Der, die oder das App? Der richtige Artikel und Plural

Kurz gesagt: Es heißt die App. Es heißt die App. Der App und das App sind in Deutschland falsch; in der Schweiz ist das App verbreitet.

Die App braucht ein Update.

Warum die App?

Kurzform von Application. Das Geschlecht folgt der deutschen Entsprechung die Anwendung.

Die Beugung

  • Nominativ: die App
  • Genitiv: der App
  • Dativ: der App
  • Akkusativ: die App
  • Plural: die Apps

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Woher das Wort kommt

App ist die Kurzform des englischen application, das auf das lateinische applicare zurückgeht und anlegen oder anwenden bedeutet. Im Deutschen entspricht ihm die Anwendung oder die Applikation. Beide sind weiblich, und daraus ergibt sich das Geschlecht der Kurzform.

Verbreitet hat sich das Wort ab 2008 mit den Vertriebsplattformen für Mobiltelefone. Vorher sprach man von Programmen oder Anwendungen. Der Kurzbegriff setzte sich innerhalb weniger Jahre durch.

2010 wurde App in Deutschland zum Anglizismus des Jahres gewählt. Die Jury begründete das mit der schnellen und vollständigen Eingliederung ins Deutsche. Genau das zeigt sich auch am festen Artikel.

Wie Anglizismen ihr Geschlecht erhalten

Bei entlehnten Wörtern richtet sich das Geschlecht im Deutschen häufig nach dem nächstliegenden deutschen Wort. Weil Anwendung weiblich ist, heißt es die App. Nach demselben Muster heißt es die E-Mail, weil Post und Nachricht weiblich sind.

Manchmal entscheidet stattdessen die Endung. Wörter auf -er werden fast immer männlich, etwa der Computer oder der Router. Wörter auf -ing sind überwiegend sächlich.

Bleiben mehrere Muster möglich, schwankt der Gebrauch über Jahre, bis sich eine Form durchsetzt. Bei Blog etwa stehen der Blog und das Blog nebeneinander. Wörterbücher verzeichnen dann beide Varianten.

Das App in der Schweiz

In der Schweiz ist neben die App auch das App gebräuchlich und wird in Wörterbüchern als schweizerische Variante geführt. Ähnliche Unterschiede gibt es bei E-Mail, das in Österreich und der Schweiz häufig sächlich gebraucht wird. Beide Formen gelten dort als standardsprachlich.

In Deutschland und Österreich überwiegt eindeutig die weibliche Form. Wer für ein deutsches Publikum schreibt, wählt die App. In Schweizer Texten ist beides unauffällig.

Solche regionalen Unterschiede sind normal und kein Fehler. Sie betreffen vor allem junge Lehnwörter. Bei alten Wörtern ist das Geschlecht meist einheitlich.

Beugung und Plural

Im Genitiv und Dativ heißt es der App, im Akkusativ die App. Weibliche Substantive werden im Singular nicht verändert, nur der Artikel wechselt. Ein angehängtes s im Genitiv ist falsch.

Der Plural lautet die Apps, im Dativ den Apps. Eine deutsche Form Appen gibt es nicht. Das Plural-s folgt dem englischen Vorbild.

In Zusammensetzungen entscheidet der letzte Bestandteil: die Banking-App, der App-Store, die App-Entwicklung. Deshalb heißt es der Store, obwohl App weiblich ist. Diese Regel gilt ausnahmslos.

Der häufigste Fehler

Am häufigsten steht der Genitiv falsch, etwa die Funktion der Apps, wenn nur eine App gemeint ist. Richtig ist die Funktion der App. Im Singular ist die Form ohne s zu bilden.

Ein zweiter Klassiker ist die Schreibung mit großem P in der Mitte, also APP oder AppP. Es handelt sich um ein normales Substantiv, nicht um eine Abkürzung aus Anfangsbuchstaben. Deshalb wird nur der erste Buchstabe großgeschrieben.

Wo man den Artikel nachschlägt

Für Zweifelsfälle sind der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache die üblichen Anlaufstellen. Beide nennen bei schwankenden Wörtern die häufigere Form zuerst. Diese Reihenfolge ist eine Häufigkeitsangabe, keine Wertung.

Für Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genauere Quelle. Es beschreibt regionale Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.

Wer für ein internationales Publikum schreibt, entscheidet sich am besten einmal und bleibt dabei. Wechselnde Formen innerhalb eines Textes fallen unangenehm auf. Konsistenz wiegt hier schwerer als die Wahl selbst.

Verwandte Begriffe und ihr Geschlecht

Rund um die App haben sich weitere Wörter etabliert: der Store, das Widget, der Push, die Benachrichtigung, das Update. Ihr Geschlecht folgt jeweils dem nächstliegenden deutschen Wort oder der Endung. Ein einheitliches Muster gibt es nicht.

Verwechslungen entstehen besonders bei Update und Upgrade, die beide sächlich sind. Häufig liest man fälschlich der Update. Richtig ist das Update.

Wie sich das Wort im Deutschen eingelebt hat

Anders als viele Anglizismen hat App vollständige Wortbildung ausgelöst: Es gibt App-Entwicklung, App-Store, Wetter-App und appen als umgangssprachliches Verb. Diese Produktivität gilt als Zeichen für eine abgeschlossene Eingliederung. Fremdwortkritik läuft an diesem Punkt ins Leere.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die deutsche Aussprache dem Englischen folgt, die Schreibung aber deutschen Regeln, also mit großem Anfangsbuchstaben. Diese Mischung ist bei Substantiven üblich. Sie erleichtert das Lesen im Satz.

Korpusdaten zeigen einen steilen Anstieg ab 2009 und ein Plateau seit etwa 2015. Das ist ein typischer Verlauf für erfolgreiche Entlehnungen. Wörter ohne Bedarf verschwinden dagegen nach wenigen Jahren.

Der Fall der Abkürzungen

Wörter, die aus Anfangsbuchstaben bestehen, richten sich im Geschlecht nach dem ausgeschriebenen Kernwort: die SMS nach Nachricht, der PC nach Computer, die CD nach Scheibe oder Platte. App ist keine solche Abkürzung, sondern eine Kürzung eines einzelnen Wortes. Deshalb greift dort die Regel des Übersetzungsäquivalents.

Bei SMS schwankt der Gebrauch dennoch, weil manche an das Wort System denken. Wörterbücher führen deshalb die SMS und daneben das SMS. Die weibliche Form überwiegt deutlich.

Häufige Fragen

Heißt es die App?

Es heißt die App. Der App und das App sind in Deutschland falsch; in der Schweiz ist das App verbreitet.

Wie lautet der Plural?

die Apps

Wie lautet der Genitiv?

der App

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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