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Kurz gesagt: Beides ist richtig. Der Laptop und das Laptop stehen gleichberechtigt im Wörterbuch, wobei der Laptop im Alltag deutlich häufiger vorkommt. Der Plural lautet die Laptops.
Bei englischen Lehnwörtern schwankt das Geschlecht regelmäßig – Laptop ist ein Musterbeispiel dafür.
Warum es zwei Formen gibt
Das Englische kennt keine grammatischen Geschlechter. Beim Übernehmen sucht das Deutsche eine Anlehnung – und findet zwei.
Der Laptop folgt dem Muster ähnlicher Geräte: der Computer, der Rechner.
Das Laptop folgt dem Muster der sächlichen Gerätebezeichnungen: das Gerät, das Notebook.
Weil beide Begründungen tragen, hat sich keine Form vollständig durchgesetzt. Die Wörterbücher führen beide.
Die Beugung
Nominativ: der/das Laptop – die Laptops
Genitiv: des Laptops – der Laptops
Dativ: dem Laptop – den Laptops
Akkusativ: den/das Laptop – die Laptops
Der Plural endet immer auf -s, nie auf -e.
Was das Wort bedeutet
Wörtlich „auf dem Schoß“. Im Englischen ist die Bezeichnung inzwischen weniger gebräuchlich als notebook.
Im Deutschen wird beides nebeneinander benutzt, teils mit Bedeutungsunterschied: Notebook klingt nach dem flacheren Gerät, Laptop ist der Oberbegriff.
Ähnliche Fälle
Dasselbe Schwanken gibt es bei der/das Blog, der/das Event, der/das Gulasch und der/das Curry. Bei die E-Mail hat sich dagegen im deutschen Sprachraum die weibliche Form durchgesetzt.
Wie das Genus entsteht
Bei Anglizismen fehlt ein Genus in der Herkunftssprache, weil das Englische keines kennt. Deutsche Sprecher übertragen deshalb den Artikel eines sinnverwandten deutschen Wortes. Wer an den Rechner oder den Computer denkt, wählt maskulin; wer an das Gerät denkt, sächlich.
Genau dieser Doppelbezug erklärt, warum beide Formen belegt sind. Wörterbücher führen sie deshalb nebeneinander und markieren die häufigere. Ein Fehler ist keine der beiden.
Ähnlich funktioniert es bei anderen Geräten aus dem englischen Sprachraum. Wo ein deutsches Grundwort eindeutig ist, entsteht kein Streit. Wo zwei naheliegen, entstehen zwei Formen.
Wortgeschichte
Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern für Schoß und Oberseite zusammen und beschreibt ein Gerät, das auf dem Schoß betrieben werden kann. Aufgekommen ist er in den 1980er-Jahren, als tragbare Rechner erstmals in größerer Zahl verkauft wurden. Davor waren solche Geräte deutlich schwerer.
Parallel entstand die Bezeichnung Notebook für flachere Modelle, die sich anfangs auf eine eigene Bauform bezog. Heute werden beide Begriffe weitgehend gleichbedeutend verwendet. Hersteller nutzen meist Notebook oder schlicht die Produktlinie.
Im Deutschen ist die englische Form unverändert übernommen worden, ohne Eindeutschung der Schreibweise. Das ist bei Technikbegriffen die Regel. Versuche, deutsche Ersatzwörter zu etablieren, sind gescheitert.
Weitere Zweifelsfälle aus der Technik
Ähnlich schwankend sind einige andere Gerätebezeichnungen aus dem Englischen, etwa bei Speichermedien und Zubehör. In Fachtexten setzt sich meist eine Form durch, in der Alltagssprache bleiben beide. Fachwörterbücher der Informatik geben dazu Auskunft.
Eine brauchbare Regel lautet: Bezeichnet das Wort ein Gerät als Ganzes, ist sächlich verbreitet; bezeichnet es einen Träger oder eine Maschine, eher maskulin. Diese Regel deckt viele Fälle ab, aber nicht alle. Im Zweifel entscheidet der Gebrauch.
Bei neuen Begriffen dauert es meist einige Jahre, bis sich eine Form durchsetzt. In dieser Zeit sind beide Formen korrekt. Wörterbücher dokumentieren den Verlauf.
Beugung und Plural
Der Plural lautet in beiden Fällen gleich und folgt dem englischen Muster mit angehängtem s. Im Genitiv Singular wird ein s angehängt, im Dativ Plural ändert sich nichts. Damit ist die Beugung unproblematisch.
Bei Zusammensetzungen bestimmt wie immer das letzte Wort das Genus. Deshalb heißt es unabhängig vom Streitfall die Laptoptasche und der Laptopständer. Diese Regel gilt ausnahmslos.
In Aufzählungen und Tabellen wird der Artikel oft weggelassen, was den Zweifelsfall umgeht. Für Produktbeschreibungen ist das der bequemste Weg. Im Fließtext ist eine Entscheidung nötig.
Was für Texte gilt
Für veröffentlichte Texte empfiehlt sich die im Wörterbuch führende Form, weil sie den wenigsten Widerspruch erzeugt. Wichtiger als die Wahl ist die Einheitlichkeit im gesamten Dokument. Ein Wechsel wirkt unsauber.
In Unternehmen regeln Redaktionsleitfäden solche Fälle, damit alle Texte gleich klingen. Wo es keinen Leitfaden gibt, lohnt eine kurze eigene Liste. Zwanzig Einträge reichen meist aus.
Im Gespräch spielt die Frage keine Rolle. Beide Formen sind verbreitet und werden verstanden. Korrekturen sind hier unangebracht.
Warum Anglizismen häufig schwanken
Englische Wörter kommen ohne Genus ins Deutsche und werden bei der Übernahme zugeordnet. Diese Zuordnung erfolgt nicht zentral, sondern durch Millionen Sprecher gleichzeitig, die unterschiedliche Bezugswörter im Kopf haben. Deshalb entstehen bei vielen Technikbegriffen zwei Formen.
Untersuchungen zeigen, dass sich meist die Form durchsetzt, die dem häufigsten deutschen Bezugswort entspricht. Bei Geräten ist das oft das sächliche Grundwort, bei Maschinen und Trägern das maskuline. Ausnahmen bleiben bestehen, wenn beide Bezüge gleich stark sind.
Für Lernende ist das eine gute Nachricht: Wer den Bezug kennt, rät bei neuen Wörtern meist richtig. Eine Garantie ist es nicht. Im Zweifel entscheidet weiterhin das Wörterbuch.
Wie Wörterbücher Anglizismen aufnehmen
Neue Wörter werden aufgenommen, wenn sie über mehrere Jahre in ausreichender Häufigkeit in geprüften Textsammlungen auftauchen. Redaktionen von Wörterbüchern beobachten dafür Zeitungen, Zeitschriften und digitale Quellen. Ein einzelner Modebegriff schafft es deshalb nicht sofort ins Buch.
Mit der Aufnahme werden Genus, Beugung und Aussprache festgelegt, jeweils nach dem beobachteten Gebrauch. Sind zwei Formen verbreitet, werden beide verzeichnet. Die häufigere steht vorn.
Wer wissen will, wie sich ein Wort entwickelt, findet in digitalen Korpora Häufigkeitsverläufe über Jahrzehnte. Damit lässt sich sehen, ob eine Form zunimmt. Für Zweifelsfälle ist das die beste verfügbare Grundlage.
Häufige Fragen
Welche Form nimmt man im Text?
Beide sind korrekt. Wichtig ist nur, innerhalb eines Textes bei einer zu bleiben.
Wie lautet der Plural?
Die Laptops.
Heißt es „das Notebook“?
Ja, hier ist nur die sächliche Form gebräuchlich.
Welche Form steht im Wörterbuch?
Beide, mit einer als Hauptform.
Wie lautet der Plural?
Mit angehängtem s, unabhängig vom Artikel.
Was gilt bei Zusammensetzungen?
Das letzte Wort bestimmt den Artikel.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion grammatikguru.de — sie schreibt hier über Rechtschreibung, Grammatik und Zweifelsfälle.





