Kommaregeln: Die wichtigsten Fälle im Überblick

Kurz gesagt: Ein Komma trennt Aufzählungsglieder, grenzt Nebensätze ab, steht bei Einschüben und Appositionen und ist bei bestimmten Infinitivgruppen Pflicht.

Die deutsche Kommasetzung wirkt willkürlicher, als sie ist. Vier Fälle decken den Alltag ab.

1. Aufzählung

Gleichrangige Wörter und Wortgruppen werden durch Komma getrennt. Vor „und“ und „oder“ steht dabei keines.

Wir kaufen Brot, Käse und Wein.

2. Haupt- und Nebensatz

Ein Nebensatz wird immer mit Komma abgetrennt – steht er mittendrin, mit Komma auf beiden Seiten.

Weil es regnet, bleiben wir zu Hause. · Das Buch, das ich lese, ist spannend.

3. Infinitivgruppen

Ein Komma ist Pflicht, wenn die Infinitivgruppe mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als eingeleitet wird.

Er ging, ohne sich zu verabschieden.

In den übrigen Fällen ist das Komma freigestellt – es darf gesetzt werden, wenn es die Gliederung verdeutlicht.

4. Einschübe, Appositionen, Anreden

Was den Satz unterbricht, wird eingeschlossen.

  • Herr Meier, unser Nachbar, ist verreist.
  • Liebe Anna, wie geht es dir?
  • Er kommt, glaube ich, morgen.

Die häufigsten Fehler

  • Komma vor „und“ in einer Aufzählung – falsch.
  • Fehlendes zweites Komma nach einem eingeschobenen Nebensatz.
  • Komma vor „sowie“ in einer Aufzählung – falsch.

Auf einen Blick

Fall Regel
Aufzählung Komma zwischen den Gliedern, nicht vor „und“/„oder“
Nebensatz immer abtrennen, bei Einschub beidseitig
Infinitivgruppe mit um/ohne/statt/anstatt/außer/als Komma Pflicht
Andere Infinitivgruppen Komma freigestellt
Einschub, Apposition, Anrede Komma

Kommasetzung bei „sowie“, „wie“ und „sowohl als auch“

Vor „sowie“ steht in einer Aufzählung kein Komma. Es wirkt dort wie „und“. Dasselbe gilt für „sowohl als auch“ und für vergleichendes „wie“ ohne folgenden Satz.

Wir brauchen Stifte, Papier sowie einen Drucker.

Anders liegt der Fall, wenn nach „wie“ ein vollständiger Satz folgt. Dann ist es ein Nebensatz und bekommt ein Komma.

Die häufigsten Zweifelsfälle in Briefen und Mails

  • Nach „Mit freundlichen Grüßen“ steht kein Komma.
  • Nach der Anrede steht ein Komma, danach wird kleingeschrieben.
  • Vor „und“ in einer Aufzählung steht keines.
  • Bei „Ich hoffe, dass …“ trennt das Komma den Nebensatz ab.

Übung: Wo fehlt das Komma?

  1. Er kam nach Hause und legte sich hin.
  2. Weil es spät war ging sie schlafen.
  3. Das Buch das ich gestern gekauft habe ist gut.
  4. Sie ging ohne sich umzudrehen.
  5. Herr Müller unser Nachbar ist verreist.

Lösungen: 1. korrekt, kein Komma · 2. „war, ging“ · 3. „Buch, das … habe, ist“ · 4. „ging, ohne“ · 5. „Müller, unser Nachbar, ist“

Wann ein Komma erlaubt, aber nicht nötig ist

Bei Infinitivgruppen ohne „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“ entscheidest du selbst. Setz es, wenn der Satz sonst schwer zu lesen ist.

Sie versprach zu kommen. oder Sie versprach, zu kommen. Beides geht.

Bei längeren Infinitivgruppen hilft das Komma dem Leser. Bei kurzen wirkt es umständlich.

Häufige Fragen

Wann steht ein Komma vor „und“?
In einer Aufzählung nicht. Wohl aber, wenn damit ein vollständiger Nebensatz abgeschlossen wird.

Muss vor „um zu“ ein Komma stehen?
Ja, bei Infinitivgruppen mit „um“ ist das Komma Pflicht.

Wird ein Nebensatz immer abgetrennt?
Ja. Steht er im Satzinneren, braucht er auf beiden Seiten ein Komma.

Was ist der häufigste Kommafehler?
Ein Komma vor „und“ oder „sowie“ in einer reinen Aufzählung.

Wo stehen die verbindlichen Regeln?
Im amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung.

Quellen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

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