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Kurzantwort: Sieben Regeln decken das englische Komma ab: Komma vor FANBOYS zwischen Hauptsätzen, nach einleitenden Wendungen, um nicht notwendige Einschübe, in Aufzählungen, bei gleichrangigen Adjektiven, bei direkter Anrede und in Datum und Zahlen. Der häufigste Fehler deutscher Schreibender ist das Komma vor that – dort steht keines.
Englische Kommaregeln sind kürzer als die deutschen, aber sie folgen einer anderen Logik. Deutsch trennt Satzteile nach Grammatik, Englisch nach Struktur und Lesbarkeit.
Deshalb übertragen sich deutsche Gewohnheiten schlecht. Wer im Deutschen sauber arbeitet, produziert im Englischen zuverlässig zwei bis drei typische Fehler.
Hier stehen die sieben Regeln in Kurzform und danach die fünf Fehler, die in Bewerbungen, Geschäftsmails und Hausarbeiten am häufigsten vorkommen.
Die sieben Regeln in Kurzform
1. Zwei Hauptsätze: Komma vor for, and, nor, but, or, yet, so. „I called her, but she did not answer.“
2. Einleitung: Komma nach einer vorangestellten Wendung. „After the meeting, we had lunch.“
3. Einschub: Nicht notwendige Zusätze werden beidseitig abgegrenzt. „My colleague, who joined last year, runs the project.“
4. Aufzählung: Komma zwischen den Gliedern. Das letzte Komma vor and ist Stilfrage.
5. Gleichrangige Adjektive: Komma, wenn du and einsetzen könntest. „a dark, stormy night“.
6. Direkte Anrede: „Thanks, Peter.“ „Peter, please check the file.“
7. Datum und Zahlen: „September 25, 2026“ und 1,250.75.
Fehler 1: Komma vor „that“
Im Deutschen steht vor dass zwingend ein Komma. Im Englischen steht vor that keines.
Falsch: „I think, that this is correct.“ Richtig: „I think that this is correct.“
Dasselbe gilt für andere nachgestellte Nebensätze: „We stayed inside because it was raining.“ Ohne Komma.
Merke dir die Faustregel für die Reihenfolge: Nebensatz vorn bekommt ein Komma, Nebensatz hinten nicht.
Fehler 2: Der comma splice
Zwei vollständige Sätze dürfen im Englischen nicht allein durch ein Komma verbunden werden.
Falsch: „The train was late, we missed the meeting.“
Richtig sind vier Wege: Punkt setzen, Semikolon setzen, eine der FANBOYS-Konjunktionen mit Komma einfügen oder einen der Teile zum Nebensatz machen.
„The train was late, so we missed the meeting.“ „The train was late; we missed the meeting.“ „Because the train was late, we missed the meeting.“
Fehler 3: Relativsätze falsch abgegrenzt
Englisch unterscheidet zwei Arten von Relativsätzen, und die Kommas zeigen den Unterschied an.
„The employees who work remotely get an allowance.“ Ohne Komma bedeutet das: nur die Beschäftigten im Homeoffice bekommen die Zulage.
„The employees, who work remotely, get an allowance.“ Mit Kommas bedeutet es: alle Beschäftigten arbeiten remote und bekommen die Zulage.
Die Zeichensetzung verändert hier die Aussage. In amerikanischen Stilhandbüchern gehört that zum notwendigen Relativsatz ohne Komma und which zum nicht notwendigen mit Komma.
Fehler 4: „however“ ohne Semikolon
Wörter wie however, therefore, nevertheless und moreover sind keine Konjunktionen. Sie können zwei Hauptsätze nicht allein verbinden.
Falsch: „The plan was good, however, it failed.“
Richtig: „The plan was good; however, it failed.“ Oder mit Punkt: „The plan was good. However, it failed.“
Steht however am Satzanfang, folgt ein Komma. Steht es eingeschoben, wird es beidseitig abgegrenzt.
Hilfreich ist außerdem eine Gegenprobe beim Übersetzen. Wer einen deutschen Satz überträgt, sollte die Kommas nicht mitnehmen, sondern nach der englischen Struktur neu setzen. „Ich freue mich, dass Sie kommen“ wird zu „I am glad that you are coming“ – das deutsche Komma verschwindet ersatzlos.
Fehler 5: Zahlen, Datum und Anrede
Zahlen sind gegenüber dem Deutschen vertauscht. Englisch schreibt 1,000.50, Deutsch 1.000,50. Wer das übersieht, ändert in Angeboten und Rechnungen die Größenordnung.
Im amerikanischen Datum steht nach dem Jahr ein zweites Komma, wenn der Satz weitergeht: „On May 3, 2026, we signed the contract.“
Bei der Anrede im Geschäftsbrief steht im amerikanischen Englisch ein Doppelpunkt, im britischen ein Komma: „Dear Mr. Brown:“ gegenüber „Dear Mr Brown,“. In lockeren E-Mails ist das Komma überall üblich.
Nach der Grußformel steht im Englischen immer ein Komma: „Best regards,“ und darunter der Name. Im Deutschen bleibt die Grußformel ohne Zeichen.
Ein sechster Stolperstein betrifft die Adjektivreihung. „a long, difficult journey“ bekommt ein Komma, weil beide Adjektive gleichrangig sind und sich mit and verbinden ließen. „a bright red car“ bekommt keines, weil bright zu red gehört und nicht zum Auto.
Der praktische Test dafür ist einfach: Setze testweise and zwischen die Adjektive und drehe ihre Reihenfolge um. Klingt beides natürlich, gehört ein Komma dazwischen. Klingt es schief, bleibt die Stelle kommalos.
Für Bewerbungen und Geschäftsmails lohnt eine feste Entscheidung zum Oxford-Komma, bevor du schreibst. Setzt du es, dann in jeder Aufzählung des Dokuments. Die Uneinheitlichkeit fällt Muttersprachlern schneller auf als die Entscheidung selbst.
Häufige Fragen
Steht vor „and“ im Englischen ein Komma?
Zwischen zwei Hauptsätzen ja. In Aufzählungen hängt es vom Stilhandbuch ab.
Was ist das Oxford-Komma?
Das Komma vor dem letzten and einer Aufzählung. Chicago empfiehlt es, AP verzichtet meist darauf.
Wann steht ein Komma vor „which“?
Wenn der Relativsatz eine Zusatzinformation liefert und für die Identifikation nicht nötig ist.
Wie vermeide ich den comma splice?
Zähle die Verben. Zwei vollständige Sätze brauchen mehr als ein Komma.
Gilt das alles auch im britischen Englisch?
Die Grundregeln ja. Unterschiede gibt es beim Datum, bei der Anrede und beim Gebrauch von which.
Wo kann ich das nachschlagen?
Beim Purdue OWL der Purdue University und in der Grammatiksektion des Cambridge Dictionary.
Für längere Texte lohnt ein eigener Korrekturdurchgang, der nur auf Kommas achtet. Lies dabei jeden Satz einzeln und prüfe, ob er zwei vollständige Teile enthält. Diese Frage klärt die meisten Fälle schneller als jede Regel im Kopf.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





