Ist das Herz links oder rechts? Die tatsächliche Lage

Kurz gesagt: Das Herz liegt mittig hinter dem Brustbein, nicht links. Etwa zwei Drittel seiner Masse liegen allerdings links der Mittellinie, und die Herzspitze zeigt nach links unten. Deshalb spürt und hört man es dort am deutlichsten.

„Links“ ist keine falsche Antwort. Sie ist nur ungenau.

Die genaue Lage

Das Herz sitzt im Mittelfellraum zwischen den beiden Lungenflügeln, hinter dem Brustbein und vor der Wirbelsäule.

Es ist leicht nach links gedreht und geneigt: Die Basis mit den großen Gefäßen zeigt nach rechts oben, die Spitze nach links unten – etwa zum fünften Zwischenrippenraum in Höhe der Mitte des linken Schlüsselbeins.

Der linke Lungenflügel ist deshalb kleiner als der rechte und hat eine Einbuchtung, in die das Herz passt.

Warum man es links spürt

An der Herzspitze schlägt der linke Ventrikel gegen die Brustwand. Diesen Herzspitzenstoß kann man bei schlanken Menschen mit der Hand tasten.

Der linke Ventrikel ist zudem der kräftigste Teil des Herzens – er pumpt in den gesamten Körperkreislauf und hat eine deutlich dickere Wand als der rechte, der nur die Lunge versorgt.

Wenn es spiegelverkehrt liegt

Beim Situs inversus sind die inneren Organe spiegelbildlich angelegt – das Herz zeigt nach rechts, Leber und Milz sind vertauscht.

Der Zustand ist selten und meist ohne Krankheitswert; viele Betroffene erfahren erst zufällig davon. Wichtig ist er in der Medizin, weil Untersuchungen und Eingriffe angepasst werden müssen.

Eine isolierte Rechtslage des Herzens ohne Spiegelung der übrigen Organe ist dagegen häufiger mit Herzfehlern verbunden.

Was das Herz leistet

Es ist etwa faustgroß und wiegt bei Erwachsenen rund 250 bis 350 Gramm.

Bei etwa 70 Schlägen pro Minute kommt es auf über 100.000 Schläge am Tag und rund 7.000 Liter Blut.

Wo man den Puls findet

Handgelenk. Daumenseitig, zwei Finger auflegen – nicht den Daumen benutzen, er hat einen eigenen Puls.

Hals. Seitlich neben dem Kehlkopf, nur leicht drücken.

Wann Brustschmerzen ernst sind

Bei plötzlichem, starkem Druck oder Brennen in der Brust, oft mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Kiefer oder Oberbauch, mit Atemnot, Übelkeit oder kaltem Schweiß: sofort den Notruf 112 wählen.

Bei Frauen zeigen sich Herzinfarkte häufiger mit unspezifischen Beschwerden wie Übelkeit, Erschöpfung und Rückenschmerzen – ein Grund, warum sie später erkannt werden.

Wie das Herz aufgebaut ist

Das Herz besteht aus vier Räumen: zwei Vorhöfen und zwei Kammern, getrennt durch Scheidewände und Klappen. Die rechte Hälfte pumpt Blut in die Lunge, die linke in den Körperkreislauf. Deshalb ist die linke Kammer deutlich muskulöser.

Vier Klappen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Ihre Bewegung erzeugt die hörbaren Herztöne. Veränderungen daran sind mit dem Stethoskop erkennbar.

Versorgt wird der Herzmuskel über eigene Gefäße, die Herzkranzgefäße. Verengungen dort führen zu Durchblutungsstörungen. Das ist die Grundlage der koronaren Herzkrankheit.

Wie oft es schlägt

In Ruhe schlägt das Herz bei Erwachsenen meist sechzig- bis hundertmal pro Minute. Bei Ausdauersportlern liegt der Ruhepuls oft deutlich darunter, weil das Herz pro Schlag mehr Blut auswirft. Beides ist normal.

Über ein Leben summiert sich das auf mehrere Milliarden Schläge. Bei jedem Schlag werden etwa siebzig Milliliter ausgeworfen. Daraus ergibt sich ein Volumen von rund fünf Litern pro Minute in Ruhe.

Unter Belastung steigt die Auswurfleistung um ein Vielfaches. Trainierte erreichen dabei höhere Werte als Untrainierte. Dieser Unterschied ist eine der wichtigsten Trainingswirkungen.

Wie man den Puls richtig misst

Gemessen wird am Handgelenk mit Zeige- und Mittelfinger, nicht mit dem Daumen, weil dieser einen eigenen Puls hat. Gezählt wird über dreißig Sekunden und verdoppelt. Bei unregelmäßigem Puls sollte eine volle Minute gezählt werden.

Ein unregelmäßiger Puls kann auf Vorhofflimmern hinweisen, das häufig unbemerkt bleibt und das Schlaganfallrisiko erhöht. Es ist gut behandelbar. Deshalb lohnt gelegentliches Selbstmessen ab dem mittleren Lebensalter.

Auch Blutdruckmessgeräte und Smartwatches erkennen Unregelmäßigkeiten, ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung. Ein Hinweis sollte abgeklärt werden. Ein Elektrokardiogramm liefert die Diagnose.

Was dem Herzen guttut

Regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen, moderater Alkoholkonsum, ausreichender Schlaf und Blutdruckkontrolle sind die wirksamsten Maßnahmen. Fachgesellschaften nennen sie übereinstimmend. Ihre Wirkung ist gut belegt.

Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, verteilt auf mehrere Tage. Auch Alltagsbewegung zählt dazu. Der Effekt tritt schon bei geringeren Mengen ein.

Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sollten regelmäßig kontrolliert werden, weil sie lange keine Beschwerden verursachen. Die gesetzliche Vorsorge sieht dafür Untersuchungen vor. Sie sind kostenfrei.

Wann Brustschmerz ein Notfall ist

Anhaltender Druck oder Schmerz in der Brust, oft mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Kiefer oder Oberbauch, ist ein Notfall. Dazu kommen häufig Luftnot, Übelkeit, Angst und kalter Schweiß. In diesem Fall gilt der Notruf 112.

Bei Frauen zeigen sich häufiger untypische Beschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerz oder ausgeprägte Erschöpfung. Deshalb werden Infarkte bei ihnen später erkannt. Diese Unterschiede sind gut dokumentiert.

Wichtig ist, nicht selbst zu fahren und nicht abzuwarten. Jede Minute zählt für den Erhalt von Herzmuskelgewebe. Auch bei Unsicherheit ist der Notruf richtig.

Wie man Herzgesundheit prüfen lässt

Zur Basisuntersuchung gehören Blutdruckmessung, Blutwerte und ein Elektrokardiogramm. Bei Beschwerden kommen Belastungstests und Ultraschall hinzu. Diese Untersuchungen sind bei entsprechender Indikation Kassenleistung.

Ab einem bestimmten Alter bietet die gesetzliche Vorsorge eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung an, die Herz-Kreislauf-Risiken erfasst. Sie ist kostenfrei. Viele nehmen sie nicht wahr.

Häufige Fragen

Auf welcher Seite liegt das Herz genau?

Mittig, mit etwa zwei Dritteln links der Mittellinie.

Wie groß ist das Herz?

Etwa faustgroß.

Warum hört man es links am besten?

Weil die Herzspitze dort an der Brustwand liegt.

Kann das Herz rechts liegen?

Ja, bei Situs inversus – selten und meist ohne Beschwerden.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wo liegt das Herz genau?

Mittig hinter dem Brustbein, Spitze nach links.

Wie misst man den Puls?

Mit Zeige- und Mittelfinger am Handgelenk.

Wann ist Brustschmerz ein Notfall?

Bei anhaltendem Druck mit Ausstrahlung und Luftnot.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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