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Kurz gesagt: Es heißt der Kaugummi. Der Kaugummi ist häufiger, das Kaugummi ist ebenfalls korrekt und in Österreich üblich.
Der Kaugummi klebt am Schuh.
Warum der Kaugummi?
Zusammensetzung aus kauen und Gummi. Weil das Grundwort schwankt, schwankt auch die Zusammensetzung.
Die Beugung
- Nominativ: der Kaugummi
- Genitiv: des Kaugummis
- Dativ: dem Kaugummi
- Akkusativ: den Kaugummi
- Plural: die Kaugummis
Die Nebenform
Neben der Kaugummi ist auch das Kaugummi gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.
Der häufige Fehler
Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.
Woher das Wort kommt
Kaugummi ist eine deutsche Bildung aus kauen und Gummi und übersetzt das englische chewing gum. Im Deutschen ist das Wort seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet. Sein Geschlecht folgt dem zweiten Bestandteil in der Bedeutung Gegenstand.
Weil Gummi als Stoffbezeichnung sächlich ist, führen Wörterbücher auch das Kaugummi als Nebenform. Sie ist deutlich seltener und in Österreich häufiger als in Deutschland. Beide gelten als korrekt.
Für den Alltag heißt das: In Deutschland ist die männliche Form die sichere Wahl. In österreichischen Texten fällt die sächliche nicht auf. Innerhalb eines Textes sollte man einheitlich bleiben.
Woraus die Kaumasse besteht
Der eigentliche Kaugummi besteht aus einer Kaumasse, die weder verdaut noch aufgelöst wird. Ursprünglich war das Chicle, der eingetrocknete Milchsaft des mittelamerikanischen Breiapfelbaums. Heute werden fast durchgehend synthetische Polymere verwendet.
Hinzu kommen Weichmacher, Süßungsmittel, Aromen und Farbstoffe. Die genaue Zusammensetzung gilt als Betriebsgeheimnis, die Stoffgruppen stehen aber in der Zutatenliste. Als Kaumasse werden sie sammelnd bezeichnet.
Weil die Kaumasse in der Zutatenliste nicht aufgeschlüsselt wird, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erkennbar, welche Polymere enthalten sind. Verbraucherverbände kritisieren das seit Jahren. Rechtlich ist die Sammelbezeichnung zulässig.
Was beim Verschlucken passiert
Die verbreitete Vorstellung, verschluckter Kaugummi bleibe sieben Jahre im Magen, ist falsch. Die Kaumasse wird nicht verdaut, wandert aber wie unverdauliche Ballaststoffe durch den Verdauungstrakt und wird ausgeschieden. Das dauert wenige Tage.
Problematisch wird es nur, wenn sehr große Mengen auf einmal verschluckt werden, vor allem bei kleinen Kindern. In seltenen Fällen kann sich daraus ein Verschluss bilden. Beschrieben sind solche Fälle in der Fachliteratur.
Für gelegentliches Verschlucken gilt: kein Grund zur Sorge. Wer unsicher ist, fragt in der Kinderarztpraxis nach. Ein Notfall ist es nicht.
Zuckerfrei und Zahnpflege
Zuckerfreie Kaugummis regen den Speichelfluss an, der Säuren neutralisiert und Mineralstoffe zurück in den Zahnschmelz bringt. Zahnärztliche Fachgesellschaften empfehlen sie deshalb nach Mahlzeiten, wenn Zähneputzen nicht möglich ist. Ersetzen können sie das Putzen nicht.
Häufig verwendet wird der Zuckeraustauschstoff Xylit, der von Kariesbakterien nicht verwertet werden kann. Größere Mengen wirken abführend, worauf die Packungen hinweisen müssen. Für Hunde ist Xylit giftig.
Kaugummis mit Zucker haben den gegenteiligen Effekt, weil sie die Bakterien versorgen. Der Unterschied steht auf der Packung. Er ist der wichtigste Punkt beim Kauf.
Beugung und Plural
Im Genitiv heißt es des Kaugummis, im Dativ dem Kaugummi und im Akkusativ den Kaugummi. Der Plural lautet die Kaugummis. Eine Form Kaugummi als Mehrzahl ist falsch.
In Zusammensetzungen entscheidet der letzte Bestandteil: der Kaugummiautomat, das Kaugummipapier, die Kaugummimarke. Der erste Teil ändert daran nichts. Diese Regel gilt ohne Ausnahme.
Kaugummi im öffentlichen Raum
Ausgespuckte Kaugummis gehören in vielen Städten zu den teuersten Verschmutzungen, weil sie sich stark mit dem Belag verbinden und nur mit Heißwasser oder Trockeneis zu entfernen sind. Kommunen beziffern die Kosten regelmäßig im sechsstelligen Bereich pro Jahr. Entsprechend hoch fallen Bußgelder aus.
Die Höhe richtet sich nach den Abfall- und Straßenreinigungssatzungen der Gemeinden und liegt meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. In Singapur ist der Verkauf seit 1992 weitgehend verboten, mit Ausnahmen für zahnmedizinische Produkte. Das Beispiel wird in Debatten häufig angeführt.
Für die Entsorgung gilt: Kaugummi gehört in den Restmüll, nicht in die Biotonne. Die Kaumasse ist nicht kompostierbar. Das gilt auch für Produkte mit natürlicher Kaumasse.
Der häufigste Fehler
Am häufigsten fehlt das Plural-s, etwa in zwei Kaugummi. Richtig ist zwei Kaugummis. Dieselbe Falle gibt es bei Gummis und Radiergummis.
Ein zweiter Fehler ist der Genitiv mit e, also des Kaugummies. Fremdwörter auf Vokal hängen das s direkt an. Ein Bindevokal wird nicht eingeschoben.
Wie Kaugummi bekannt wurde
Vorformen sind seit Jahrhunderten belegt, etwa Harze bei den Maya und Rindenharz in Nordeuropa. Zum industriellen Produkt wurde Kaugummi in den Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts. Verbreitet wurde er in Europa vor allem nach 1945 durch amerikanische Soldaten.
Diese Herkunft erklärt, warum das Wort im Deutschen erst spät geläufig wurde. Vorher gab es kein vergleichbares Produkt. Der Begriff entstand als direkte Übersetzung.
Wo man den Artikel nachschlägt
Der Duden und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache führen beide Formen und nennen die häufigere zuerst. Für regionale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Variantenwörterbuch die genauere Quelle. Alle drei sind in Bibliotheken oder online zugänglich.
Im Zweifel gilt für deutsche Texte die männliche Form. Sie ist eindeutig die verbreitetere. Ein Fehler ist die sächliche dennoch nicht.
Häufige Fragen
Heißt es der Kaugummi?
Der Kaugummi ist häufiger, das Kaugummi ist ebenfalls korrekt und in Österreich üblich.
Wie lautet der Plural?
die Kaugummis
Wie lautet der Genitiv?
des Kaugummis
Woran erkennt man das Geschlecht?
An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





