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Kurz gesagt: Es heißt der Termin. Es heißt der Termin. Das Termin ist falsch.
Der Termin wurde verschoben.
Warum der Termin?
Aus dem lateinischen terminus für Grenze. Lateinische Wörter auf -us werden im Deutschen meist männlich.
Die Beugung
- Nominativ: der Termin
- Genitiv: des Termins
- Dativ: dem Termin
- Akkusativ: den Termin
- Plural: die Termine
Der häufige Fehler
Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.
Woher das Wort kommt
Termin geht auf das lateinische terminus zurück, das Grenzstein oder Grenze bedeutete. Im römischen Recht bezeichnete es den festgelegten Endpunkt einer Frist. Aus dieser Bedeutung entwickelte sich der heutige Zeitpunkt.
Verwandt sind im Deutschen Terminus für den Fachbegriff und Terminal für den Endpunkt einer Strecke. Alle gehören zum selben Stamm. Die Grundbedeutung der Begrenzung ist überall erkennbar.
Ins Deutsche kam das Wort über die Rechtssprache des Mittelalters. Dort bezeichnete es den Gerichtstag. Diese Verwendung ist bis heute erhalten.
Warum das Wort männlich ist
Lateinische Lehnwörter behalten im Deutschen häufig ihr ursprüngliches Geschlecht. Terminus ist im Lateinischen männlich, deshalb ist auch der Termin männlich. Dieselbe Regel gilt für der Zirkus und der Katalog.
Nicht immer greift dieses Muster: Das Museum bleibt sächlich, obwohl es im Lateinischen ebenfalls sächlich ist. Die Übernahme folgt also der Herkunft, nicht einer deutschen Regel. Ausnahmen entstehen durch Umwege über andere Sprachen.
Eine sächliche Nebenform gibt es nicht. Wörterbücher führen ausschließlich die männliche. Sie ist in allen deutschsprachigen Ländern gleich.
Beugung und Plural
Im Genitiv heißt es des Termins, im Dativ dem Termin und im Akkusativ den Termin. Der Plural lautet die Termine, im Dativ den Terminen. Ein Umlaut tritt nicht auf.
In Zusammensetzungen bleibt das Geschlecht männlich, solange Termin am Ende steht: der Abgabetermin, der Gerichtstermin. Steht es vorn, entscheidet das andere Wort: die Terminplanung, das Terminende.
Häufig verwendet wird auch das Verb terminieren im Sinn von zeitlich festlegen. Es ist regelmäßig und wird mit haben konjugiert. Das zugehörige Substantiv lautet die Terminierung.
Was bei versäumten Terminen gilt
Bei Arztterminen können Praxen ein Ausfallhonorar verlangen, wenn ein verbindlich vereinbarter Termin ohne rechtzeitige Absage nicht wahrgenommen wird. Voraussetzung ist, dass ein Behandlungsvertrag zustande kam und die Praxis den Ausfall nicht anderweitig füllen konnte. Gerichte haben das in mehreren Fällen bestätigt.
Bei Gerichtsterminen kann das Ausbleiben zu einem Versäumnisurteil führen. Bei Behörden drohen Fristversäumnisse mit Rechtsverlust. Deshalb sollten Absagen immer schriftlich und rechtzeitig erfolgen.
Üblich sind Absagefristen von vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden. Sie müssen vorher vereinbart worden sein. Ein Aushang allein genügt dafür in der Regel nicht.
Zusammensetzungen im Alltag
Verbreitet sind Arzttermin, Abgabetermin, Liefertermin, Gerichtstermin und Wunschtermin. Alle sind männlich und bilden den Plural auf -e. Terminkalender, Terminplan und Terminvergabe richten sich nach ihrem letzten Bestandteil.
Im Wirtschaftsleben bezeichnet Termingeschäft einen Vertrag über eine künftige Lieferung zu heute festgelegtem Preis. Auch Terminbörse gehört dazu. Beide Begriffe stammen aus dem Handel.
Umgangssprachlich wird Termin auch für die Verabredung selbst gebraucht, nicht nur für den Zeitpunkt. Diese Verwendung ist etabliert. Wörterbücher führen beide Bedeutungen.
Der häufigste Fehler
Verwechslungen entstehen vor allem bei Zusammensetzungen, in denen der letzte Bestandteil ein anderes Geschlecht hat, etwa die Terminvergabe. Maßgeblich ist immer der letzte Teil. Das Wort Termin am Anfang ändert daran nichts.
Ein zweiter Stolperstein ist der Dativ Plural ohne n, also mit drei Termine. Richtig ist mit drei Terminen. Diese Endung ist verpflichtend.
Wo man den Artikel nachschlägt
Der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache nennen Geschlecht und Beugung zu Beginn des Eintrags. Für Termin ist der Eintrag eindeutig männlich. Eine Nebenform gibt es nicht.
Für die Herkunft ist das Etymologische Wörterbuch die passende Quelle. Es beschreibt den Weg über die lateinische Rechtssprache. Der Zugriff ist online kostenlos.
Wie Termine vergeben werden
Für Arzttermine gibt es seit einigen Jahren die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen, erreichbar unter der Nummer 116117. Sie vermitteln Termine bei Fachärzten innerhalb festgelegter Fristen. Der Anruf ist kostenfrei.
Bei Behörden ist die Onlinevergabe inzwischen verbreitet, teils mit langen Wartezeiten. Kurzfristig frei werdende Termine erscheinen dort oft ohne Ankündigung. Regelmäßiges Nachsehen erhöht die Chance.
Für Bürgerämter gilt in vielen Städten zusätzlich eine Wartezeitregelung. Die Einzelheiten regeln die Kommunen. Auskunft geben ihre Internetseiten.
Wie Fristen und Termine zusammenhängen
Ein Termin ist ein Zeitpunkt, eine Frist ein Zeitraum. Das Bürgerliche Gesetzbuch behandelt beide getrennt und legt fest, wie sie berechnet werden. Diese Unterscheidung ist im Rechtsverkehr wichtig.
Fällt ein Termin auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Samstag, verschiebt er sich auf den nächsten Werktag. Das gilt für Zahlungen ebenso wie für Erklärungen. Die Regel steht in Paragraf 193.
Für gerichtliche Termine gelten eigene Ladungsfristen. Sie sind in den Verfahrensordnungen festgelegt. Ihre Einhaltung ist Voraussetzung für die Wirksamkeit.
Wo man Formen und Regeln nachschlägt
Verbindlich ist für die Rechtschreibung das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, das frei abrufbar ist. Für Beugung und Bedeutung sind der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache maßgeblich. Alle drei sind kostenlos zugänglich.
Für regionale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt abweichende Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.
Nützlich ist außerdem, Zweifelsfälle einmal in einer Schulgrammatik nachzulesen statt jedes Mal einzeln zu suchen. Die Regeln stehen dort auf wenigen Seiten. Das spart auf Dauer erheblich Zeit.
Häufige Fragen
Heißt es der Termin?
Es heißt der Termin. Das Termin ist falsch.
Wie lautet der Plural?
die Termine
Wie lautet der Genitiv?
des Termins
Woran erkennt man das Geschlecht?
An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Der oder das Buch? Artikel, Plural und die Herkunft
- Der oder das Paket? Artikel, Plural und die Herkunft
- Der oder das Monat? Artikel, Plural und die Herkunft
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





