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Kurz gesagt: Es heißt der Joghurt. Alle drei Formen stehen im Duden. In Deutschland überwiegt der Joghurt, in Österreich das Joghurt, in der Schweiz hört man auch die Joghurt.
Der Joghurt ist abgelaufen.
Warum der Joghurt?
Aus dem türkischen yoğurt. Das Wort kam erst im 20. Jahrhundert ins Deutsche und hat sich nie auf ein Geschlecht festgelegt.
Die Beugung
- Nominativ: der Joghurt
- Genitiv: des Joghurts
- Dativ: dem Joghurt
- Akkusativ: den Joghurt
- Plural: die Joghurts
Die Nebenform
Neben der Joghurt ist auch das oder die Joghurt gebräuchlich. Welche Form gilt, hängt oft von der Region ab. In einem Text sollte man sich für eine entscheiden und dabei bleiben.
Der häufige Fehler
Wer unsicher ist, weicht gern auf eine Umschreibung aus. Das fällt im Text auf. Besser ist es, sich das Wort einmal mit Artikel einzuprägen — Vokabeln lernt man im Deutschen als Paar aus Artikel und Wort, nie als Wort allein.
Woher das Wort stammt
Joghurt geht auf das türkische Wort yoğurt zurück, das von einem Verb für eindicken abgeleitet ist. Über Reiseberichte und den Handel kam es im 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa. Die Schreibung schwankte lange.
Weil kein deutsches Grundwort vorgegeben war, entstanden mehrere Genusvarianten. Wörterbücher führen die maskuline Form als Hauptform, daneben sächlich und regional feminin. Alle drei sind verzeichnet.
In Österreich ist das sächliche Genus verbreitet, in der Schweiz ebenfalls. Diese regionalen Formen gelten dort als standardsprachlich. Ein Fehler ist keine der Varianten.
Wie Joghurt entsteht
Milch wird erhitzt, abgekühlt und mit Milchsäurebakterien beimpft, die Milchzucker zu Milchsäure abbauen. Dadurch sinkt der pH-Wert, das Milcheiweiß gerinnt und die Masse wird fest. Nach der geltenden Verkehrsauffassung werden dafür zwei bestimmte Bakterienkulturen verwendet.
Die Bebrütung dauert je nach Temperatur mehrere Stunden. Wird der Joghurt im Becher bebrütet, entsteht stichfester Joghurt; wird er vorher gerührt, cremiger. Beides steht auf der Packung.
Milder Joghurt wird mit anderen Kulturen hergestellt, die weniger Säure bilden. Er schmeckt weniger sauer und ist deshalb verbreitet. Der Nährwert unterscheidet sich kaum.
Was auf der Packung steht
Angegeben werden Fettgehalt in der Trockenmasse oder absoluter Fettgehalt, Zutaten und Nährwerte. Fruchtjoghurt enthält häufig erhebliche Mengen Zucker, was aus der Nährwerttabelle hervorgeht. Ein Vergleich lohnt sich.
Bezeichnungen wie probiotisch dürfen nur unter engen Voraussetzungen verwendet werden, weil gesundheitsbezogene Angaben in der EU zugelassen sein müssen. Viele frühere Werbeaussagen sind deshalb verschwunden. Die zugelassenen Angaben sind in einer Liste geführt.
Bei pflanzlichen Alternativen darf die Bezeichnung Joghurt nicht verwendet werden, weil sie Milcherzeugnissen vorbehalten ist. Stattdessen stehen dort Umschreibungen. Das ist europarechtlich geregelt.
Laktose und Verträglichkeit
Joghurt enthält weniger Milchzucker als Milch, weil ein Teil von den Kulturen abgebaut wird. Zusätzlich liefern die Bakterien Enzyme, die die Verdauung im Darm unterstützen. Deshalb vertragen viele Menschen mit Laktoseintoleranz Joghurt besser als Milch.
Bei ausgeprägter Unverträglichkeit gibt es laktosefreie Varianten, bei denen der Milchzucker bereits gespalten ist. Sie schmecken etwas süßer, weil die Spaltprodukte süßer wirken. Der Nährwert bleibt vergleichbar.
Eine Milchallergie ist etwas anderes als eine Laktoseintoleranz und betrifft das Eiweiß. Betroffene müssen alle Milchprodukte meiden. Diese Unterscheidung ist medizinisch wichtig.
Selbst herstellen
Für die Herstellung zu Hause wird Milch auf etwa 90 Grad erhitzt, auf 42 bis 45 Grad abgekühlt und mit etwas Naturjoghurt beimpft. Die Mischung muss anschließend mehrere Stunden warm gehalten werden. Ein Joghurtbereiter oder der Backofen mit Restwärme eignet sich dafür.
Wichtig ist saubere Arbeitsweise, weil Fremdkeime das Ergebnis verderben. Gefäße werden vorher ausgekocht. Ein Löffel des eigenen Joghurts kann als Kultur für den nächsten Ansatz dienen.
Nach mehreren Weitergaben lässt die Festigkeit nach, weil sich das Verhältnis der Kulturen verschiebt. Dann wird neu mit gekauftem Joghurt angesetzt. Das ist normal und kein Fehler.
Beugung und Zusammensetzungen
Der Genitiv Singular lautet des Joghurts, der Plural die Joghurts. Bei der sächlichen Form gilt dieselbe Beugung. Ein Plural auf -e ist nicht üblich.
In Zusammensetzungen bestimmt das letzte Wort das Genus: der Joghurtbecher, die Joghurtkultur, das Joghurtdressing. Der Streitfall betrifft nur das Grundwort. Diese Regel gilt ausnahmslos.
Für Texte empfiehlt sich die im Wörterbuch führende Form, es sei denn, der Text richtet sich an ein österreichisches oder schweizerisches Publikum. Wichtiger als die Wahl ist Einheitlichkeit. Ein Wechsel im selben Text wirkt unsauber.
Wie man Joghurt aufbewahrt
Joghurt gehört in den Kühlschrank bei etwa vier bis sieben Grad und hält sich ungeöffnet bis zum aufgedruckten Datum. Nach dem Öffnen sollte er innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Ein sauberer Löffel verlängert die Haltbarkeit deutlich.
Absetzende Molke ist normal und kein Zeichen für Verderb; sie lässt sich unterrühren oder abgießen. Verdorben ist Joghurt, wenn er hefig riecht, sprudelt oder Schimmel zeigt. Dann gehört er in den Abfall.
Einfrieren funktioniert, verändert aber die Struktur, weil die Eiweißbindung bricht. Für Smoothies ist das unproblematisch. Als Löffeljoghurt taugt aufgetauter Joghurt nicht.
Griechischer Joghurt und Skyr
Griechischer Joghurt wird abgetropft, wodurch Molke entfernt wird und der Eiweißanteil steigt. Produkte nach griechischer Art sind dagegen häufig mit Sahne oder Verdickungsmitteln hergestellt. Der Unterschied steht in der Zutatenliste.
Skyr stammt aus Island und ist streng genommen ein Frischkäse, wird aber wie Joghurt verwendet. Er ist besonders eiweißreich und fettarm. Auch dafür gibt es hierzulande Nachahmungen.
Häufige Fragen
Heißt es der Joghurt?
Alle drei Formen stehen im Duden. In Deutschland überwiegt der Joghurt, in Österreich das Joghurt, in der Schweiz hört man auch die Joghurt.
Wie lautet der Plural?
die Joghurts
Wie lautet der Genitiv?
des Joghurts
Woran erkennt man das Geschlecht?
An der Wortbildung und der Herkunft — verlässlich ist aber nur der Blick ins Wörterbuch.
Welche Formen sind zulässig?
Der, das und regional die Joghurt.
Warum ist Joghurt besser verträglich als Milch?
Die Kulturen bauen einen Teil des Milchzuckers ab.
Wie lautet der Plural?
Die Joghurts.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





