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Kurz gesagt: Es heißt der Kommentar. Eine sächliche Form gibt es nicht. Der Plural lautet die Kommentare, der Genitiv Singular des Kommentars.
Anders als bei Laptop oder Kiosk gibt es hier nichts abzuwägen. Es gibt nur eine Form.
Warum männlich
Das Wort stammt vom lateinischen commentarius – „Aufzeichnung, Notizbuch“. Die lateinische Endung -us kennzeichnet männliche Substantive, und dieses Geschlecht wurde bei der Übernahme beibehalten.
Die Beugung
Nominativ: der Kommentar – die Kommentare
Genitiv: des Kommentars – der Kommentare
Dativ: dem Kommentar – den Kommentaren
Akkusativ: den Kommentar – die Kommentare
Die Betonung liegt auf der letzten Silbe: Kommentar.
Warum trotzdem viele „das“ sagen
Der Grund liegt vermutlich bei ähnlich klingenden sächlichen Wörtern: das Formular, das Exemplar, das Vokabular, das Inventar.
Die Endung -ar ist im Deutschen kein verlässlicher Hinweis auf das Geschlecht. Männlich sind unter anderem der Kommentar, der Kalendar und der Bibliothekar.
Die Bedeutungen
Meinungsäußerung. Unter einem Beitrag im Netz oder als journalistische Textform, die im Gegensatz zur Nachricht ausdrücklich Position bezieht.
Erläuterndes Werk. In den Rechtswissenschaften ein Standardwerk, das ein Gesetz Paragraf für Paragraf auslegt.
Verwandte Wörter
kommentieren, der Kommentator, kommentarlos. Bei der Kommentator ist das männliche Geschlecht ebenfalls eindeutig.
Woher das Wort stammt
Der Begriff geht auf das lateinische commentarius zurück, das Aufzeichnung oder Denkschrift bedeutet. Über das Französische kam er ins Deutsche und behielt dabei das männliche Geschlecht. Diese Herkunft erklärt den Artikel.
Wörter dieser Gruppe bezeichnen häufig Personen oder Sachen mit männlichem Genus, etwa Kommissar oder Notar. Bei Kommentar handelt es sich dagegen um eine Sache, was zur Unsicherheit beiträgt. Die Endung allein entscheidet hier nicht.
Im Deutschen ist das Genus bei Lehnwörtern aus dem Lateinischen meist stabil, weil es mit dem Wort übernommen wurde. Abweichungen entstehen vor allem bei Wörtern aus dem Englischen. Deshalb ist der Fall hier eindeutig.
Der Kommentar im Journalismus
Im Journalismus bezeichnet der Kommentar eine klar gekennzeichnete Meinungsform, die vom Bericht getrennt wird. Diese Trennung von Nachricht und Meinung gehört zu den Grundsätzen des Pressekodex. Sie ist für Leserinnen und Leser entscheidend.
Ein Kommentar ist namentlich gezeichnet und argumentiert, statt nur zu berichten. Er darf zuspitzen, muss sich aber auf zutreffende Tatsachen stützen. Falsche Tatsachenbehauptungen sind auch im Kommentar unzulässig.
Verwandte Formen sind der Leitartikel, die Glosse und die Analyse. Sie unterscheiden sich in Ton und Umfang. Alle gehören zur Meinungsseite und werden entsprechend gekennzeichnet.
Kommentare in Recht und Technik
In der Rechtswissenschaft ist ein Kommentar ein Standardwerk, das Gesetze Paragraf für Paragraf erläutert und die Rechtsprechung einordnet. Solche Werke umfassen oft mehrere Bände und erscheinen in regelmäßigen Neuauflagen. Sie gehören zur Grundausstattung jeder Kanzlei.
In der Programmierung bezeichnet ein Kommentar Text im Quellcode, der nicht ausgeführt wird und der Erklärung dient. Gute Kommentare erläutern, warum etwas so gelöst wurde, nicht was ohnehin im Code steht. Auch hier gilt das männliche Genus.
In beiden Fällen ist die Bedeutung eine andere als im Journalismus, das Wort bleibt aber dasselbe. Solche Mehrfachbedeutungen sind bei Lehnwörtern häufig. Sie ändern nichts am Artikel.
Die Kommentarfunktion im Netz
Betreiber von Webseiten haften für Kommentare Dritter erst, wenn sie von einem rechtswidrigen Inhalt Kenntnis erlangen und ihn nicht entfernen. Diese Regel folgt aus dem europäischen und deutschen Telemedienrecht. Sie ist der Grund für Meldefunktionen.
Für größere Plattformen gelten inzwischen zusätzliche Pflichten aus europäischem Recht, etwa Meldewege, Begründungen für Löschungen und Beschwerdeverfahren. Nutzerinnen und Nutzer können gegen Entscheidungen vorgehen. Diese Rechte sind neu und wenig bekannt.
Beleidigungen und falsche Tatsachenbehauptungen in Kommentaren sind auch dann rechtswidrig, wenn sie anonym erfolgen. Betroffene können Auskunftsansprüche geltend machen. Die Hürden dafür sind allerdings hoch.
Ähnliche Wörter auf -ar
Die Endung -ar findet sich bei maskulinen Wörtern wie Kommentar, Kalender ist ein anderer Fall, aber auch bei sächlichen wie Formular, Honorar, Inventar und Vokabular. Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Deshalb entsteht die Unsicherheit.
Hilfreich ist die Unterscheidung nach Bedeutung: Wörter, die eine Sammlung oder ein Verzeichnis bezeichnen, sind meist sächlich. Wörter für Personen und für einzelne Texte eher maskulin. Diese Faustregel deckt viele Fälle ab.
Wer unsicher ist, schlägt nach, statt zu raten. Frei zugängliche Wörterbücher nennen Genus und Beugung. Das dauert wenige Sekunden.
Warum viele die falsche Form wählen
Ein Grund ist die Analogie zu Formular und Inventar, die ähnlich klingen und sächlich sind. Ein zweiter ist der englische Einfluss, wo Genus fehlt und deshalb keine Stütze bietet. Ein dritter ist der regionale Sprachgebrauch, in dem sich Formen halten.
Hinzu kommt, dass der Fehler selten korrigiert wird, weil er das Verständnis nicht behindert. Dadurch verfestigt er sich. In geschriebenen Texten fällt er dagegen auf.
Wer den Fehler dauerhaft loswerden will, prägt sich das Wort in einem festen Satz ein. Ein Beispielsatz wirkt besser als eine Regel. Nach wenigen Wiederholungen sitzt die Form.
Wie man solche Fälle nachschlägt
Frei zugängliche Wörterbücher nennen zu jedem Stichwort Genus, Beugung und Aussprache. Für Zweifelsfälle reicht ein Blick, der wenige Sekunden dauert. Wer regelmäßig schreibt, legt sich ein Lesezeichen an.
Zusätzlich zeigen digitale Textsammlungen, wie ein Wort tatsächlich verwendet wird. Bei eindeutigen Fällen wie diesem ist das nicht nötig. Interessant wird es erst, wenn zwei Formen belegt sind.
Rechtschreibprogramme erkennen falsche Artikel nur teilweise, weil sie den Satzbau bewerten müssten. Verlassen sollte man sich darauf nicht. Eine eigene Prüfung bleibt nötig.
Häufige Fragen
Heißt es „des Kommentars“ oder „des Kommentares“?
Beides ist möglich, des Kommentars ist üblicher.
Wie lautet der Plural?
Die Kommentare.
Wo liegt die Betonung?
Auf der letzten Silbe.
Heißt es der oder das Kommentar?
Immer der Kommentar.
Woher stammt das Wort?
Vom lateinischen commentarius.
Sind alle Wörter auf -ar männlich?
Nein, Formular und Inventar sind sächlich.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





