Der oder das Carport? Artikel, Plural und Baurecht

Kurz gesagt: Es heißt der Carport. Der Carport ist die häufigere Form, das Carport steht ebenfalls im Duden.

Der Carport braucht eine Baugenehmigung.

Warum der Carport?

Aus dem Englischen. Das Geschlecht richtet sich nach der Port beziehungsweise der Unterstand.

Die Beugung

  • Nominativ: der Carport
  • Genitiv: des Carports
  • Dativ: dem Carport
  • Akkusativ: den Carport
  • Plural: die Carports

Die Nebenform

Neben der Carport ist auch das Carport gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Woher das Wort kommt

Carport setzt sich aus dem englischen car für Auto und port für Hafen oder geschützten Platz zusammen. Geprägt hat den Begriff der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright in den 1930er Jahren für seine kostengünstigen Wohnhäuser. Er hielt eine geschlossene Garage für überflüssig.

Ins Deutsche kam das Wort erst deutlich später, in nennenswertem Umfang seit den 1970er Jahren. Vorher gab es keinen eigenen Begriff für diese Bauform. Man sprach von einem überdachten Stellplatz.

Der zweite Bestandteil erklärt zugleich das Geschlecht: Der Port ist im Deutschen männlich, etwa in der Anschluss am Rechner oder im veralteten Wort für Hafen. Nach diesem Vorbild heißt es der Carport.

Warum beide Artikel möglich sind

Wörterbücher führen neben der männlichen Form auch die sächliche als zulässige Nebenform. Sie entsteht, weil Sprecher an das Bauwerk denken und dabei an Wörter wie das Gebäude oder das Dach anknüpfen. Beide Wege sind nachvollziehbar.

Die männliche Form ist deutlich häufiger und in Fachtexten des Bauwesens die Regel. Wer sicher gehen will, wählt sie. Die sächliche Form gilt aber nicht als Fehler.

Solche Doppelformen sind bei Anglizismen normal, solange sich der Gebrauch noch einpendelt. Nach einigen Jahrzehnten setzt sich meist eine Variante durch. Bei Carport ist dieser Vorgang noch nicht abgeschlossen.

Beugung und Plural

Im Genitiv heißt es des Carports, im Dativ dem Carport und im Akkusativ den Carport. Ein zusätzliches e im Genitiv ist unüblich. Der Plural lautet die Carports mit englischem s.

Bei der sächlichen Nebenform gelten dieselben Endungen, nur der Artikel ändert sich. Gemischte Formen innerhalb eines Textes wirken nachlässig. Man sollte sich für eine Variante entscheiden.

In Zusammensetzungen entscheidet der letzte Bestandteil: das Carportdach, die Carportüberdachung, der Doppelcarport. Der erste Teil spielt keine Rolle. Diese Regel gilt für alle zusammengesetzten Substantive.

Was baurechtlich zu beachten ist

Ob ein Carport genehmigt werden muss, regeln die Landesbauordnungen und damit jedes Bundesland für sich. Verbreitet ist eine Freistellung bis zu einer bestimmten Grundfläche und Höhe, häufig im Bereich um dreißig Quadratmeter. Verfahrensfrei heißt dabei nicht, dass keine Vorschriften gelten.

Weiterhin einzuhalten sind Abstandsflächen zum Nachbargrundstück, Festsetzungen des Bebauungsplans und brandschutzrechtliche Vorgaben. An der Grenze ist der Bau oft zulässig, aber nur bis zu bestimmten Längen und Höhen. Die genauen Werte nennt das jeweilige Landesrecht.

Vor dem Bau lohnt deshalb eine Anfrage beim Bauamt der Gemeinde. Sie ist kostenlos oder kostet wenig und schafft Sicherheit. Ein nachträglicher Rückbau ist deutlich teurer.

Carport oder Garage

Ein Carport ist an mindestens einer Seite offen und deshalb gut belüftet. Feuchtigkeit vom Fahrzeug trocknet schneller ab, was Rost entgegenwirkt. Eine geschlossene Garage schützt dagegen besser vor Diebstahl und Verschmutzung.

In der Kfz-Versicherung wird beides unterschiedlich behandelt: Ein abschließbarer Garagenstellplatz kann die Prämie senken, ein Carport in der Regel nicht. Ob es einen Nachlass gibt, hängt vom Anbieter ab. Ein Vergleich lohnt sich.

Materialien und Bauformen

Die verbreitetsten Bauformen sind Flachdach-, Sattel- und Pultdachcarports, ausgeführt in Holz, Aluminium oder Stahl. Holz ist günstig und muss regelmäßig gepflegt werden, Aluminium ist wartungsarm und teurer. Stahl kommt vor allem bei großen Anlagen zum Einsatz.

Bei Holz ist die Wahl der Art entscheidend: Nadelholz braucht regelmäßigen Anstrich, Lärche und Douglasie halten länger. Kesseldruckimprägnierung verlängert die Lebensdauer zusätzlich. Die Hersteller geben dazu Pflegeintervalle an.

Zunehmend werden Carports mit Photovoltaik kombiniert, weil die Dachfläche ohnehin vorhanden ist. Baurechtlich ändert das die Einordnung meist nicht. Für die Einspeisung gelten die üblichen Anmeldepflichten.

Was ein Carport kostet

Einfache Bausätze aus Holz für einen Stellplatz beginnen im niedrigen vierstelligen Bereich. Mit Fundament, Montage und Entwässerung liegen die Gesamtkosten deutlich höher. Doppelcarports aus Aluminium erreichen leicht das Mehrfache.

Hinzu kommen je nach Gemeinde Gebühren für Genehmigung oder Anzeige. Sie liegen meist im zwei- bis dreistelligen Bereich. Die Gebührensatzung der Gemeinde nennt die Beträge.

Der häufigste Fehler beim Artikel

Verwechslungen entstehen vor allem in Zusammensetzungen, in denen der erste Bestandteil ein anderes Geschlecht hat, etwa das Auto im Autocarport. Maßgeblich ist aber immer der letzte Bestandteil. Deshalb heißt es auch dort der Carport.

Ein zweiter Stolperstein ist der Plural mit deutscher Endung, also Carporte. Diese Form gibt es nicht. Richtig ist die Carports mit englischem s.

Wo man den Artikel nachschlägt

Der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache führen beide Formen und nennen die häufigere zuerst. Für Bauunterlagen ist zusätzlich das Landesbaurecht maßgeblich, das durchgehend die männliche Form verwendet. Wer amtliche Texte zitiert, übernimmt sie am besten unverändert.

Bei Bauanträgen kommt es auf den Artikel ohnehin nicht an. Entscheidend sind Maße, Abstände und Lage. Die sprachliche Frage bleibt eine Stilfrage.

Häufige Fragen

Heißt es der Carport?

Der Carport ist die häufigere Form, das Carport steht ebenfalls im Duden.

Wie lautet der Plural?

die Carports

Wie lautet der Genitiv?

des Carports

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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