Der oder das Gehalt? Artikel, Bedeutung und Plurale

Kurz gesagt: Es heißt das Gehalt. Das Gehalt ist der Lohn, Plural die Gehälter. Der Gehalt ist der Anteil oder Inhalt, Plural die Gehalte — etwa der Alkoholgehalt.

Das Gehalt wird zum Ersten überwiesen.

Warum das Gehalt?

Eine Wortform mit zwei Bedeutungen und zwei Geschlechtern — ein Fall, in dem der Artikel die Bedeutung trägt.

Die Beugung

  • Nominativ: das Gehalt
  • Genitiv: des Gehalts
  • Dativ: dem Gehalt
  • Akkusativ: das Gehalt
  • Plural: die Gehälter

Die Nebenform

Neben das Gehalt ist auch der Gehalt gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Zwei Wörter, zwei Bedeutungen

Hier liegt der seltene Fall vor, dass beide Artikel richtig sind und jeweils ein anderes Wort meinen. Das Gehalt bezeichnet die regelmäßige Bezahlung für Arbeit. Der Gehalt bezeichnet den Anteil eines Stoffes an einem Ganzen oder den inhaltlichen Wert einer Sache.

Der Satz über den Gehalt eines Weins meint also den Alkoholanteil oder die inhaltliche Fülle, nicht die Entlohnung. Umgekehrt ist das Gehalt eines Angestellten immer die Bezahlung. Der Artikel entscheidet über die Bedeutung.

Solche Paare heißen Genushomonyme. Weitere Beispiele sind der See und die See, der Band und das Band, der Kiefer und die Kiefer. In allen Fällen trennt allein der Artikel die Bedeutungen.

Die Plurale unterscheiden sich

Das Gehalt im Sinn der Bezahlung bildet den Plural die Gehälter, mit Umlaut und Endung. Der Gehalt im Sinn des Anteils bildet dagegen die Gehalte, ohne Umlaut. Diese Unterscheidung ist verbindlich.

Wer also über die Nährstoffanteile mehrerer Lebensmittel schreibt, spricht von den Gehalten. Wer über die Bezahlung mehrerer Beschäftigter schreibt, spricht von den Gehältern. Eine Vermischung fällt in Fachtexten sofort auf.

Im Genitiv Singular heißt es in beiden Fällen des Gehalts oder des Gehaltes. Der Dativ lautet dem Gehalt. Nur der Plural macht den Unterschied sichtbar.

Woher das Wort kommt

Gehalt gehört zum Verb halten und bezeichnete ursprünglich das, was etwas enthält oder in sich hält. Aus dieser Grundbedeutung entwickelte sich der Anteil eines Stoffes. Die Bedeutung Bezahlung entstand später über den Gedanken des Unterhalts.

Bis ins 19. Jahrhundert war Gehalt vor allem die Bezahlung von Beamten und Angestellten, während Arbeiter einen Lohn erhielten. Diese Trennung prägte auch das Sozialversicherungsrecht. Sie ist heute weitgehend aufgehoben.

Im geltenden Arbeitsrecht spricht das Bürgerliche Gesetzbuch neutral von Vergütung. Gehalt und Lohn sind damit umgangssprachliche Begriffe geblieben. Rechtlich macht es keinen Unterschied.

Gehalt in Zusammensetzungen

Beim Anteil finden sich Alkoholgehalt, Fettgehalt, Wassergehalt, Nährstoffgehalt und Informationsgehalt. Alle sind männlich, weil sie zum Wort für den Anteil gehören. Ihr Plural lautet entsprechend auf -e.

Bei der Bezahlung stehen Bruttogehalt, Nettogehalt, Jahresgehalt, Einstiegsgehalt und Gehaltserhöhung. Sie sind sächlich und bilden den Plural mit Umlaut. Der Unterschied bleibt also auch in Zusammensetzungen erhalten.

Verwirrend wirkt nur die Gehaltsangabe, die trotz des s im Fugenelement zum sächlichen Wort gehört. Das Fugen-s ist eine reine Verbindung. Es sagt nichts über das Geschlecht.

Der häufigste Fehler

Am häufigsten wird der Plural vermischt, etwa in der Formulierung die Alkoholgehälter. Richtig sind die Alkoholgehalte. Der Umlaut gehört ausschließlich zur Bezahlung.

Ein zweiter Fehler betrifft den Artikel bei Fachtexten über Inhaltsstoffe, wo häufig das Gehalt an Eisen steht. Richtig ist der Gehalt an Eisen. In Laborberichten fällt das sofort auf.

Wie Gehalt und Lohn im Alltag verwendet werden

Umgangssprachlich meint Gehalt eine feste monatliche Summe, während Lohn nach geleisteten Stunden berechnet wird. Diese Unterscheidung stammt aus der Zeit, als Angestellte und Arbeiter getrennte Statusgruppen bildeten. Sie hat rechtlich keine Bedeutung mehr.

In Arbeitsverträgen steht heute meist Vergütung oder Entgelt, weil diese Begriffe beide Formen abdecken. Tarifverträge sprechen ebenfalls von Entgeltgruppen. Wer einen Vertrag prüft, sollte auf diese Wörter achten.

Für die Sozialversicherung ist ohnehin das beitragspflichtige Arbeitsentgelt maßgeblich, nicht die Bezeichnung im Vertrag. Zuschläge, Sachbezüge und Einmalzahlungen zählen dabei mit. Die Einzelheiten regelt das Sozialgesetzbuch.

Wo Zahlen zum Gehalt zu finden sind

Belastbare Angaben zu Verdiensten veröffentlicht das Statistische Bundesamt, aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen und Qualifikation. Die Daten stammen aus einer verpflichtenden Erhebung bei Betrieben. Sie sind kostenlos abrufbar.

Vergleichsportale im Netz beruhen dagegen auf freiwilligen Angaben und sind entsprechend verzerrt. Wer zufrieden ist, meldet sich seltener als wer unzufrieden ist. Als grobe Orientierung taugen sie dennoch.

Wie eine Gehaltsabrechnung aufgebaut ist

Oben steht das Bruttoentgelt, darunter folgen Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer sowie die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Am Ende steht der Auszahlungsbetrag. Arbeitgeber sind zur Abrechnung in Textform verpflichtet.

Zusätzlich ausgewiesen werden Sachbezüge, Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit sowie vermögenswirksame Leistungen. Steuerfreie Zuschläge sind gesondert gekennzeichnet. Wer Fehler vermutet, wendet sich an die Lohnbuchhaltung.

Die Abrechnung sollte aufbewahrt werden, mindestens bis zum Rentenbeginn. Sie ist der Nachweis für gezahlte Beiträge. Die Rentenversicherung fordert sie bei Lücken an.

Wo man den Artikel nachschlägt

Der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache führen beide Wörter als getrennte Einträge mit eigenem Geschlecht und eigenem Plural. Das macht den Unterschied auf einen Blick sichtbar. Beide sind kostenlos zugänglich.

Wer im Zweifel ist, prüft die Bedeutung: Geht es um Geld, ist es sächlich. Geht es um einen Anteil oder Inhalt, ist es männlich. Diese Frage genügt in jedem Fall.

Häufige Fragen

Heißt es das Gehalt?

Das Gehalt ist der Lohn, Plural die Gehälter. Der Gehalt ist der Anteil oder Inhalt, Plural die Gehalte — etwa der Alkoholgehalt.

Wie lautet der Plural?

die Gehälter

Wie lautet der Genitiv?

des Gehalts

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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