Inhalt
Kurz gesagt: arbeiten ist regelmäßig, bekommt aber wegen des Stamms auf -t ein eingeschobenes e: du arbeitest, er arbeitet, ihr arbeitet. Ohne dieses e ließen sich die Formen nicht aussprechen.
Präsens
- ich arbeite
- du arbeitest
- er/sie/es arbeitet
- wir arbeiten
- ihr arbeitet
- sie arbeiten
Präteritum
- ich arbeitete
- du arbeitetest
- er/sie/es arbeitete
- wir arbeiteten
- ihr arbeitetet
- sie arbeiteten
Perfekt
- ich habe gearbeitet
- du hast gearbeitet
- er/sie/es hat gearbeitet
- wir haben gearbeitet
- ihr habt gearbeitet
- sie haben gearbeitet
Das eingeschobene e
Verben, deren Stamm auf -d oder -t endet, schieben vor den Endungen -st und -t ein e ein: du arbeitest, er arbeitet, du redest, er badet. Dieselbe Regel greift im Präteritum: arbeitete.
Futur I und Futur II
Das Futur I bildet sich mit werden und dem Infinitiv: ich werde arbeiten, du wirst arbeiten, er wird arbeiten, wir werden arbeiten, ihr werdet arbeiten, sie werden arbeiten. Es steht für Vorhaben und Vermutungen über die Gegenwart. Im gesprochenen Deutsch wird es häufig durch das Präsens ersetzt.
Das Futur II beschreibt etwas, das zu einem künftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird: ich werde gearbeitet haben. Gebildet wird es aus werden, dem Partizip und haben. Diese Form ist selten und wirkt oft gestelzt.
Häufiger begegnet das Futur II in Vermutungen über die Vergangenheit, etwa er wird wohl gearbeitet haben. Dort ersetzt es ein wahrscheinlich. Grammatisch bleibt es dieselbe Form.
Konjunktiv I und II
Der Konjunktiv I lautet ich arbeite, du arbeitest, er arbeite, wir arbeiten, ihr arbeitet, sie arbeiten. Er wird für die indirekte Rede gebraucht: Sie sagte, er arbeite noch. Nur in der dritten Person Singular unterscheidet er sich klar vom Indikativ.
Der Konjunktiv II ist bei schwachen Verben mit dem Präteritum identisch: ich arbeitete. Weil das missverständlich ist, weicht man auf die Umschreibung mit würde aus: ich würde arbeiten. Bei starken Verben wie gehen ist die eigene Form dagegen erkennbar.
Genau deshalb gilt die Ersatzform hier nicht als schlechter Stil, sondern als notwendig. Sprachratgeber weisen ausdrücklich darauf hin. Bei starken Verben bleibt die einfache Form vorzuziehen.
Imperativ und Partizipien
Die Du-Form lautet arbeite, die Ihr-Form arbeitet, die Höflichkeitsform arbeiten Sie. Das e in arbeite ist hier verpflichtend, weil der Stamm auf t endet. Bei anderen Verben darf es entfallen, etwa in geh oder komm.
Das Partizip I heißt arbeitend und wird wie ein Adjektiv verwendet: die arbeitende Bevölkerung. Das Partizip II lautet gearbeitet und bildet Perfekt und Passiv. Beide sind regelmäßig gebildet.
Aus dem Partizip II leitet sich auch das Adjektiv in Fügungen wie gut gearbeitet ab. Es beschreibt dann das Ergebnis. Diese Verwendung ist im Handwerk verbreitet.
Das Passiv
Weil arbeiten kein Objekt im Akkusativ zu sich nimmt, gibt es kein persönliches Passiv. Möglich ist nur das unpersönliche Passiv: Es wird gearbeitet. Diese Form ist in Berichten und Aushängen häufig.
Sobald eine Vorsilbe hinzutritt, ändert sich das: bearbeiten und verarbeiten haben ein Objekt und damit ein volles Passiv. Der Antrag wird bearbeitet ist deshalb korrekt. Der Unterschied liegt allein in der Vorsilbe.
Das unpersönliche Passiv wirkt distanziert und wird in Verwaltungstexten kritisiert. Ein aktiver Satz mit Handelnden ist meist klarer. Für Aushänge bleibt es dennoch üblich.
Die Wortfamilie
Zum Verb gehören unter anderem bearbeiten, verarbeiten, erarbeiten, abarbeiten, mitarbeiten und zusammenarbeiten. Jede Vorsilbe verändert die Bedeutung deutlich, die Konjugation bleibt aber dieselbe. Trennbar sind dabei abarbeiten, mitarbeiten und zusammenarbeiten.
Bei trennbaren Verben wandert die Vorsilbe im Hauptsatz ans Ende: Ich arbeite die Liste ab. Bei untrennbaren bleibt sie am Verb: Ich bearbeite den Antrag. Im Partizip fehlt bei untrennbaren zusätzlich das ge-.
Das Substantiv Arbeit gehört zum selben Stamm und ist im Deutschen seit dem Althochdeutschen belegt. Es bezeichnete ursprünglich Mühsal und Not. Die heutige neutrale Bedeutung ist jünger.
Warum arbeiten ein schwaches Verb ist
Schwache Verben bilden Präteritum und Partizip mit einem eingeschobenen t und ohne Vokalwechsel im Stamm: arbeiten, arbeitete, gearbeitet. Starke Verben ändern dagegen den Stammvokal, etwa singen, sang, gesungen. Rund neunzig Prozent aller deutschen Verben sind schwach.
Neue Verben werden im Deutschen ausnahmslos schwach gebildet, auch entlehnte wie mailen oder streamen. Das starke Muster ist nicht mehr produktiv. Deshalb wächst der Anteil schwacher Verben weiter.
Für Lernende bedeutet das eine gute Nachricht: Die Zahl der unregelmäßigen Verben ist begrenzt und lässt sich als Liste bewältigen. Alles andere folgt einem einzigen Muster. Arbeiten gehört zu diesem Muster.
Die häufigsten Fehler
Am häufigsten fehlt das eingeschobene e, etwa in du arbeitst oder er arbeitte. Weil der Stamm auf t endet, ist es zwingend. Dasselbe gilt für Verben wie reden, atmen und rechnen.
Ein zweiter Fehler betrifft das Perfekt mit sein statt haben. Richtig ist ich habe gearbeitet, weil das Verb keine Ortsveränderung ausdrückt. Mit sein stehen im Deutschen vor allem Verben der Bewegung und der Zustandsänderung.
Arbeiten in festen Wendungen
Verbreitet sind Wendungen wie an etwas arbeiten, für jemanden arbeiten, mit jemandem zusammenarbeiten und sich hocharbeiten. Jede verlangt eine bestimmte Präposition und einen bestimmten Fall. An etwas arbeiten steht mit dem Dativ, für jemanden arbeiten mit dem Akkusativ.
Fehler entstehen fast nur an dieser Stelle, nicht bei der Konjugation selbst. Wörterbücher führen die Präpositionen im Eintrag mit auf. Ein Blick dorthin klärt den Fall.
Wo man Formen nachschlägt
Vollständige Beugungstabellen bieten das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache und der Duden für jedes Stichwort. Sie zeigen alle Zeiten samt Konjunktiv und Passiv. Der Zugriff ist kostenlos.
Für den Unterricht eignen sich zusätzlich Verblisten, die starke und schwache Verben trennen. Sie machen sichtbar, wie wenige Ausnahmen es gibt. Das nimmt vielen Lernenden die Scheu.
Häufige Fragen
Heißt es du arbeitest oder du arbeitst?
du arbeitest.
Wie lautet das Partizip?
gearbeitet.
Warum das zusätzliche e?
Weil der Stamm auf -t endet und die Form sonst nicht aussprechbar wäre.
Mit haben oder sein?
Immer mit haben.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- réussir konjugieren: alle französischen Zeitformen
- vendre konjugieren: alle französischen Zeitformen im Blick
- estudiar konjugieren: alle spanischen Zeitformen im Blick
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





