Der oder das Buch? Artikel, Plural und die Herkunft

Kurz gesagt: Es heißt das Buch. Es heißt das Buch. Der Buch ist falsch.

Das Buch liegt auf dem Tisch.

Warum das Buch?

Ein altes germanisches Wort, wahrscheinlich verwandt mit der Buche, auf deren Holz geschrieben wurde.

Die Beugung

  • Nominativ: das Buch
  • Genitiv: des Buches
  • Dativ: dem Buch
  • Akkusativ: das Buch
  • Plural: die Bücher

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Woher das Wort kommt

Buch geht auf ein germanisches Wort zurück, das mit dem Baumnamen Buche verwandt ist. Vermutlich wurden frühe Runenzeichen in Buchenholztafeln geritzt. Diese Herleitung ist sprachwissenschaftlich verbreitet, aber nicht unumstritten.

Verwandt sind das englische book und das niederländische boek. In beiden Sprachen ist der Zusammenhang mit dem Baum ebenfalls vermutet worden. Der Nachweis ist in keiner Sprache eindeutig.

Auch das Wort Buchstabe gehört dazu und meinte ursprünglich einen Stab aus Buchenholz mit einem eingeritzten Zeichen. Diese Erklärung ist besser belegt. Sie stützt die Herleitung des Wortes Buch.

Warum das Wort sächlich ist

Ein Grund lässt sich nicht ableiten, das Geschlecht ist historisch gewachsen und war schon im Althochdeutschen sächlich. Bei alten Grundwörtern ist das die Regel: Sie müssen einzeln gelernt werden. Endungsregeln greifen nur bei abgeleiteten Wörtern.

Zum Vergleich: Das Wort Buche für den Baum ist weiblich, obwohl beide Wörter denselben Ursprung haben. Solche Aufspaltungen sind im Deutschen häufig. Sie sagen nichts über die Bedeutung.

Für Lernende bedeutet das: Buch gehört zu den Wörtern, die mit Artikel gelernt werden müssen. Eine Regel gibt es nicht. Die Zahl solcher Wörter ist allerdings begrenzt.

Beugung und Plural

Im Genitiv heißt es des Buches oder des Buchs, im Dativ dem Buch, im gehobenen Stil auch dem Buche. Der Akkusativ lautet das Buch. Der Plural ist die Bücher mit Umlaut.

Im Dativ Plural steht den Büchern mit n. Diese Endung ist verpflichtend. Sie wird häufig vergessen.

In Zusammensetzungen entscheidet der letzte Bestandteil: das Kochbuch, der Buchhandel, die Buchmesse. Der erste Teil spielt keine Rolle. Diese Regel gilt ausnahmslos.

Zusammensetzungen und Wendungen

Verbreitet sind Kochbuch, Wörterbuch, Fachbuch, Hörbuch, Taschenbuch und Sachbuch. Alle sind sächlich und bilden den Plural mit Umlaut. Buchhandlung, Buchpreis und Buchbinder richten sich dagegen nach ihrem letzten Bestandteil.

Redensarten gibt es zahlreiche: ein Buch mit sieben Siegeln, reden wie ein Buch, Buch führen über etwas. Alle sind seit Jahrhunderten belegt. Sie werden bis heute verstanden.

Im Rechnungswesen bezeichnet Buch die geordnete Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen. Daher stammen Buchführung, Buchhaltung und Buchwert. Auch dort bleibt das Wort sächlich.

Der häufigste Fehler

Verwechslungen entstehen vor allem bei Zusammensetzungen, in denen der letzte Bestandteil ein anderes Geschlecht hat, etwa die Buchhandlung oder der Buchhalter. Maßgeblich ist immer der letzte Teil. Das Wort Buch am Anfang ändert daran nichts.

Ein zweiter Stolperstein ist der Dativ Plural ohne n, also mit den Bücher. Richtig ist mit den Büchern. Diese Endung ist verpflichtend.

Wo man den Artikel nachschlägt

Der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache nennen Geschlecht und Beugung zu Beginn des Eintrags. Für Buch ist der Eintrag eindeutig sächlich. Eine Nebenform gibt es nicht.

Für die Wortgeschichte ist das Etymologische Wörterbuch die passende Quelle. Es beschreibt auch die umstrittene Herleitung aus dem Baumnamen. Der Zugriff ist online kostenlos.

Wie Bücher gezählt werden

Für Buchbestände gilt Buch als Zähleinheit, unabhängig vom Umfang. In Bibliotheken wird zusätzlich zwischen Titeln und Exemplaren unterschieden. Ein Titel kann in vielen Exemplaren vorliegen.

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt alle in Deutschland erschienenen Veröffentlichungen und weist ihren Bestand öffentlich aus. Verlage sind zur Ablieferung verpflichtet. Die Kataloge sind frei durchsuchbar.

Warum Wörter mit Umlaut im Plural auffallen

Buch bildet den Plural mit Umlaut und Endung: Bücher. Dieses Muster teilen viele einsilbige sächliche Wörter, etwa Haus und Häuser, Blatt und Blätter, Land und Länder. Es ist historisch gewachsen und nicht ableitbar.

Für Lernende bedeutet das, den Plural mitzulernen. Die Zahl solcher Wörter ist überschaubar. Sie stehen in jeder Grammatik als Liste.

Neue Wörter bilden den Plural dagegen mit s oder e, nie mit Umlaut. Das Muster ist also nicht mehr produktiv. Es betrifft nur den alten Wortschatz.

Bücher und ihr Recht

Für Bücher gilt in Deutschland die Buchpreisbindung, das heißt, der Verlag legt den Endpreis fest und alle Händler müssen ihn einhalten. Ziel ist der Erhalt eines flächendeckenden Buchhandels. Ausgenommen sind gebrauchte und mängelbehaftete Exemplare.

Für Bücher gilt außerdem der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, seit 2020 auch für elektronische Bücher. Beide Regelungen stehen im Umsatzsteuergesetz. Sie gelten unabhängig vom Inhalt.

Wie sich das Lesen verändert hat

Neben dem gedruckten Buch stehen heute elektronische Bücher und Hörbücher. Erhebungen des Börsenvereins zeigen, dass gedruckte Bücher weiterhin den größten Anteil ausmachen. Der Anteil elektronischer Ausgaben wächst langsam.

Sprachlich hat sich der Begriff dabei nicht verändert: Auch eine Datei heißt Buch, wenn sie als solches erscheint. Das Geschlecht bleibt sächlich. Zusammensetzungen wie E-Book richten sich nach dem englischen Vorbild.

Wo man Bücher findet

Öffentliche Bibliotheken verleihen kostenfrei oder gegen geringe Jahresgebühr und bieten zusätzlich digitale Ausleihe an. Ihre Kataloge sind online durchsuchbar. Fernleihe erschließt Bestände anderer Häuser.

Häufige Fragen

Heißt es das Buch?

Es heißt das Buch. Der Buch ist falsch.

Wie lautet der Plural?

die Bücher

Wie lautet der Genitiv?

des Buches

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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