Der oder das Pfand? Artikel, Plural und die Herkunft

Kurz gesagt: Es heißt das Pfand. Es heißt das Pfand. Der Plural lautet die Pfänder.

Das Pfand beträgt 25 Cent.

Warum das Pfand?

Ein altes germanisches Rechtswort, seit dem Althochdeutschen sächlich.

Die Beugung

  • Nominativ: das Pfand
  • Genitiv: des Pfandes
  • Dativ: dem Pfand
  • Akkusativ: das Pfand
  • Plural: die Pfänder

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Woher das Wort kommt

Pfand ist ein altes germanisches Wort und im Deutschen seit dem Althochdeutschen belegt. Vermutlich geht es auf das lateinische pondus für Gewicht zurück, gesichert ist das nicht. Die Bedeutung war von Anfang an die einer hinterlegten Sicherheit.

Verwandt sind pfänden, Pfändung und verpfänden. Alle gehören zum selben Stamm. Ihre Bedeutungen liegen im Rechtsbereich.

Das Geschlecht ist historisch gewachsen und lässt sich nicht ableiten. Bei alten Grundwörtern ist das die Regel. Sie müssen einzeln gelernt werden.

Beugung und Plural

Im Genitiv heißt es des Pfandes oder des Pfands, im Dativ dem Pfand und im Akkusativ das Pfand. Der Plural lautet die Pfänder mit Umlaut. Im Dativ Plural steht den Pfändern.

In Zusammensetzungen bleibt das Geschlecht sächlich, solange Pfand am Ende steht: das Flaschenpfand, das Einwegpfand. Steht es vorn, entscheidet das andere Wort: der Pfandbon, die Pfandflasche.

Die Form Pfande als Plural gibt es nicht. Richtig ist ausschließlich Pfänder. Der Umlaut ist verpflichtend.

Wie das Pfandsystem funktioniert

In Deutschland gibt es zwei getrennte Systeme: das Mehrwegpfand für wiederbefüllbare Flaschen und Kästen und das Einwegpfand für Dosen und Einwegflaschen. Für Einweg gilt ein einheitlicher Betrag von fünfundzwanzig Cent. Beim Mehrweg schwanken die Beträge je nach Gebinde.

Rechtsgrundlage ist die Verpackungsverordnung, heute das Verpackungsgesetz. Es verpflichtet Händler zur Rücknahme der Verpackungen, die sie in Verkehr bringen. Seit 2022 gilt das auch für Saft- und Milchgetränke in Einwegflaschen.

Wer keine Pfandflaschen zurückgibt, verliert den Betrag. Nicht eingelöstes Pfand verbleibt beim Handel und bei den Herstellern. Die Summen liegen jährlich im dreistelligen Millionenbereich.

Was Pfand im Recht bedeutet

Im Zivilrecht ist ein Pfandrecht ein Sicherungsrecht an einer fremden Sache. Es gibt dem Gläubiger das Recht, die Sache zu verwerten, wenn nicht gezahlt wird. Geregelt ist das im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Bekannt ist das Vermieterpfandrecht an eingebrachten Sachen des Mieters. Auch der Werkunternehmer hat ein Pfandrecht an der reparierten Sache. Beide Rechte entstehen ohne besondere Vereinbarung.

Davon zu unterscheiden ist die Pfändung durch den Gerichtsvollzieher, die auf einem Titel beruht. Beide Begriffe gehören zum selben Wortstamm. Ihre rechtlichen Voraussetzungen sind verschieden.

Wo Pfand überall anfällt

Neben Getränkeverpackungen gibt es Pfand auf Bierkästen, Gasflaschen, Einkaufswagen, Schließfächer und in der Gastronomie auf Mehrweggeschirr. Seit 2023 müssen größere Betriebe Speisen und Getränke zum Mitnehmen auch in Mehrweg anbieten. Diese Pflicht steht im Verpackungsgesetz.

Für Mehrwegbecher haben sich mehrere Pfandsysteme etabliert, die untereinander nicht kompatibel sind. Zurückgegeben werden kann meist nur bei teilnehmenden Betrieben. Vor der Nutzung lohnt ein Blick auf die Rücknahmestellen.

Nicht als Pfand gilt eine Kaution, weil sie nicht an eine Sache, sondern an einen Vertrag gebunden ist. Der Unterschied ist rechtlich bedeutsam. Für Mietkautionen gelten eigene Vorschriften.

Der häufigste Fehler

Am häufigsten wird der Plural ohne Umlaut gebildet, also Pfande. Richtig ist Pfänder. Der Umlaut ist verpflichtend.

Ein zweiter Stolperstein sind Zusammensetzungen wie der Pfandautomat, bei denen das Geschlecht wechselt. Maßgeblich ist der letzte Bestandteil. Das Wort Pfand am Anfang ändert daran nichts.

Wie viel zurückkommt

Die Rückgabequote bei Einweggetränkeverpackungen liegt in Deutschland nach Branchenangaben bei über neunzig Prozent. Damit gehört das System zu den erfolgreichsten in Europa. Bei Mehrweg liegt sie noch höher.

Ökologisch schneidet Mehrweg besser ab als Einweg, weil Flaschen bis zu fünfzig Mal befüllt werden. Entscheidend sind dabei kurze Transportwege. Das Umweltbundesamt hat dazu mehrere Untersuchungen veröffentlicht.

Am Regal erkennbar sind Mehrwegflaschen an der Kennzeichnung und am niedrigeren Pfandbetrag. Einweg trägt fast immer fünfundzwanzig Cent. Diese Unterscheidung ist die einfachste Orientierung.

Wo man nachschlägt

Das Verpackungsgesetz ist online frei abrufbar und regelt Pfandpflicht, Rücknahme und Ausnahmen. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister informiert zusätzlich in verständlicher Form. Beide Quellen sind kostenfrei.

Für Streitfälle mit Händlern sind die Verbraucherzentralen zuständig. Sie beraten gegen geringe Gebühr. Ihre Merkblätter sind kostenlos.

Wie das Pfand ausgezahlt wird

Rückgabeautomaten erkennen Verpackungen am aufgedruckten Zeichen und an der Form. Beschädigte oder stark zerdrückte Behälter werden abgelehnt, weil die Erkennung fehlschlägt. Deshalb sollten Dosen nicht zusammengedrückt werden.

Der Bon gilt als Gutschein und wird an der Kasse eingelöst oder mit dem Einkauf verrechnet. Eine Barauszahlung ist nicht in jedem Fall vorgesehen. Die Bedingungen legt der Händler fest.

Kleinere Geschäfte müssen nur die Verpackungsarten zurücknehmen, die sie selbst führen. Größere Märkte nehmen dagegen alle bepfandeten Verpackungen. Diese Abstufung steht im Verpackungsgesetz.

Wo man Formen und Regeln nachschlägt

Verbindlich ist für die Rechtschreibung das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, das frei abrufbar ist. Für Beugung und Bedeutung sind der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache maßgeblich. Alle drei sind kostenlos zugänglich.

Für regionale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt abweichende Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.

Nützlich ist außerdem, Zweifelsfälle einmal in einer Schulgrammatik nachzulesen statt jedes Mal einzeln zu suchen. Die Regeln stehen dort auf wenigen Seiten. Das spart auf Dauer erheblich Zeit.

Häufige Fragen

Heißt es das Pfand?

Es heißt das Pfand. Der Plural lautet die Pfänder.

Wie lautet der Plural?

die Pfänder

Wie lautet der Genitiv?

des Pfandes

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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