Desweiteren oder des Weiteren? Die richtige Schreibung

Kurz gesagt: Richtig ist des Weiteren – zwei Wörter, das zweite groß. Die Zusammenschreibung „desweiteren“ ist seit der Rechtschreibreform falsch, ebenso „des weiteren“ mit kleinem w.

Der Fehler ist so verbreitet, dass die falsche Form vielen richtiger vorkommt.

Warum getrennt

Es handelt sich um eine feste Fügung aus Artikel im Genitiv und einem substantivierten Adjektiv: des Weiteren, wörtlich „des weiteren Teils“.

Substantivierte Adjektive werden großgeschrieben, der Artikel bleibt eigenständig. Genau wie bei im Allgemeinen, im Übrigen, des Öfteren.

Die Regel an weiteren Beispielen

Richtig: des Weiteren, im Allgemeinen, im Einzelnen, im Übrigen, des Öfteren, im Folgenden, ohne Weiteres.

Falsch: desweiteren, imallgemeinen, desöfteren.

Wer die Reihe kennt, hat das Muster.

Was es bedeutet

„Außerdem“, „ferner“, „zusätzlich“. Es leitet einen weiteren Punkt ein.

Des Weiteren wurde über den Haushalt gesprochen.

Warum man es sparsam einsetzen sollte

Die Wendung klingt nach Amtsdeutsch. In den meisten Sätzen ist eine kürzere Alternative besser: außerdem, zudem, auch, daneben.

Statt Des Weiteren ist zu beachten, dass … genügt oft Außerdem gilt: …

Die häufigsten Falschschreibungen

desweiteren – zusammengeschrieben.

des weiteren – klein.

Desweiteren am Satzanfang – die Zusammenschreibung wird durch die Großschreibung nicht richtig.

Warum hier ein Genitiv steht

Die Wendung ist ein erstarrter Genitiv, wie er in älteren Sprachstufen häufiger war. Erhalten geblieben ist er in festen Fügungen wie des Öfteren, des Nachts und eines Tages. Solche Reste folgen nicht mehr der lebendigen Grammatik.

Weil ein substantiviertes Adjektiv folgt, wird es großgeschrieben. Das Muster ist dasselbe wie in im Allgemeinen oder im Wesentlichen. Wer das Muster erkennt, löst mehrere Zweifelsfälle auf einmal.

Die Zusammenschreibung wäre nur zulässig, wenn ein einziges Wort entstünde, das nicht mehr aus Artikel und Adjektiv besteht. Genau das ist hier nicht der Fall. Deshalb bleibt es bei der Getrenntschreibung.

Weitere Fügungen dieser Art

Nach demselben Muster funktionieren des Weiteren, des Öfteren, des Näheren und des Langen und Breiten. Alle werden getrennt und mit großem Anfangsbuchstaben beim Adjektiv geschrieben. Ausnahmen gibt es in dieser Gruppe nicht.

Ähnlich gelagert sind Wendungen mit Präposition, etwa im Übrigen, im Folgenden, zum Ersten und ohne Weiteres. Auch hier steht ein substantiviertes Adjektiv, das großgeschrieben wird. Diese Gruppe ist deutlich größer.

Wer sich die Struktur einmal einprägt, kann sie auf neue Fälle anwenden: Artikel oder Präposition plus großgeschriebenes Adjektiv, getrennt. Das ersetzt das Auswendiglernen einzelner Wendungen. Für Zweifelsfälle bleibt das Wörterbuch.

Warum die Wendung selten passt

Stilistisch wirkt die Formulierung schwerfällig und stammt aus der Behördensprache. In den meisten Texten sind außerdem, zudem, darüber hinaus oder ein schlichtes und die bessere Wahl. Sie sind kürzer und klingen natürlicher.

Häufig lässt sich der Übergang ganz streichen, weil der Zusammenhang ohnehin klar ist. Aufzählungen brauchen keine sprachlichen Wegweiser vor jedem Punkt. Weniger Übergangswörter machen Texte lesbarer.

In offiziellen Schreiben ist die Wendung dagegen etabliert und wirkt nicht deplatziert. Dort geht es um Förmlichkeit, nicht um Lebendigkeit. Der Kontext entscheidet.

Andere häufige Zusammenschreibfehler

Regelmäßig falsch zusammengeschrieben werden auch zu Hause, so viel, wie viel, so weit und mit Hilfe. In allen Fällen ist die Getrenntschreibung die Hauptform, teils sind Varianten zulässig. Ein Blick ins Wörterbuch klärt den Einzelfall.

Umgekehrt werden manche Wörter fälschlich getrennt, etwa infrage kommen oder aufgrund, wobei hier ebenfalls Varianten existieren. Die Rechtschreibreformen haben in diesem Bereich mehrfach nachjustiert. Ältere Texte zeigen deshalb ein anderes Bild.

Wer beruflich schreibt, legt sich für solche Fälle eine kurze Liste an. Zwanzig Einträge decken den größten Teil ab. Das ist wirksamer als jede Regelsammlung.

Wo man verbindlich nachschlägt

Die amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung werden vom Rat für deutsche Rechtschreibung herausgegeben und sind für Schulen und Behörden verbindlich. Sie stehen kostenfrei im Netz. Für Grenzfälle sind sie die maßgebliche Quelle.

Ergänzend sind die großen Wörterbücher hilfreich, weil sie die Regeln auf Einzelfälle anwenden und Varianten kennzeichnen. Sie werden nach jeder Anpassung überarbeitet. Für den Alltag reichen sie aus.

Digitale Korpora zeigen zusätzlich, welche Schreibung tatsächlich verwendet wird. Das ist für Zweifelsfälle interessant, ersetzt aber nicht die Regel. Bei Rechtschreibung entscheidet die Norm, nicht die Häufigkeit.

Wie man den Fehler abstellt

Die zuverlässigste Methode ist, die Wendung im eigenen Wortschatz zu ersetzen. Wer statt der Fügung außerdem oder zudem schreibt, kann den Fehler nicht mehr machen. Das löst das Problem an der Wurzel.

Wer sie behalten will, prägt sich das Muster ein: Artikel plus großgeschriebenes Adjektiv, immer getrennt. Ein Merksatz mit zwei Beispielen genügt. Nach kurzer Zeit sitzt es.

Rechtschreibprogramme markieren die Zusammenschreibung meist zuverlässig, weil das Wort nicht existiert. Verlassen sollte man sich darauf trotzdem nicht. Eine eigene Prüfung bleibt nötig.

Wie sich Schreibungen im Netz verbreiten

Falsche Schreibweisen halten sich hartnäckig, weil sie millionenfach in Foren, Kommentaren und automatisch erzeugten Texten stehen. Wer nach der Schreibung sucht, findet deshalb beide Varianten und schließt daraus fälschlich, beide seien zulässig. Häufigkeit ist bei Rechtschreibung aber kein Argument.

Verbindlich ist allein das amtliche Regelwerk, an dem sich Schulen, Behörden und Verlage orientieren. Es ist kostenfrei zugänglich und wird bei Änderungen aktualisiert. Für Streitfälle ist es die einzige maßgebliche Quelle.

Wer Texte veröffentlicht, sollte deshalb im Zweifel dort nachsehen statt in Suchergebnissen. Der Unterschied kostet eine Minute. Er entscheidet aber darüber, ob ein Text professionell wirkt.

Häufige Fragen

War „des weiteren“ früher richtig?

Vor der Rechtschreibreform war die Kleinschreibung üblich. Heute gilt die Großschreibung.

Kann man es an den Satzanfang stellen?

Ja: Des Weiteren wurde beschlossen …

Was ist der Unterschied zu „weiterhin“?

Weiterhin kann zeitlich gemeint sein („auch künftig“), des Weiteren nie.

Wie schreibt man es richtig?

Des Weiteren, getrennt und mit großem W.

Warum wird groß geschrieben?

Es handelt sich um ein substantiviertes Adjektiv.

Gibt es bessere Alternativen?

Außerdem, zudem oder darüber hinaus.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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