Inhalt
Kurz gesagt: dasselbe meint ein und dasselbe Ding. das Gleiche meint zwei Dinge, die sich gleichen. Und: dasselbe schreibt man zusammen, das Gleiche getrennt und groß.
Wir tragen dasselbe Kleid heißt: Wir stecken beide darin. Wir tragen das gleiche Kleid heißt: Es gibt zwei davon.
dasselbe – Identität
Es geht um ein einziges Exemplar: Wir fahren mit demselben Zug. Ein Zug, zwei Fahrgäste.
Geschrieben wird zusammen und klein: derselbe, dieselbe, dasselbe, denselben, demselben.
das Gleiche – Übereinstimmung
Es geht um zwei Dinge, die sich in ihren Eigenschaften decken: Wir haben das gleiche Auto. Zwei Autos desselben Modells.
Geschrieben wird getrennt, das Adjektiv groß: das Gleiche, der Gleiche, die Gleiche.
Wie streng ist die Unterscheidung?
In der Umgangssprache verschwimmt sie, und der Duden verzeichnet, dass das gleiche häufig auch dort steht, wo Identität gemeint ist. In sorgfältigen Texten — Verträgen, Aufsätzen, Berichten — sollte man sie einhalten, weil sie den Sinn ändert.
Die feste Wendung
Gleiches mit Gleichem vergelten und ganz das Gleiche bleiben unverändert. In ein und dasselbe steht immer die Zusammenschreibung.
Getrennt oder zusammen geschrieben
Derselbe, dieselbe und dasselbe werden zusammengeschrieben, weil sie ein einziges Wort bilden. Bei der Gleiche gilt das nicht: Hier stehen Artikel und Adjektiv getrennt, und das Adjektiv wird großgeschrieben, wenn es als Nomen gebraucht wird. Er sagt immer das Gleiche ist deshalb korrekt.
Steht ein Substantiv dahinter, wird kleingeschrieben: der gleiche Wagen, die gleiche Farbe. Die Großschreibung betrifft nur den Fall ohne Bezugswort. Das ist dieselbe Regel wie bei alles Gute oder das Beste.
Bei zusammengesetzten Formen mit Präposition verschmilzt der Artikel: aus demselben Grund, aber im selben Jahr. Sobald der Artikel im Verhältniswort steckt, wird getrennt geschrieben. Diese Ausnahme wird häufig übersehen.
Wie derselbe gebeugt wird
Beide Bestandteile werden gebeugt, der vordere wie ein Artikel, der hintere wie ein Adjektiv. Im Genitiv heißt es desselben Mannes, im Dativ demselben Mann, im Plural denselben Leuten. Nur die Schreibung bleibt zusammen.
Falsch ist deshalb die Form demselbem oder derselbe Frau. Wer unsicher ist, ersetzt versuchsweise durch der gleiche und beugt diesen Ausdruck. Die Endungen stimmen dann überein.
Im Plural verschwindet der Unterschied im Klang fast völlig, weil dieselben und die gleichen ähnlich gebraucht werden. Geschrieben bleibt die Unterscheidung trotzdem sichtbar. Sie fällt in Prüfungen auf.
Woher die beiden Wörter kommen
Derselbe entstand aus der Verbindung des Artikels mit dem alten Wort selb, das schon im Althochdeutschen die Bedeutung eben dieser trug. Es steckt heute noch in selbst und in Wendungen wie zur selben Zeit. Aus zwei Wörtern wurde im Lauf der Zeit eines.
Gleich geht dagegen auf ein germanisches Wort mit der Bedeutung von gleicher Gestalt zurück, verwandt mit Leiche im alten Sinn von Körper. Es beschreibt also Ähnlichkeit der Erscheinung, nicht Identität. Genau darin liegt der heutige Unterschied.
Die scharfe Trennung beider Wörter ist erst durch die Sprachpflege des 19. Jahrhunderts populär geworden. Ältere Texte gehen deutlich freier damit um. Sprachhistorisch handelt es sich also um eine junge Regel.
Wo die Unterscheidung wirklich zählt
In juristischen und technischen Texten kann der Unterschied den Inhalt verändern. Wer dasselbe Bauteil ausbaut und wieder einsetzt, hat etwas anderes getan als jemand, der das gleiche Bauteil einsetzt. Bei Garantie- und Haftungsfragen ist das entscheidend.
Auch in Protokollen und Gutachten wird deshalb genau formuliert. Häufig weichen die Verfasser ganz auf eindeutige Wörter aus, etwa identisch oder baugleich. Das vermeidet jede Auslegung.
Im Alltag ist die Verwechslung dagegen folgenlos. Kaum jemand missversteht den Satz, dass zwei Kolleginnen dasselbe Auto fahren. Der Zusammenhang klärt die Bedeutung.
Was die Wörterbücher sagen
Der Duden führt beide Formen und beschreibt die Unterscheidung als Empfehlung des sorgfältigen Schreibens, nicht als Rechtschreibregel. Verstöße gelten damit nicht als Fehler im Sinne der amtlichen Regelung. In Schulaufsätzen werden sie trotzdem oft angestrichen.
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache zeigt zu beiden Ausdrücken Belege aus Zeitungstexten. Dort lässt sich nachlesen, wie häufig die Formen tatsächlich vermischt werden. Das Ergebnis ist ernüchternd für die reine Lehre.
Der häufigste Fehler in der Praxis
Am häufigsten wird das Gleiche zusammengeschrieben, also dasgleiche. Diese Schreibweise gibt es nicht, weder nach alter noch nach neuer Rechtschreibung. Rechtschreibprüfungen markieren sie meist zuverlässig.
Der zweithäufigste Fehler ist die Trennung von dasselbe zu das selbe. Auch das ist falsch, weil beide Teile ein Wort bilden. Getrennt steht selbe nur nach einem verschmolzenen Artikel wie im oder zum.
Eine einfache Kontrolle: Steht ein das davor, muss selbe angehängt werden. Steht ein im, am oder zum davor, bleibt selbe allein stehen. Damit sind die beiden Fälle abgedeckt.
Ein Test in zwei Schritten
Zuerst wird gefragt, ob es sich um ein einziges Ding handelt oder um zwei. Ein einziges Ding verlangt dasselbe, zwei verlangen das Gleiche. Diese Frage lässt sich fast immer eindeutig beantworten.
Danach wird geprüft, ob ein Substantiv folgt. Folgt eines, wird kleingeschrieben, folgt keines, wird großgeschrieben. Beide Schritte zusammen dauern wenige Sekunden.
Wie andere Sprachen es lösen
Das Englische unterscheidet mit the same nicht zwischen Identität und Übereinstimmung und muss bei Bedarf umschreiben, etwa mit the very same. Das Französische kennt mit le même denselben Fall. Die deutsche Trennung ist also keineswegs selbstverständlich.
Umgekehrt gibt es Sprachen mit noch feineren Abstufungen, etwa im Japanischen. Für Übersetzungen bedeutet das regelmäßig einen Verlust an Genauigkeit. Fachtexte lösen das mit eindeutigen Ersatzwörtern.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied?
dasselbe meint ein Ding, das Gleiche zwei gleichartige.
Wird dasselbe zusammengeschrieben?
Ja, immer.
Und das Gleiche?
Getrennt, mit großem G.
Ist der Fehler schlimm?
Er ändert die Aussage – in sorgfältigen Texten also ja.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Das Gleiche oder dasselbe? Der Unterschied und wann er zählt
- Das Gleiche groß oder klein? Die Regel und dasselbe
- Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ: Verständlich erklärt
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





