Der oder das Toast? Beide Bedeutungen im Vergleich

Kurz gesagt: Beim Trinkspruch heißt es eindeutig der Toast. Beim Brot führt der Duden der Toast als Standardform und das Toast als zulässige Nebenform, die vor allem in Österreich und der Schweiz gebräuchlich ist.

Der Toast als Trinkspruch

Diese Bedeutung ist die ältere. Einen Toast ausbringen heißt, bei einer Feier eine kurze Rede auf jemanden zu halten und anzustoßen.

Hier gibt es keine Alternative: Es heißt immer der Toast, Plural die Toaste oder die Toasts.

Das dazugehörige Verb lautet toasten im Sinne von zuprosten: Wir toasteten auf das Brautpaar.

Der Toast als Brot

Für die geröstete Weißbrotscheibe ist die Lage weniger eindeutig. In Deutschland überwiegt der Toast, in Österreich und der Schweiz hört man häufig das Toast.

Beide Formen stehen im Wörterbuch. Wer schreibt, sollte sich für eine entscheiden und dabei bleiben.

Der Plural lautet die Toasts oder die Toaste.

Woher das Wort kommt

Beide Bedeutungen gehen auf dasselbe englische toast zurück, und das wiederum auf das lateinische tostus für geröstet.

Der Zusammenhang ist historisch belegt: In England legte man geröstetes, gewürztes Brot in den Wein, um ihm Geschmack zu geben. Wer auf jemanden trank, hob das Glas mit diesem Brot darin — daraus wurde der Trinkspruch.

Dass ein Wort auf diesem Weg zwei so verschiedene Bedeutungen bekommt, ist ungewöhnlich und erklärt die heutige Unsicherheit.

Die Zusammensetzungen

  • das Toastbrot — sächlich, weil das Brot sächlich ist
  • der Toaster — männlich, wie alle Geräte auf -er
  • der Toast Hawaii — männlich, nach dem Toast als Speise
  • das Sandwichtoast — sächlich über das Brot

Auffällig: Sobald Brot im Wort steckt, ist die Sache eindeutig. Das ist die zuverlässigste Hilfe — wer unsicher ist, sagt das Toastbrot und umgeht das Problem.

Das Verb toasten

Es bedeutet sowohl rösten als auch zuprosten. Gebeugt wird es regelmäßig: ich toaste, du toastest, er toastet, ich toastete, ich habe getoastet.

Die Form getoastet mit dem eingeschobenen e ist die richtige — der Stamm endet auf -t, deshalb greift dieselbe Regel wie bei arbeiten und gearbeitet.

Ähnlich gelagerte Fälle

Englische Lehnwörter mit schwankendem Geschlecht gibt es viele. Der oder das Blog, der oder das Event, der oder das Level, der oder das Poster.

In fast allen Fällen entscheidet, welches deutsche Wort im Kopf mitläuft. Beim Blog denkt der eine an das Tagebuch, der andere an der Eintrag — und danach richtet sich der Artikel.

Was beim Toasten passiert

Beim Rösten laufen zwei Vorgänge ab. Zum einen verdunstet Wasser, das Brot wird trocken und knusprig. Zum anderen setzt die sogenannte Maillard-Reaktion ein — Zucker und Eiweiße reagieren miteinander und bilden Röstaromen und die braune Farbe.

Genau diese Reaktion macht den Geschmack aus. Sie ist dieselbe, die für die Kruste des Brotes, die Bräunung von Fleisch und den Geschmack von Kaffee verantwortlich ist.

Wird es zu dunkel, entsteht allerdings vermehrt Acrylamid. Die Empfehlung lautet deshalb: goldgelb statt dunkelbraun rösten und verbrannte Stellen abschneiden.

Toastbrot und seine Geschichte

Das industriell gefertigte Kastenweißbrot kam im 20. Jahrhundert aus den Vereinigten Staaten nach Europa. Seine gleichmäßige Form ist kein Zufall, sondern eine Voraussetzung: Es sollte in den elektrischen Toaster passen, der sich zur selben Zeit verbreitete.

Der Toaster mit Auswurfmechanik wurde in den 1920er-Jahren entwickelt und veränderte das Frühstück in vielen Haushalten. Erst danach entstand der Bedarf an Brot in genormter Scheibengröße.

In Deutschland setzte sich Toastbrot vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg durch. Es galt lange als modern und weltoffen — heute ist es schlicht ein Brot unter vielen.

Häufige Fehler beim Toasten

  • Zu dunkel geröstet. Bitter im Geschmack und ungünstig wegen der Röststoffe.
  • Gefrorenes Brot auf normaler Stufe. Es wird außen dunkel und innen kalt; dafür gibt es die Auftaustufe.
  • Belegtes Brot in den Toaster. Käse tropft auf die Heizdrähte — dafür ist der Ofen zuständig.
  • Krümel nie entfernt. Die Krümelschublade gehört regelmäßig geleert, sonst besteht Brandgefahr.

Der Toast als Rede

Wer bei einer Feier einen Toast ausbringt, hält keine Rede im eigentlichen Sinn, sondern einen kurzen Zuspruch von einer halben bis höchstens zwei Minuten.

Der Aufbau ist überschaubar: Anlass benennen, eine persönliche Beobachtung oder Anekdote, ein guter Wunsch, Glas heben. Länger sollte er nicht sein — die Gäste stehen mit gefüllten Gläsern.

Üblich ist, dass zuerst der Gastgeber spricht. Wer als Gast einen Toast ausbringen möchte, stimmt das kurz ab, damit sich Beiträge nicht überschneiden.

Toast Hawaii und andere Klassiker

Der belegte und überbackene Toast ist ein eigenes Gericht mit eigener Geschichte. Toast Hawaii — Toastbrot, Schinken, Ananasscheibe, Käse — wurde in Deutschland ab den späten 1950er-Jahren durch das Fernsehen populär und gilt als Sinnbild der Wirtschaftswunderküche.

Daneben gibt es den Croque Monsieur aus Frankreich mit Schinken und Béchamel, den Welsh Rarebit aus Wales mit einer würzigen Käsemasse und den italienischen Tramezzino als weiche, ungeröstete Variante.

Allen gemeinsam ist die Idee, aus einer Scheibe Weißbrot mit wenigen Zutaten eine warme Mahlzeit zu machen. Das erklärt die Beliebtheit über Ländergrenzen hinweg.

Häufige Fragen

Heißt es der oder das Toast?

Beim Trinkspruch der, beim Brot der oder das.

Wie lautet der Plural?

Die Toasts oder die Toaste.

Und das Toastbrot?

Immer sächlich.

Woher kommt das Wort?

Vom lateinischen tostus für geröstet, über das Englische.

Wie lautet das Partizip von toasten?

Getoastet.

Was gilt in Österreich?

Dort ist das Toast verbreitet.

Warum wird Toast braun?

Durch die Maillard-Reaktion zwischen Zucker und Eiweißen.

Wie dunkel sollte man rösten?

Goldgelb, nicht dunkelbraun.

Darf belegtes Brot in den Toaster?

Nein, dafür ist der Backofen da.

Wie lang sollte ein Toast sein?

Eine halbe bis höchstens zwei Minuten.

Was ist Toast Hawaii?

Toastbrot mit Schinken, Ananas und Käse, überbacken.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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