Der oder das Kabel? Artikel, Beugung und Praxiswissen

Kurz gesagt: Es heißt das Kabel. Eine männliche Form gibt es nicht. Der Plural lautet die Kabel – ohne Endung, das Wort bleibt unverändert.

Anders als beim Akku gibt es hier nichts abzuwägen.

Die Beugung

Nominativ: das Kabel – die Kabel

Genitiv: des Kabels – der Kabel

Dativ: dem Kabel – den Kabeln

Akkusativ: das Kabel – die Kabel

Im Plural ändert sich das Wort nur im Dativ. „Die Kabels“ ist falsch.

Woher das Wort kommt

Über das Niederländische und Französische aus dem Lateinischen capulum für „Seil, Strick“. Ursprünglich bezeichnete es ein Tau in der Seefahrt.

Mit der Telegrafie im 19. Jahrhundert ging der Begriff auf die elektrische Leitung über – zuerst bei den Seekabeln, die über den Atlantik verlegt wurden.

Kabel, Leitung oder Draht?

Draht ist ein einzelner metallischer Leiter.

Leitung ist der Oberbegriff für alles, was Strom transportiert.

Kabel bezeichnet fachlich mehrere isolierte Adern in einem gemeinsamen Mantel – meist für feste Verlegung, auch im Erdreich.

Im Alltag wird alles Kabel genannt. In Normen und Fachtexten wird unterschieden.

Die Zusammensetzungen

Steht Kabel am Ende, bleibt es sächlich: das Stromkabel, das Netzkabel, das Ladekabel, das Verlängerungskabel.

Steht Kabel vorn, entscheidet das Grundwort: der Kabelbaum, die Kabeltrommel, der Kabelbinder, das Kabelfernsehen.

Woher das Wort kommt

Kabel geht über das Niederdeutsche auf ein französisches Wort für Tau oder Seil zurück, das seinerseits aus dem Lateinischen stammt. Ursprünglich bezeichnete es ein starkes Seil, später das Unterseekabel und schließlich jede isolierte Leitung. Die Bedeutungsverschiebung folgte der Technik.

Im Deutschen ist das Wort durchgehend sächlich, eine maskuline Form existiert nicht. Auch regional ist keine Nebenform verbreitet. Damit ist der Fall eindeutig.

Die alte Bedeutung als Seil zeigt sich noch im Wort Kabellänge, einem alten Seemaß. Es entspricht etwa 185 Metern. Solche Reste sind in der Seefahrtssprache häufig.

Kabel, Leitung und Draht

Fachsprachlich bezeichnet Draht einen einzelnen metallischen Leiter, Leitung eine isolierte Ader oder Adergruppe für die feste Verlegung und Kabel eine Konstruktion mit zusätzlichem Schutzmantel für erhöhte Beanspruchung. Im Alltag werden die Begriffe vermischt. In Normen sind sie klar getrennt.

Diese Unterscheidung hat praktische Folgen: Für die Verlegung in der Erde oder im Freien sind Kabel vorgeschrieben, für die Verlegung in trockenen Innenräumen genügen Leitungen. Die zulässigen Verlegearten sind genormt. Sie stehen in den einschlägigen Regelwerken.

Kennzeichnungen wie NYM oder NYY beschreiben Aufbau und Einsatzbereich in Kurzform. Wer im Baumarkt danach sucht, findet die Bezeichnung auf dem Mantel aufgedruckt. Sie ist verbindlich.

Aufbau und Querschnitt

Ein Kabel besteht aus Leitern, Isolierung, gegebenenfalls Schirmung und einem Außenmantel. Die Leiter bestehen meist aus Kupfer, in einigen Anwendungen aus Aluminium. Der Querschnitt wird in Quadratmillimetern angegeben.

Der Querschnitt bestimmt, welcher Strom fließen darf, ohne dass sich das Kabel unzulässig erwärmt. Zu dünne Querschnitte sind eine häufige Brandursache. Die zulässigen Werte hängen zusätzlich von der Verlegeart ab.

Bei langen Strecken kommt der Spannungsfall hinzu, der bei zu dünnem Querschnitt zu Problemen führt. Deshalb wird bei Zuleitungen im Garten größer dimensioniert. Fachbetriebe rechnen das aus.

Verlegen und Sicherheit

Arbeiten an fest installierten Anlagen dürfen in Deutschland nur von Elektrofachkräften ausgeführt werden. Für Laien bleiben steckerfertige Geräte und Verlängerungen. Diese Abgrenzung dient der Sicherheit und ist versicherungsrelevant.

Im Erdreich werden Kabel in etwa sechzig Zentimetern Tiefe mit Sandbett und Trassenband verlegt. Unter befahrenen Flächen gelten größere Tiefen oder Schutzrohre. Diese Vorgaben verhindern Beschädigungen bei späteren Arbeiten.

In Wänden verlaufen Leitungen in festgelegten Installationszonen, meist waagerecht und senkrecht entlang von Schaltern und Dosen. Wer bohrt, sollte diese Zonen kennen und ein Leitungssuchgerät verwenden. Das verhindert die häufigsten Unfälle.

Datenkabel und Standards

Netzwerkkabel werden in Kategorien eingeteilt, die maximale Frequenz und Datenrate beschreiben. Für übliche Heimnetze genügt eine mittlere Kategorie, höhere Kategorien lohnen bei langen Strecken oder hohen Anforderungen. Entscheidend ist zusätzlich die Qualität der Anschlüsse.

Bei USB und Ladekabeln unterscheiden sich Kabel erheblich in Leistungs- und Datenfähigkeit, obwohl die Stecker gleich aussehen. Ein Kabel kann laden, aber keine hohen Datenraten übertragen. Die Kennzeichnung ist häufig unzureichend.

Für Ladegeräte gilt in der Europäischen Union inzwischen ein einheitlicher Anschluss für viele Geräteklassen. Ziel ist weniger Elektroschrott. Die Regelung wird schrittweise auf weitere Gerätearten ausgeweitet.

Zusammensetzungen und Redewendungen

In Zusammensetzungen bestimmt das letzte Wort das Genus: der Kabelbaum, die Kabeltrommel, das Kabelfernsehen. Der Streitfall betrifft nur das Grundwort. Diese Regel gilt im Deutschen ausnahmslos.

Die Wendung Kabelsalat beschreibt ein unübersichtliches Durcheinander von Leitungen und ist umgangssprachlich fest etabliert. Sie wird auch außerhalb der Technik verwendet. Wörterbücher verzeichnen sie.

Kabelbinder, Kabelkanal und Kabelbrücke sind praktische Lösungen gegen Stolperfallen. In Betrieben sind sie teilweise vorgeschrieben. Die Arbeitsstättenregeln nennen die Anforderungen.

Kabel richtig entsorgen

Alte Kabel gehören nicht in den Restmüll, sondern zum Elektroschrott. Sie enthalten Kupfer und Kunststoffe, die getrennt verwertet werden können. Wertstoffhöfe nehmen sie kostenlos an.

Auch der Handel ist bei bestimmten Größen zur Rücknahme verpflichtet, teils unabhängig von einem Neukauf. Diese Pflicht ergibt sich aus dem Elektrogesetz. Sie gilt auch für den Onlinehandel.

Häufige Fragen

Heißt es „die Kabel“ oder „die Kabels“?

Die Kabel.

Wie schreibt man den Dativ Plural?

Den Kabeln – mit n.

Sagt man „der Kabel“?

Nein, das ist falsch.

Was ist der Unterschied zwischen Kabel und Leitung?

Fachlich ist ein Kabel eine besondere Bauform der Leitung; umgangssprachlich wird beides gleichgesetzt.

Heißt es der oder das Kabel?

Immer das Kabel.

Was ist der Unterschied zwischen Kabel und Leitung?

Kabel haben einen zusätzlichen Schutzmantel.

Wie tief werden Kabel in der Erde verlegt?

Etwa sechzig Zentimeter, mit Sandbett und Trassenband.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


Nach oben scrollen