Der oder das Gulasch? Regionale Unterschiede bei Gerichtsnamen

Der oder das Gulasch? Artikel, Herkunft und Zubereitung

Kurz gesagt: Es heißt das Gulasch. Beide Formen sind richtig. Das Gulasch gilt als Standard, der Gulasch ist in Süddeutschland und Österreich verbreitet.

Das Gulasch köchelt seit zwei Stunden.

Warum das Gulasch?

Aus dem ungarischen gulyás. Speisenamen aus dem Ungarischen schwanken im Deutschen zwischen männlich und sächlich.

Die Beugung

  • Nominativ: das Gulasch
  • Genitiv: des Gulaschs
  • Dativ: dem Gulasch
  • Akkusativ: das Gulasch
  • Plural: die Gulasche

Die Nebenform

Neben das Gulasch ist auch der Gulasch gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.

Der häufige Fehler

Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.

Woher das Wort kommt

Gulasch geht auf das ungarische gulyás zurück, das ursprünglich den Rinderhirten bezeichnete und dann sein Gericht. In Ungarn ist gulyás eine Suppe, während das dickere Schmorgericht dort pörkölt heißt. Diese Unterscheidung ging bei der Übernahme verloren.

Im Deutschen ist das Wort überwiegend sächlich, die maskuline Form ist als Nebenform verzeichnet. In Österreich ist der Gulasch verbreitet. Beide Formen stehen im Wörterbuch.

Der Plural lautet die Gulasche oder die Gulaschs, wobei beide selten gebraucht werden. Im Alltag wird das Wort meist ohne Plural verwendet. Das ist bei Speisenamen häufig.

Was ein gutes Gulasch ausmacht

Entscheidend ist das Verhältnis von Fleisch und Zwiebeln, klassisch etwa gleich viel. Die Zwiebeln zerfallen beim Schmoren und binden die Soße, weshalb Mehl unnötig ist. Genau daran erkennt man ein handwerklich gemachtes Gulasch.

Paprikapulver wird erst außerhalb der Hitze zugegeben oder mit Flüssigkeit abgelöscht, weil es sonst bitter wird. Dieser Schritt ist der häufigste Fehler. Er entscheidet über den Geschmack.

Geschmort wird bei niedriger Temperatur über mindestens zwei Stunden, bis das Bindegewebe zu Gelatine wird. Genau dadurch entsteht die typische Konsistenz. Schnelles Kochen führt zu zähem Fleisch.

Welches Fleisch geeignet ist

Geeignet sind durchwachsene Stücke mit viel Bindegewebe, etwa Wade, Schulter oder Nacken. Magere Stücke wie Filet werden beim Schmoren trocken. Der Preis ist zudem deutlich niedriger.

Üblich sind Rind, Schwein oder eine Mischung, in Österreich häufig Rind. Auch Wild eignet sich, braucht aber kürzere Garzeiten. Die Würfelgröße liegt bei etwa drei Zentimetern.

Angebraten wird portionsweise, damit sich Röstaromen bilden statt Wasser auszutreten. Ein zu voller Topf verhindert das. Dieser Schritt lohnt den Aufwand.

Regionale Varianten

In Österreich ist das Wiener Saftgulasch verbreitet, das ohne Gemüsebeilage serviert wird und viel Zwiebel enthält. In Ungarn steht die Suppenvariante mit Kartoffeln und Nudeln im Vordergrund. Beide unterscheiden sich deutlich.

In Deutschland ist Gulasch als Schmorgericht mit Soße üblich, oft mit Nudeln, Kartoffeln oder Klößen. Auch Segedíner Gulasch mit Sauerkraut ist verbreitet. Die Bezeichnungen variieren regional.

Gulaschsuppe ist in Deutschland eine eigene Kategorie und dünner als das Schmorgericht. Sie wird häufig mit Paprika und Kartoffeln zubereitet. Auf Volksfesten ist sie ein Klassiker.

Aufwärmen und Aufbewahren

Gulasch schmeckt am zweiten Tag oft besser, weil sich Aromen verbinden und die Soße nachdickt. Im Kühlschrank hält es sich zwei bis drei Tage. Es sollte zügig abkühlen und abgedeckt gelagert werden.

Einfrieren funktioniert gut, am besten portionsweise in flachen Behältern. Aufgetaut wird schonend im Kühlschrank. Beim Erwärmen sollte es einmal richtig heiß werden.

Kartoffeln in der Soße werden beim Einfrieren mehlig, weshalb sie besser frisch zugegeben werden. Nudeln quellen nach. Beides wird deshalb separat zubereitet.

Beugung und Zusammensetzungen

Der Genitiv Singular lautet des Gulaschs oder des Gulasches. Im Dativ und Akkusativ bleibt das Wort unverändert. Beide Genusformen werden gleich gebeugt.

In Zusammensetzungen bestimmt das letzte Wort das Genus: die Gulaschsuppe, der Gulaschtopf, die Gulaschkanone. Der Streitfall betrifft nur das Grundwort. Diese Regel gilt allgemein.

Für Texte empfiehlt sich die im Wörterbuch führende Form. Wer für Österreich schreibt, wählt die dort übliche. Innerhalb eines Textes sollte man einheitlich bleiben.

Was dazu passt

Klassisch werden Nockerl, Nudeln, Kartoffeln, Semmelknödel oder Brot gereicht. Entscheidend ist eine Beilage, die Soße aufnimmt. Reis ist eher unüblich, funktioniert aber ebenso.

Als Ergänzung passen saure Gurken, eingelegte Paprika oder ein Klecks Sauerrahm. Sie setzen einen Kontrast zur langen Schmorsoße. In der ungarischen Küche ist das üblich.

Beim Getränk werden kräftige Rotweine oder dunkles Bier genannt. Zwingend ist das nicht. Ein stilles Wasser tut es ebenso.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist zu wenig Zwiebel, wodurch die Soße dünn bleibt und mit Mehl gebunden werden muss. Zweiter Fehler ist zu hohe Hitze beim Schmoren, was das Fleisch zäh macht. Dritter ist zu frühes Salzen vor dem Anbraten.

Auch zu kleine Fleischwürfel sind ungünstig, weil sie beim langen Schmoren zerfallen. Drei Zentimeter sind ein guter Richtwert. Größere Stücke brauchen entsprechend länger.

Gulasch für viele Personen

Für größere Runden lässt sich Gulasch gut vorbereiten, weil es aufgewärmt gewinnt. Gerechnet wird mit etwa zweihundert Gramm Fleisch je Person. Die Zwiebelmenge wird entsprechend mitskaliert.

Wichtig ist ein ausreichend großer Topf, damit das Fleisch beim Anbraten nicht kocht. Sonst wird portionsweise gearbeitet. Der Zeitaufwand steigt dadurch, das Ergebnis ebenfalls.

Häufige Fragen

Heißt es das Gulasch?

Beide Formen sind richtig. Das Gulasch gilt als Standard, der Gulasch ist in Süddeutschland und Österreich verbreitet.

Wie lautet der Plural?

die Gulasche

Wie lautet der Genitiv?

des Gulaschs

Woran erkennt man das Geschlecht?

An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.

Welche Form ist Hauptform?

Das Gulasch, der Gulasch ist Nebenform.

Warum wird Paprikapulver nicht mitgebraten?

Es wird bei zu großer Hitze bitter.

Welches Fleisch eignet sich?

Durchwachsene Stücke mit viel Bindegewebe.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.


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