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Kurz gesagt: Es heißt der Kamin. In Deutschland heißt es der Kamin. In der Schweiz ist das Kamin gebräuchlich.
Der Kamin muss gekehrt werden.
Warum der Kamin?
Aus dem lateinischen caminus für Ofen. In Deutschland durchgehend männlich.
Die Beugung
- Nominativ: der Kamin
- Genitiv: des Kamins
- Dativ: dem Kamin
- Akkusativ: den Kamin
- Plural: die Kamine
Die Nebenform
Neben der Kamin ist auch das Kamin gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.
Der häufige Fehler
Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.
Woher das Wort kommt
Kamin geht über das lateinische caminus auf das griechische kaminos zurück, das Ofen oder Schmelzofen bedeutete. Über die römische Bautechnik gelangte das Wort in die Sprachen Mitteleuropas. Im Deutschen ist es seit dem Mittelalter belegt.
Die Grundbedeutung war der Feuerraum selbst, nicht der Rauchabzug. Erst später ging der Begriff auch auf den Schacht über. Diese Doppelung erklärt einen Teil der heutigen Verwirrung.
Verwandt sind das italienische camino und das französische cheminée, aus dem wiederum das englische chimney entstand. Alle bezeichnen den Rauchabzug oder die Feuerstelle. Die Wurzel ist in allen Fällen dieselbe.
Kamin, Schornstein und Ofen
Im heutigen Sprachgebrauch meint Kamin meist die offene oder verglaste Feuerstelle im Wohnraum. Der Schornstein ist der Abgasschacht, der durch das Dach führt. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz wird allerdings auch der Schacht selbst Kamin genannt.
Ein Kaminofen ist ein geschlossener, freistehender Ofen mit Sichtscheibe, der an den Schornstein angeschlossen wird. Er hat einen deutlich höheren Wirkungsgrad als ein offener Kamin. Offene Kamine geben den größten Teil der Wärme nach draußen ab.
Für die Berufsbezeichnung gilt regional dasselbe: In Süddeutschland und Österreich heißt der Schornsteinfeger Rauchfangkehrer oder Kaminkehrer. Gemeint ist derselbe Beruf. Die Zuständigkeit regeln die Länder.
Das Kamin in der Schweiz
In der Schweiz ist neben der männlichen auch die sächliche Form gebräuchlich, also das Kamin. Wörterbücher führen sie als schweizerische Variante. Beide gelten dort als standardsprachlich korrekt.
In Deutschland und Österreich überwiegt eindeutig die männliche Form. Wer für ein deutsches Publikum schreibt, wählt der Kamin. In Schweizer Texten ist beides unauffällig.
Solche regionalen Unterschiede sind im deutschen Sprachraum normal. Sie betreffen häufig alte Lehnwörter. Ein Fehler ist keine der Formen.
Beugung und Plural
Im Genitiv heißt es des Kamins, im Dativ dem Kamin und im Akkusativ den Kamin. Eine Genitivform mit zusätzlichem e ist unüblich. Der Plural lautet die Kamine, im Dativ den Kaminen.
In Zusammensetzungen entscheidet der letzte Bestandteil: der Kaminofen, das Kaminfeuer, die Kaminverkleidung. Der erste Teil spielt keine Rolle. Diese Regel gilt ausnahmslos.
Bei der sächlichen Nebenform bleiben alle Endungen gleich, nur der Artikel wechselt. Innerhalb eines Textes sollte man sich für eine Variante entscheiden. Gemischte Formen fallen auf.
Was rechtlich für Feuerstellen gilt
Für Öfen und Kamine gilt in Deutschland die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie legt Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid fest und schreibt Übergangsfristen für ältere Geräte vor. Wer die Werte nicht einhält, muss nachrüsten oder stilllegen.
Die Kontrolle übernimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau. Sie findet in festen Abständen statt und ist verpflichtend. Über das Ergebnis stellt er einen Bescheid aus.
Neue Feuerstätten müssen vor der Inbetriebnahme abgenommen werden. Auch der Anschluss an einen bestehenden Schornstein ist prüfpflichtig. Ohne Abnahme ist der Betrieb unzulässig.
Kamin in der Bergsteigersprache
Beim Klettern bezeichnet ein Kamin eine enge, senkrechte Felsspalte, in der sich ein Mensch mit Rücken und Füßen abstützen kann. Die Technik dafür heißt Kaminklettern. Der Begriff ist seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Auch hier ist das Wort männlich. Die Bedeutung leitet sich vom Bild des Rauchschachts ab. Verwechslungen mit der Feuerstelle sind im Zusammenhang ausgeschlossen.
Was beim Heizen zu beachten ist
Verbrannt werden darf nur naturbelassenes, trockenes Holz mit einer Restfeuchte unter zwanzig Prozent. Behandeltes Holz, Papier über die Anzündmenge hinaus und Abfälle sind verboten. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten.
Wichtig ist ausreichende Luftzufuhr, weil unvollständige Verbrennung Ruß und Kohlenmonoxid erzeugt. Moderne, dichte Gebäude brauchen dafür oft eine eigene Zuluftleitung. Der Schornsteinfeger prüft das bei der Abnahme.
Ein Kohlenmonoxidmelder im Aufstellraum ist eine sinnvolle Ergänzung. Das Gas ist geruchlos und nicht wahrnehmbar. Die Geräte kosten wenig.
Der häufigste Fehler beim Artikel
Verwechslungen entstehen fast nur durch die regionale Nebenform. Wer sie aus Schweizer Texten kennt, überträgt sie leicht auf deutsche. In Deutschland gilt der Kamin als die richtige Wahl.
Ein zweiter Stolperstein sind Zusammensetzungen wie das Kaminfeuer, bei denen das Geschlecht wechselt. Maßgeblich ist immer der letzte Bestandteil. Feuer ist sächlich, deshalb heißt es das Kaminfeuer.
Wo man nachschlägt
Für die regionale Verteilung ist das Variantenwörterbuch des Deutschen die genaueste Quelle. Es beschreibt schweizerische und österreichische Formen ausdrücklich als korrekt. Bibliotheken führen es meist im Bestand.
Für Beugung und Plural genügt der Duden oder das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache. Beide zeigen die vollständige Tabelle. Der Zugriff ist kostenlos.
Was ein Kamin an Wärme bringt
Ein offener Kamin nutzt nur einen kleinen Teil der eingesetzten Energie, weil der größte Teil der Wärme mit den Abgasen abzieht. Geschlossene Kaminöfen erreichen dagegen deutlich höhere Wirkungsgrade. Herstellerangaben dazu stehen auf dem Typenschild.
Als Hauptheizung eignet sich ein Kamin nur in gut gedämmten kleinen Gebäuden. In allen anderen Fällen ist er eine Ergänzung. Die Heizlast berechnet ein Fachbetrieb.
Häufige Fragen
Heißt es der Kamin?
In Deutschland heißt es der Kamin. In der Schweiz ist das Kamin gebräuchlich.
Wie lautet der Plural?
die Kamine
Wie lautet der Genitiv?
des Kamins
Woran erkennt man das Geschlecht?
An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





