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Kurz gesagt: Es heißt vor allem — immer getrennt, immer klein. vorallem ist falsch und steht in keinem Wörterbuch.
Warum getrennt?
vor ist eine Präposition, allem das gebeugte Indefinitpronomen alles im Dativ. Zwei eigenständige Wörter, also zwei Wörter.
Dasselbe Muster: vor allen Dingen, nach allem, über allem. Niemand schriebe nachallem.
Warum der Fehler passiert
Man spricht die Wendung als eine Einheit, ohne Pause. Beim Schreiben rutscht sie dann zusammen. Dieselbe Ursache steckt hinter zurzeit gegen zur Zeit und infrage gegen in Frage — nur sind dort beide Formen erlaubt, bei vor allem nicht.
Das Komma
Steht vor allem am Satzanfang vor einem vollständigen Satz, folgt ein Komma: Vor allem, wenn es regnet, bleibe ich zu Hause.
Steht es mitten im Satz als Hervorhebung, ist das Komma freigestellt: Er mag Obst, vor allem Äpfel.
Alternativen
besonders, hauptsächlich, in erster Linie, insbesondere, namentlich. Wer vor allem in einem Text häufig braucht, kann abwechseln.
Warum die Zusammenschreibung falsch ist
Vor allem besteht aus der Präposition vor und dem substantivierten Pronomen allem im Dativ. Beide bleiben eigenständige Wörter, weil die Fügung durchsichtig ist und sich beugen ließe. Die amtliche Rechtschreibung sieht dafür keine Zusammenschreibung vor.
Nach derselben Regel werden auch vor allen Dingen, im Allgemeinen und im Übrigen getrennt geschrieben. Zusammengeschrieben werden dagegen erstarrte Fügungen wie beiseite, zuhause im schweizerischen Gebrauch oder infolge. Die Grenze verläuft entlang der Frage, ob die Teile noch erkennbar sind.
Wörterbücher führen vorallem nicht als Variante. Rechtschreibprüfungen markieren die Form zuverlässig. Sie gilt schlicht als Fehler.
Warum der Fehler so häufig passiert
Gesprochen bilden vor und allem eine einzige Betonungseinheit ohne Pause. Das Ohr hört ein Wort, die Hand schreibt ein Wort. Genau daraus entsteht der Fehler.
Verstärkt wird das durch andere Fügungen, die tatsächlich zusammengeschrieben werden, etwa vorab, vorbei oder vorher. Dort ist die Zusammensetzung erstarrt und die Bedeutung verschoben. Bei vor allem ist beides nicht der Fall.
Hilfreich ist die Probe mit einer Beugung: vor allem Anderen, vor allen Dingen. Lässt sich das zweite Wort verändern, sind es zwei Wörter. Diese Probe funktioniert zuverlässig.
Wie das Komma gesetzt wird
Vor allem ist eine Partikel und verlangt für sich kein Komma. Steht sie am Satzanfang, folgt kein Komma: Vor allem geht es um die Kosten. Ein Komma wäre dort falsch.
Anders liegt es, wenn vor allem eine Aufzählung oder einen Einschub einleitet: Wir brauchen Zeit, vor allem aber Geduld. Dann trennt das Komma die beiden Teile. Es steht wegen des Einschubs, nicht wegen der Partikel.
Häufig wird zusätzlich ein Komma dahinter gesetzt, etwa in Vor allem, weil es schnell gehen muss. Dort ist es korrekt, weil ein Nebensatz beginnt. Der Auslöser ist wieder der Satzbau, nicht die Partikel.
Alternativen im Text
Wer Wiederholungen vermeiden will, kann besonders, insbesondere, hauptsächlich oder in erster Linie verwenden. Insbesondere ist die formellere Variante und in Behördentexten verbreitet. Hauptsächlich betont stärker den Anteil.
Zu beachten ist, dass diese Wörter nicht überall austauschbar sind. Besonders kann auch ein Adjektiv sein, insbesondere nicht. Ein Blick auf den Satz klärt, was passt.
In gesprochener Sprache wirkt vor allem natürlicher als insbesondere. In Schriftstücken an Behörden ist es umgekehrt. Die Wahl richtet sich nach der Textsorte.
Ähnliche Stolperfallen
Nach demselben Muster werden getrennt geschrieben: nach wie vor, so weit, vor allem, im Voraus. Zusammengeschrieben werden dagegen zumindest, immerhin und vielleicht. Die Zuordnung lässt sich nicht ableiten, sie muss nachgeschlagen werden.
Der Duden führt für solche Fälle eigene Übersichten. Auch das Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung ist frei abrufbar. Es enthält die vollständige Liste.
Wo der Fehler besonders auffällt
In Bewerbungsschreiben, Abschlussarbeiten und Geschäftsbriefen fällt die Zusammenschreibung sofort auf, weil sie zu den bekannten Fehlern zählt. Personalverantwortliche nennen sie regelmäßig in Umfragen. Sie steht dort neben dass und das.
Im privaten Schriftverkehr bleibt der Fehler folgenlos. Wer ihn dennoch abstellen möchte, nutzt die Suchfunktion im fertigen Text. Das dauert wenige Sekunden.
Rechtschreibprüfungen erkennen die Form zuverlässig, weil vorallem kein deutsches Wort ist. Anders als bei dass und das reicht hier also die Software. Ein eigener Durchgang ist nicht nötig.
Wie man sich die Regel merkt
Eine einfache Eselsbrücke lautet: Vor allem sind es zwei Wörter, also schreibt man auch zwei. Wer das Wort allem als eigenständig erkennt, schreibt automatisch getrennt. Diese Erkenntnis genügt.
Hilfreich ist außerdem der Vergleich mit vor allen Dingen, das niemand zusammenschreiben würde. Beide Fügungen sind gleich gebaut. Was für die eine gilt, gilt für die andere.
Wo man nachschlägt
Der Duden und das Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führen die Fügung ausdrücklich auf. Beide sind kostenlos zugänglich. Das Regelwerk enthält zusätzlich die Begründung.
Für Zweifelsfälle bei Getrennt- und Zusammenschreibung gibt es dort eigene Übersichten. Sie sind nach Wortarten geordnet. Ein Blick darauf klärt die meisten Fälle.
Was die amtliche Regelung sagt
Das Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung behandelt solche Fügungen im Abschnitt zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Maßgeblich ist, ob die Bestandteile ihre eigene Bedeutung behalten. Bei vor allem ist das der Fall.
Zusammengeschrieben wird dagegen, wenn ein Bestandteil nicht mehr selbstständig vorkommt oder die Bedeutung sich verschoben hat. Beispiele sind zumal und obgleich. Die Grenze ist damit klar beschrieben.
Ähnliche Fügungen im Überblick
Getrennt geschrieben werden unter anderem im Allgemeinen, im Übrigen, im Voraus, vor allen Dingen und nach wie vor. Zusammengeschrieben werden zumindest, immerhin, zumal und infolge. Die Zuordnung folgt der Frage nach der Selbstständigkeit der Teile.
Bei einigen Fügungen sind beide Schreibungen zugelassen, etwa bei sodass und so dass. Innerhalb eines Textes sollte man sich für eine entscheiden. Wörterbücher nennen beide.
Häufige Fragen
Schreibt man vor allem zusammen?
Nein, immer getrennt.
Groß oder klein?
Klein, außer am Satzanfang.
Folgt ein Komma?
Vor einem Nebensatz ja, sonst freigestellt.
Gibt es vorallem im Duden?
Nein.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





