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das oder dass: Merksatz und Eselsbrücken zum Behalten

Kurz gesagt: Der Merksatz lautet: „Dieses, jenes, welches – dann nur ein s.“ Passt keines der drei Wörter, schreibt man dass.

Der Merksatz

Dieses, jenes, welches – dann nur ein s.

Drei Ersatzwörter, ein Ergebnis. Wer sie im Kopf hat, braucht keine Grammatiktabelle.

Die zweite Eselsbrücke

„dass“ hat zwei s, weil es zwei Sätze verbindet. Das ist sachlich nicht die Begründung, aber es merkt sich gut — und es stimmt insofern, als dass immer zwischen Hauptsatz und Nebensatz steht.

Der Gegentest

Wer unsicher ist, kann auch andersherum prüfen: Lässt sich dass durch weil, ob oder damit ersetzen, ohne dass der Satz zusammenbricht? Dann ist es die Konjunktion und braucht zwei s.

Warum Merksätze hier besonders helfen

Der Fehler entsteht nicht aus Unwissen, sondern aus Tempo. Beim schnellen Schreiben denkt niemand über Wortarten nach. Ein Merksatz ist kurz genug, um trotzdem einzuspringen.

Warum Merksätze überhaupt funktionieren

Ein Merksatz ersetzt eine abstrakte Regel durch etwas Konkretes und Kurzes, das leichter abrufbar ist. Die Gedächtnisforschung nennt das Elaboration: Neue Inhalte werden mit bereits Bekanntem verknüpft. Genau deshalb bleiben Reime und Bilder besser haften als Definitionen.

Wirksam sind Merksätze vor allem dort, wo eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten zu treffen ist. Bei das und dass ist das der Fall. Deshalb gibt es dafür so viele Eselsbrücken.

Wichtig ist, dass der Merksatz die Regel vollständig abbildet. Ein unvollständiger Merksatz führt zu neuen Fehlern. Deshalb lohnt es sich, einen zu wählen und dabei zu bleiben.

Die drei Ersatzwörter

Der zuverlässigste Merksatz lautet: Wenn dieses, jenes oder welches passt, dann schreibt man das mit einem s. Alle drei Wörter decken die drei Fälle des einfachen s ab: Artikel, Demonstrativpronomen und Relativpronomen. Passt keines davon, steht dass mit zwei s.

Der Vorteil ist die Vollständigkeit: Der Satz erfasst jeden Fall und lässt keine Lücke. Kürzere Varianten mit nur einem Ersatzwort scheitern bei Relativsätzen. Deshalb sollte man alle drei nennen.

Geübt wird, indem man beim Lesen jedes das im Kopf ersetzt. Nach einigen Wochen läuft der Vorgang automatisch. Bewusst nachdenken muss man dann nur noch selten.

Die zweite Eselsbrücke

Eine ergänzende Probe nutzt die Betonung: Das mit einem s lässt sich betonen, ohne dass der Satz seltsam klingt. Genau das habe ich gemeint ist ein Beispiel. Die Konjunktion mit zwei s trägt dagegen nie den Satzakzent.

Diese Probe eignet sich besonders für Diktate, weil sie ohne Umformung des Satzes auskommt. Sie funktioniert allerdings nicht in jedem Fall. Im Zweifel bleibt die Ersatzprobe die verlässlichere Methode.

Eine dritte Hilfe ist der Blick auf das vorangehende Wort: Nach Verben des Sagens, Denkens und Fühlens folgt fast immer dass. Ich glaube, ich hoffe, er sagt sind typische Fälle. Diese Liste deckt einen großen Teil ab.

Der Gegentest

Wer sich unsicher ist, prüft umgekehrt: Lässt sich dass durch dieses ersetzen? Wenn ja, war die Schreibung mit zwei s falsch. Diese Richtung deckt genau die Fehler auf, die die erste Probe übersieht.

Nützlich ist außerdem, den Satz umzustellen. Ein Relativsatz lässt sich meist auflösen, ein Inhaltssatz nicht. Auch das ist ein brauchbarer Hinweis.

Beide Proben zusammen erfassen praktisch jeden Fall. Mehr braucht es nicht. Der Rest ist Aufmerksamkeit beim Korrekturlesen.

Warum Software hier nicht hilft

Beide Wörter existieren, deshalb erkennt eine reine Wortlistenprüfung keinen Fehler. Erst eine Analyse des Satzbaus könnte entscheiden, welche Form gemeint ist. Viele Programme leisten das nur unzuverlässig.

Sinnvoll ist deshalb eine gezielte Suche nach allen Vorkommen im fertigen Text. Bei jedem Treffer wird die Ersatzprobe angewendet. Das dauert bei einer Seite kaum eine Minute.

Wie man den Merksatz einübt

Wirksam ist, den Merksatz einmal aufzuschreiben und an einer sichtbaren Stelle zu befestigen, etwa am Bildschirmrand. Nach zwei bis drei Wochen ist er verinnerlicht und der Zettel überflüssig. Diese Methode ist aus der Vokabelarbeit bekannt.

Ergänzend hilft, jeden eigenen Text einmal ausschließlich auf diese eine Frage durchzusehen. Ein Durchgang pro Fehlerart findet mehr als ein Durchgang für alles. Bei einer Seite dauert das kaum eine Minute.

Für Kinder eignet sich das Üben an eigenen Sätzen besser als an fremden Übungsblättern. Der Bezug zum Alltag verbessert das Behalten deutlich. Fünf Sätze pro Einheit genügen.

Warum es nicht mehr daß heißt

Bis zur Rechtschreibreform von 1996 wurde die Konjunktion mit ß geschrieben. Seither gilt die Regel, dass nach kurzem Vokal ss steht und nach langem Vokal oder Doppellaut ß. Weil das a in dass kurz ist, wird ss geschrieben.

Nach derselben Regel wurden auch Fluss, Kuss und Schloss umgestellt, während Straße, Fuß und groß ihr ß behielten. Die Regel ist einfach und hat kaum Ausnahmen. Sie gilt seit 2006 verbindlich.

Wo man nachschlägt

Verbindlich ist das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, das frei abrufbar ist. Der Duden führt zusätzlich Beispiellisten und Zweifelsfälle. Beide sind kostenlos zugänglich.

Für Übungsmaterial eignen sich die Landesbildungsserver der Bundesländer. Ihre Blätter enthalten meist Lösungen. Das erleichtert die Selbstkontrolle.

Wo der Fehler besonders auffällt

In Bewerbungsschreiben, Abschlussarbeiten und Geschäftsbriefen zählt die Verwechslung zu den bekanntesten Fehlern. Personalverantwortliche nennen sie regelmäßig in Umfragen. Sie steht dort neben falschen Anreden.

Im privaten Schriftverkehr bleibt sie folgenlos. Wer sie dennoch abstellen will, nutzt die Suchfunktion im fertigen Text. Bei jedem Treffer wird die Ersatzprobe angewendet.

Häufige Fragen

Wie lautet der Merksatz?

Dieses, jenes, welches – dann nur ein s.

Gibt es eine zweite Eselsbrücke?

dass verbindet zwei Sätze und hat zwei s.

Funktioniert der Gegentest?

Ja: durch weil oder ob ersetzbar heißt dass.

Warum passiert der Fehler so oft?

Beide Wörter klingen gleich.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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