das oder dass? Die Regel, die Proben und die Fallen

Kurz gesagt: Lässt sich das Wort durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreibt man das mit einem s. Geht das nicht, steht dass mit Doppel-s.

Eine Regel, eine Probe, drei Ersatzwörter. Mehr braucht es nicht.

Die Ersatzprobe

Das Buch, das ich lese, ist spannend.welches ich lese funktioniert. Also das.

Ich hoffe, dass du kommst.dieses du kommst ergibt keinen Sinn. Also dass.

Wann das mit einem s steht

Als Artikel: das Haus, das Auto.

Als Demonstrativpronomen: Das war gut.

Als Relativpronomen nach einem sächlichen Bezugswort: Das Kind, das dort spielt.

Wann dass mit Doppel-s steht

dass ist eine Konjunktion. Es leitet einen Nebensatz ein und hat selbst keine Bedeutung — es verbindet nur.

Ich glaube, dass es regnet. Es freut mich, dass du da bist. Sie sagte, dass sie kommt.

Nach dass steht immer ein Komma davor und das gebeugte Verb am Ende.

Die Stolperfälle

so dass oder sodass? Beides ist erlaubt. Getrennt und zusammen stehen gleichberechtigt im Wörterbuch.

Nach als, weil, obwohl steht kein dass: Ich komme, weil du mich eingeladen hast — nicht weil dass.

Zwei Wörter hintereinander sind möglich und richtig: Ich weiß, dass das stimmt.

Warum der Fehler so oft passiert

Beide Wörter klingen identisch. Man hört den Unterschied nicht, man muss ihn denken. Deshalb hilft nur die Ersatzprobe — beim Schreiben kurz innehalten und dieses einsetzen.

Die Satzstellung als zweite Probe

Ein mit „dass“ eingeleiteter Nebensatz hat das gebeugte Verb am Ende: „Ich sehe, dass er kommt.“ Steht das Verb an zweiter Stelle, liegt kein dass-Satz vor. Diese Probe hilft, wenn die Ersatzprobe unklar ausfällt.

Relativsätze mit „das“ haben das Verb ebenfalls am Ende, sie enthalten aber immer ein Bezugswort davor: „das Auto, das dort steht“. Fehlt ein solches Bezugswort, kommt nur die Konjunktion infrage. Beide Proben zusammen sind praktisch sicher.

In gesprochener Sprache wird die Regel oft durch Umstellungen verdeckt, etwa bei „Dass er kommt, freut mich“. Auch hier steht das Verb am Ende des Nebensatzes, der nur vorangestellt ist. Die Prüfung funktioniert unverändert.

„das“ mit Substantiv

Steht direkt nach dem Wort ein Substantiv, handelt es sich um den bestimmten Artikel und damit immer um „das“: „das Haus“, „das Ergebnis“, „das Problem“. Diese Fälle machen einen großen Teil aller Vorkommen aus. Sie sind völlig unproblematisch.

Schwieriger wird es bei substantivierten Verben und Adjektiven, etwa „das Lesen“ oder „das Wichtigste“. Auch hier steht ein Substantiv, es wird nur großgeschrieben, weil es substantiviert ist. Der Artikel bleibt „das“.

Verwechslungsgefahr entsteht, wenn ein Nebensatz folgt: „das Wichtigste ist, dass wir anfangen“. Hier stehen beide Formen im selben Satz. Der Artikel gehört zum Substantiv, die Konjunktion leitet den Nebensatz ein.

Korrekturlesen mit System

Wer einen Text prüfen will, sucht zuerst alle Vorkommen beider Wörter mit der Suchfunktion. So entsteht eine Liste, die sich Stelle für Stelle abarbeiten lässt. Das ist zuverlässiger, als beim Lesen darauf zu achten.

Bei jeder Fundstelle wird die Ersatzprobe angewendet, im Zweifel ergänzt um die Verbstellung. Zwei Proben, die zum selben Ergebnis führen, reichen aus. Widersprechen sie sich, liegt meist ein Satzbaufehler vor.

Sinnvoll ist, den Text nach einer Pause zu prüfen, weil man eigene Formulierungen sonst überliest. Auch das Lesen von hinten nach vorn hilft, weil der Inhalt dann nicht ablenkt. Für kurze Texte genügt lautes Lesen.

Wenn beide Formen aufeinandertreffen

Die Folge „dass das“ ist korrekt und kommt häufiger vor, als viele denken: „Ich glaube, dass das stimmt.“ Das erste Wort leitet den Nebensatz ein, das zweite ist ein Demonstrativpronomen. Beide Proben bestätigen das unabhängig voneinander.

Auch „das, das“ ist möglich, wenn ein Relativsatz folgt: „das Buch, das das Thema behandelt“. Solche Sätze wirken schwerfällig und lassen sich meist umformulieren. Falsch sind sie deshalb nicht.

Wer unsicher ist, ersetzt versuchsweise beide Vorkommen einzeln. Passt bei einem „dieses“ und beim anderen nicht, ist die Schreibung geklärt. Diese Prüfung dauert wenige Sekunden.

Autokorrektur und Rechtschreibprüfung

Rechtschreibprogramme erkennen den Fehler nur eingeschränkt, weil beide Wörter existieren und die Prüfung den Satzbau bewerten müsste. Manche Grammatikprüfungen markieren typische Fälle, übersehen aber Ausnahmen. Verlassen sollte man sich darauf nicht.

Auf Mobilgeräten kommt hinzu, dass Wortvorschläge das kürzere Wort bevorzugen und dadurch fälschlich „das“ einsetzen. Wer viel am Telefon schreibt, produziert diesen Fehler deshalb häufiger. Ein kurzer Blick vor dem Absenden hilft.

Wer den Fehler dauerhaft loswerden will, übt die Ersatzprobe an eigenen Texten statt an Übungssätzen. Nach wenigen Wochen läuft die Prüfung automatisch mit. Das ist der einzige Weg, der zuverlässig wirkt.

Verwandte Zweifelsfälle

Ähnlich gelagert sind „seit“ und „seid“: „seit“ bezeichnet Zeit, „seid“ ist eine Form von „sein“. Die Probe lautet: Lässt sich „ab“ oder ein Zeitraum einsetzen, steht „seit“. Bei der Anrede an mehrere Personen steht „seid“.

Bei „wieder“ und „wider“ hilft die Bedeutung: „wieder“ heißt „noch einmal“, „wider“ bedeutet „gegen“, etwa in „widersprechen“. Letzteres kommt fast nur in festen Zusammensetzungen vor. Wer die Bedeutung kennt, macht den Fehler nicht.

Auch „Standart“ und „Standard“ gehören zu dieser Gruppe. Richtig ist „Standard“ mit d, weil das Wort aus dem Englischen stammt. Eine Verbindung zur Kunstform gibt es nicht.

Häufige Fragen

Wie lautet die Regel in einem Satz?

Ersetzbar durch dieses, jenes oder welches? Dann das mit einem s.

Heißt es so dass oder sodass?

Beides ist zulässig.

Kann dass das aufeinanderfolgen?

Ja: Ich weiß, dass das stimmt.

Steht vor dass immer ein Komma?

Ja.

Ist „dass das“ richtig?

Ja, das kommt regelmäßig vor.

Erkennt die Rechtschreibprüfung den Fehler?

Nur teilweise, verlassen sollte man sich nicht darauf.

Wie prüft man einen ganzen Text?

Alle Vorkommen suchen und einzeln die Ersatzprobe anwenden.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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