. Das Futur II beschreibt etwas, das später abgeschlossen sein wird: ich werde gefragt haben. Beide Formen sind regelmäßig.

Der Konjunktiv I lautet ich frage, du fragest, er frage und wird für die indirekte Rede gebraucht. Nur in der dritten Person Singular unterscheidet er sich klar vom Indikativ. Genau dort ist er deshalb besonders nützlich.

Der Konjunktiv II ist mit dem Präteritum identisch, also ich fragte. Weil das missverständlich ist, wird auf die Umschreibung mit würde ausgewichen: ich würde fragen. Bei schwachen Verben gilt diese Ersatzform nicht als schlechter Stil.

Das Passiv

Weil fragen ein Objekt zu sich nimmt, gibt es ein volles Passiv: ich werde gefragt, du wirst gefragt, er wird gefragt. Im Perfekt heißt es ich bin gefragt worden, nicht geworden. Diese Form wird häufig falsch gebildet.

Das Zustandspassiv lautet dagegen ich bin gefragt und beschreibt einen Zustand statt eines Vorgangs. Der Unterschied ist im Deutschen fein, aber vorhanden. In Prüfungen wird er regelmäßig abgefragt.

Ungewöhnlich ist, dass fragen zwei Objekte im Akkusativ haben kann: Ich frage dich etwas. Solche Verben sind im Deutschen selten. Beim Passiv bleibt nur eines davon Subjekt.

Die Wortfamilie

Zum Verb gehören Frage, Fragebogen, Fragezeichen, befragen, nachfragen, hinterfragen und anfragen. Die Vorsilben verändern die Bedeutung deutlich, die Konjugation bleibt gleich. Trennbar sind nachfragen und anfragen, untrennbar befragen und hinterfragen.

Bei untrennbaren Verben entfällt im Partizip das ge-: befragt, hinterfragt. Bei trennbaren steht es in der Mitte: nachgefragt, angefragt. Diese Regel gilt für alle deutschen Verben.

Das Substantiv Frage gehört zum selben Stamm und ist im Deutschen seit dem Althochdeutschen belegt. Verwandt ist das lateinische precari im Sinn von bitten. Die Bedeutungen liegen heute weit auseinander.

Der häufigste Fehler

Am häufigsten begegnen die Formen frägst und frägt mit Umlaut. Sie gelten als landschaftlich und umgangssprachlich, nicht als standardsprachlich. Korrekt sind fragst und fragt.

Ebenso verhält es sich mit der alten Vergangenheitsform frug, die früher verbreitet war und heute veraltet ist. Standardsprachlich heißt es fragte. In literarischen Texten des 19. Jahrhunderts findet sich frug allerdings häufig.

Wie fragen gebeugt wird

Im Präsens heißt es ich frage, du fragst, er fragt, wir fragen, ihr fragt, sie fragen. Das Präteritum lautet ich fragte, du fragtest, er fragte, wir fragten, ihr fragtet, sie fragten. Das Partizip II ist gefragt, das Perfekt bildet sich mit haben.

Damit ist fragen ein schwaches Verb ohne Vokalwechsel im Stamm. Rund neunzig Prozent aller deutschen Verben folgen diesem Muster. Neue Verben werden ausnahmslos so gebildet.

Der Imperativ lautet frag oder frage in der Du-Form, fragt in der Ihr-Form und fragen Sie in der Höflichkeitsform. Das e in frage ist hier freigestellt. In der gesprochenen Sprache überwiegt die kurze Form.

Feste Verbindungen mit fragen

Verbreitet sind nach etwas fragen, jemanden um etwas fragen, sich fragen, ob und es fragt sich, ob. Jede verlangt eine bestimmte Präposition oder Konstruktion. Nach etwas fragen steht mit dem Dativ, um etwas fragen mit dem Akkusativ.

Fehler entstehen fast nur an dieser Stelle, nicht bei der Konjugation. Wörterbücher führen die Präpositionen im Eintrag mit auf. Ein Blick dorthin klärt den Fall.

Die Wendung gefragt sein bedeutet begehrt oder gebraucht sein, etwa in gefragte Fachkräfte. Sie hat mit dem Stellen einer Frage nichts mehr zu tun. Solche Bedeutungsverschiebungen sind bei Partizipien häufig.

Wo man Formen nachschlägt

Vollständige Beugungstabellen bieten der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache für jedes Stichwort. Sie zeigen alle Zeiten samt Konjunktiv und Passiv. Der Zugriff ist kostenlos.

Für den Unterricht eignen sich zusätzlich Listen, die starke und schwache Verben trennen. Sie machen sichtbar, wie überschaubar die Zahl der Ausnahmen ist. Das nimmt Lernenden die Scheu.

Fragesätze richtig bilden

Im Deutschen steht das gebeugte Verb in Entscheidungsfragen an erster Stelle: Fragst du ihn? In Ergänzungsfragen steht das Fragewort vorn und das Verb an zweiter Stelle: Wen fragst du? Diese Reihenfolge ist verbindlich.

In Nebensätzen wandert das Verb ans Ende: Ich weiß nicht, wen du fragst. Ohne Fragewort steht dort ob: Ich weiß nicht, ob du fragst. Die Verwechslung von ob und wenn ist ein häufiger Fehler.

Indirekte Fragen

Wird eine Frage in einen Satz eingebettet, verschwindet das Fragezeichen und die Wortstellung ändert sich: Er fragt, wann der Zug kommt. Das gebeugte Verb steht dann am Ende des Nebensatzes. Ein Komma trennt beide Teile.

Bei Entscheidungsfragen steht ob statt eines Fragewortes: Sie fragt, ob es regnet. Wenn wäre hier falsch, weil es eine Bedingung ausdrückt. Dieser Unterschied wird häufig übersehen.

Häufige Fragen

Heißt es du fragst oder du frägst?

du fragst.

Wie lautet das Partizip?

gefragt.

Ist frug richtig?

Landschaftlich verbreitet, aber kein Standarddeutsch.

Wie lautet der Imperativ?

Frag! oder Frage!

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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